Der Luttumer Dietz Restorff backt mit alten Handwerkstechniken

Wohl bekomm’s: So muss ein Brot aussehen

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Dietz Restorff präsentiert das appetitanregende Produkt seiner Backkunst.

Verden/Luttum - Dietz Restorff backt Brot. Mit Leidenschaft hat sich der Luttumer Senior in alte Techniken der Backkunst hineingefuchst, jahrelang mit Sauerteig, Getreidesorten und Backverfahren experimentiert und Erfahrungen gesammelt. Mittlerweile ist der 82-Jährige mit den duftenden Laibern, die er aus seinem Backofen holt, so zufrieden, dass er sein Wissen gerne weitergibt.

„So muss ein Brot aussehen“, zeigt Dietz Restorff nicht ohne Stolz den runden Laib mit seiner knusprigen Kruste und kräftiger Farbe. Er hat das appetitliche Stück Backkunst in die Redaktionsräume nach Verden mitgebracht, um auf den Kurs hinzuweisen, den er für den Heimatverein an seinem Wohnort gibt. Zwei Tage lang will er am nächsten Donnerstag und Sonnabend, 3. und 5. August, mit den Teilnehmern die Stationen durchgehen, bis sie aus den Zutaten ebenso schicke Brote aus dem großen Steinofen im historischen Luttumer Backhaus holen können.

Ein bisschen war das Brot, das der 82-Jährige auf den Schreibtisch legte, aber auch als Beleg für seine Backkunst gedacht. Fünf Stunden habe es gedauert, bis aus Getreide, etwas Wasser, Gewürz und natürlich Backtriebmittel die Köstlichkeit geworden ist, berichtet er. Zum Weizen habe er Schwarzroggen gemischt, verrät er sein Rezept. Das werde in Österreich viel verwendet, ebenso wie die Gewürze Kümmel, Fenchel und Kardamom.

Im „Dutch Oven“ gelingt die Zubereitung.

Für sein Beweisstück hatte Dietz Restorff sich einen Teil der Nacht um die Ohren geschlagen. „Wenn das Brot geht, muss es in Abständen immer wieder in seinem Gärkorb zurecht gedrückt werden.“

Eigentlich ist Dietz Restorff Spezialist für Elektronik, eine Bäckerlehre oder ähnliches hat er nie gemacht. Im Bereich Halbleitertechnik hat der Luttumer Senior sogar ein paar Jahre in der Forschung gearbeitet. Später habe er bei Vater Staat die Bundeswehr mit Kommunikationselektronik ausgestattet, berichtet er. Jetzt ist er im Ruhestand und backt. „Angefangen hat das Anfang 2000“, erinnert sich Restorff. Auslöser war eine Unverträglichkeit, die seiner Frau das gewohnte Brot vom Bäcker verleidete.

Keine Probleme im Verdauungstrakt

Die Alternative kommt jetzt aus dem Backofen in der Küche der Resthorffs und verursacht keine Probleme im Verdauungstrakt. Der autodidaktische Bäcker vermutet, dass das mit den alten Techniken zu tun hat, die er ausgegraben hat. „Ein natürlicher Sauerteig braucht seine Zeit“, weiß er aus Erfahrung. Die hätten Bäckereien heute oft nicht mehr, und so müsse künstlich nachgeholfen werden.

Wenn Dietz Restorff für seine Frau und sich backt, muss er nicht den Steinofen im Luttumer Backhaus anheizen. „Das lohnt sich nicht, den stundenlang zu befeuern.“ Weil er aber mit dem Ofen in der Küche nicht die Ergebnisse hinbekam, die er sich wünschte, hat der findige Bäcker nach einer anderen Lösung gesucht. Mit einem „Dutch Oven“ gelingt das Brot jetzt. Eigentlich ist das ein großer gusseiserner Topf mit Deckel. Das schwere Ding kann überall zu einem Backofen werden, wo es heiß genug ist, über dem Lagerfeuer, direkt in der Glut und eben auch im Ofen des E-Herds in der Küche. „Solche Dinger hatten damals schon die Siedler in der Neuen Welt auf ihren Trecks in Richtung Westen“, weiß Restorff.

Weitere Informationen zum Backkurs unter Telefon 04231/63767 oder per E-Mail an digure@t-online.

kle

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