Kleinere Betriebe nach Lockdown (8): Der Unterricht geht „entspannt“ weiter

Musizieren mit Maske bei Paluch

Michael Paluch führt den Unterricht im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen weiter, nachdem er seine 
Schule eine Zeit lang schloss.  FOTO: MÜLLER
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Michael Paluch führt den Unterricht im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen weiter, nachdem er seine Schule eine Zeit lang schloss. FOTO: MÜLLER

Verden – Viele Bildungseinrichtungen mussten den Präsenzunterricht bis zu dem Zeitpunkt einstellen, an dem die Corona-Sicherheitsmaßnahmen gelockert wurden. Michael Paluch, der Inhaber der Verdener Musikschule Paluch, war am 16. März der Erste, der vorübergehend seine Türen schloss.

An diesem Tag hätte er eigentlich einen Aushilfslehrerjob angenommen, lehnte ihn aufgrund der Pandemie jedoch ab. Seiner Meinung nach haben die anderen Musikschulen die Gefahr zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen. Als er seine schloss, habe er „alle Schüler und Eltern mit einem persönlichen Brief benachrichtigt“.

Um seine Schüler weiterhin zu erreichen, hat er Unterrichtsstunden per Videochat angeboten. Als Ergänzung, nicht als Ersatz für die ausgefallenen Stunden. Diese seien nachgeholt worden, „um die Schüler fair zu behandeln“, berichtet Paluch. Finanzielle Einbußen habe es nicht gegeben, da die Zusammenarbeit mit den Eltern gut funktionierte und sich kein Schüler von der Schule abgemeldet habe.

Mittlerweile kann der Musiklehrer den Unterricht wieder persönlich erteilen, unter Berücksichtigung der Sicherheitsmaßnahmen. Für den Unterricht mit Blasinstrumenten stehen nun Glaswände bereit, die die Lehrkraft vom Schüler trennen und das Risiko einer Ansteckung vermindern.

Anfangs mussten die Schüler sich an die Masken gewöhnen und auch daran, sich öfter die Hände zu waschen, erläutert der Inhaber. Die Mund-Nasen-Bedeckung muss in den Fluren getragen werden. Manche von ihnen hätten außerdem nicht an das Virus geglaubt, durch den Einfluss ihrer Eltern. Trotzdem erschienen sie mit Maske zu den Unterrichtsstunden. Damit man jederzeit an diese Pflicht und die Hygienemaßnahmen erinnert wird, hängen überall im Gebäude Schilder. Diese seien jedoch oft übersehen worden, so Paluch, als hätten die Schüler den „Schilderwald vor lauter Bäumen nicht gesehen“. Wurden sie auf eine Regelung hingewiesen, zeigten sie sich jedoch alle einsichtig.

Insgesamt sei der Unterricht, im Rahmen der Corona-Regelungen, wie gewohnt weitergelaufen. Die aktuelle Gesamtsituation beurteilt der Inhaber als „entspannt“, denn er habe „das Gefühl, dass alle Leute verstanden haben, wie man mit der Situation umgeht“. In Kurzarbeit sei momentan niemand, und für das Einstellen neuer Mitarbeiter gebe es keinen coronabedingten Unterschied.

Darüber, wie die lokale Politik mit dem Thema Coronavirus umgegangen ist, äußert er sich sehr begeistert. Er habe daher gerne in Desinfektionsmittel sowie Trennwände investiert. „Die Politik soll bedacht mit der Situation umgehen, ohne die Bürger zu sehr einzuschränken“, und sich zudem weiter an Expertenaussagen orientieren.

Falls er seine Musikschule noch einmal schließen müsste, würde er genauso handeln wie zuvor. Zudem gehe er davon aus, dass die Situation dann als weniger kompliziert gesehen werde, da die Menschen wahrscheinlich aus der ersten Schließungsphase gelernt hätten.

Von Friederike Müller

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