Kulturausschuss: Nachdenken über Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes

Musikschule kehrt im Februar wieder in ihre Räume zurück

Verden - „Der Druck in Verden ist groß.“ Dass die seit Jahresbeginn standortlose Musikschule einige organisatorische Probleme zu bewältigen hat, ist der Ersten Kreisrätin Regina Tryta nur zu bewusst.Deshalb freute sie sich, dem Kulturausschuss des Kreistags mitteilen zu können, dass das Gebäude an der Marienstraße in Verden voraussichtlich zum Halbjahreswechsel Ende Januar wieder zur Verfügung stehen wird. Aber die Kreisverwaltung denke auch darüber nach, einen Teil der Räume anders zu nutzen.

Die ungeliebte Lösung hatte der Ansturm der Zuwanderer zum Jahresbeginn nötig gemacht. Und seitdem mussten die Instrumentallehrer auf die Andreasschule, das Gymnasium am Wall und die Pestalozzischule ausweichen. Eine Notwendigkeit, die dem Unterricht nicht unbedingt zuträglich ist und auch zu Abmeldungen von Schülern geführt hat. Aktuell sei auch eine leicht sinkende Zahl von Anmeldungen zu beobachten.

Mittlerweile hat sich Lage entspannt, die Zahl der Flüchtlinge ist gesunken und der Landkreis hat zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für diese Menschen gefunden. Das Gebäude könnte zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres wieder zur Verfügung stehen.

Es könnte aber auch alles ganz anders kommen. Das Gebäude ist recht weitläufig, zu sehr, als dass es von der Musikschule ausgelastet wäre. Deshalb, so berichtete Tryta, werde darüber nachgedacht, ob andere Bedarfe im Schul-, Betreuungs- oder Erwachsenenbildungsbereich dort auch gedeckt werden könnten. Die baulichen Veränderungen, die für die Flüchtlingsunterkunft nötig waren, sollen auch noch nicht wieder zurückgebaut werden. Damit will sich der Landkreis die Möglicheit erhalten, in einer Notsituation reagieren zu können.

Ein zentrales Raumangebot sei für die Musikschule wünschenswert, allerdings würden im Prinzip für den Betrieb zwei der drei Stockwerke ausreichen. Dabei müsse nur einiges berücksichtigt werden. Die schwer transportierbaren Instrumente wie Klaviere etwa und die Raumgröße bei Ensemble-Angeboten oder, dass Unterrichtsmaterialien auch in greifbarer Nähe zur Verfügung stehen müssen.

Die Gefahr, dass es bei einer Doppelnutzung des Gebäudes zu Problemen kommen könnte, sah auch Ehler Lohmann (Grüne). Seine Fraktionsvorsitzende Ulla Schobert plädierte denn auch für eine Nutzung, die sich mit dem Musikschulbetrieb verträgt.

Beide, ebenso wie Bernd Junker (SPD), würdigten allerdings, dass die schwierige Aufgabe gelöst worden sei, die Flüchtlinge unterzubringen und den Musikschulbetrieb dennoch mit all den daraus erwachsenen Problemen weiter zu führen. Willkommen war ihnen aber, dass die Einrichtung wieder einen festen Ort erhält. - kle

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