Goldene Hochzeit von Ide und Emin Ibrik / Seit 21 Jahren in Verden zu Hause

Nach alter Sitte hoch zu Ross die Braut abgeholt

Emin (l.) und Ide Ibrik feierten gestern ihre goldene Hochzeit. Dazu gratulierte auch Bürgermeister Lutz Brockmann. - Foto: Preuß

Verden - Sekt und Orangensaft auf dem Tisch, die Schnittchen geschmiert, die Familie versammelt, und da klingelt auch schon der Bürgernmeister, um neben einem hübschen Blumenstrauß auch die Grüße der Stadt Verden, des Landkreises und des Landes Niedersachsen zu überbringen. Ganz so, wie es üblich ist, wenn ein Paar seine goldene Hochzeit feiert. Nur, dass es sich dieses Mal um kurdische Eheleute handelte, lässt den Termin von Lutz Brockmann ein wenig vom Üblichen abweichen.

Goldbräutigam Emin und seine Frau Ide lernten sich bereits in jungen Jahren kennen. Schließlich waren ihre Familien Nachbarn. Beide stammen aus dem Südosten der Türkei, aus der Nähe der Kreisstadt Viransehir. Dort heirateten sie auch am 15. März 1966. Sie war damals 24 Jahre alt, er vier Jahre älter.

Mehrere hundert Gäste feierten mit dem jungen Paar. So ist es Tradition, genauso wie das Einholen der Braut auf dem Pferd. Und weil der Weg bis zum Nachbarhaus für dieses Ritual ein wenig zu kurz gewesen wäre, drehte der Bräutigam eine Ehrenrunde um das Dorf, ehe er bei seinen künftigen Schwiegereltern eintraf.

Sein Elternhaus diente dem jungen Paar als erstes Heim. Während Emin als Bauarbeiter tätig war, kümmerte sich Gattin Ide um die stetig wachsende Familie. Zwei Töchter und fünf Söhne im Alter zwischen 47 und 31 Jahren haben die Ibriks. Und inzwischen zählen auch 22 Enkelkinder dazu

Als immer mehr Angehörige yezidischen Glaubens aufgrund von Repressalien die Türkei verließen, machten sich auch die Ibriks auf den Weg. Mit seinen sieben Kindern zog das Ehepaar 1986 nach Deutschland. Emin Ibrik hatte hier zuvor schon zweimal zwei Jahre als Gastarbeiter auf dem Bau verbracht.

Werle in Nordrhein-Westfalen war die erste Station für die Familie. Als dann der erste Sohn in Verden ein Haus erwarb, zogen auch die Eltern in die Reiterstadt.

Bis vor einem Dreivierteljahr wohnten Ide und Emin Ibrik in der Ludwigstraße. Jetzt haben sie eine kleine, gemütliche Wohnung in der Straße Schwarzer Berg. Und Sohn Yilmaz wohnt nur zwei Etagen über ihnen.

Gemeinsam mit seinen Brüdern Nuri und Ridvan fungiert er als Dolmetscher zwischen Bürgermeister und Presse auf der einen Seite und den Eltern auf der anderen Seite. „Sie lieben sich und vertrauen einander“, übersetzt Yilmaz Ibrik die Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis der langjährigen Ehe. Er selber hat dazu noch eine ganz eigene Idee: „Mama kann gut kochen“, sagt Yilmaz Ibrik und fügt voller Respekt hinzu: „Sie ist fleißig und behält immer den Überblick.“ - kp

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