47-jähriger Verdener soll vor Gericht

Nach Brandanschlag am Rathaus folgt jetzt die Anklage

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Im April dieses Jahres lenkte ein 47-Jähriger sein Auto ins Verdener Rathaus an der Ritterstraße und zündete seinen Wagen an. Angeblich hatte er sich zuvor über das Bauamt der Stadt geärgert.

Verden - Knapp acht Monate nach dem Brandanschlag auf das Verdener Rathaus hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 47 Jahre alten Mann aus Verden erhoben. Er wird sich vor dem Schöffengericht des Amtsgerichtes wegen vollendeter Brandstiftung, versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten müssen.

„Dem Mann wird vorgeworfen, am Sonntag, 9. April 2017, gegen 8 Uhr, absichtlich mit einem Pkw in den gläsernen Eingangsbereich des Verdener Rathausgebäudes in der Ritterstraße gefahren zu sein“, teilte die Staatsanwaltschaft Verden gestern mit. In dem Verwaltungsgebäude solle er seinen Wagen mit Benzin in Brand gesetzt haben, um so eine in seinem Auto transportierte Gasflasche zur Explosion zu bringen und das Rathausgebäude zu zerstören. „Dazu kam es jedoch nicht, da das Gas aufgrund der starken Hitze durch ein funktionierendes Sicherheitsventil langsam entweichen konnte“, schreibt die Staatsanwaltschaft. Das Feuer habe auf Teile des Gebäudes übergegriffen. „Durch Feuer und Hitze wurden Gebäude- und Inventarschäden in siebenstelliger Höhe verursacht. Menschen kamen nicht zu Schaden“, heißt es weiter.

Schuldbekenntnis des Angeschuldigten

„Der Angeschuldigte hatte sich noch vor Ort gegenüber Einsatzkräften als Verursacher des Feuers zu erkennen gegeben.“ Bei deren Eintreffen soll er sich außerhalb des Gebäudes aufgehalten und gar keine Fluchtversuche unternommen haben.

Wie bereits im April nach einem Gespräch mit dem Verteidiger Jörk Matthäi berichtet, soll Auslöser der Tat eine massive Verärgerung über das städtische Bauamt gewesen sein. Dabei ging es um den Bau eines Mehrfamilienhauses neben dem Wohnhaus des Angeklagten und eine fehlende Baulasteintragung für mehrere Garagen.

Zunächst auf freiem Fuß

Der sehbehinderte 47-Jährige war nach der Tat zunächst festgenommen, der Haftbefehl aber nach 14 Tagen wieder außer Vollzug gesetzt worden. Seitdem befindet er sich auf freiem Fuß.

Bei einer Verurteilung wegen Brandstiftung beträgt der Strafrahmen zwischen einem und zehn Jahren. Das Amtsgericht ist zuständig, wenn die Straferwartung bei maximal vier Jahren liegt. Weil es sich um einen Verbrechenstatbestand handelt, wurde die Anklage beim dortigen Schöffengericht erhoben.

Ein Verhandlungsbeginn steht noch nicht fest. 

wb

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