Musikalisches Projekt und Konzert

„Stations of Hope“

Eine junge Frau mit halblangen dunkelblonden Haaren steht mit geschlossenen Augen vor einem Mikro und singt hinein. Im Hintergrund,  leicht verschwommen, ist ein Mann mittleren Alters am Klavier zu sehen.
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Von Klavierlehrer und Schülerin zu Kollegen. Beim Projekt „Stations of Hope“ arbeiten Jacek Wohlers und Insa Ommen auf Augenhöhe zusammen.

„Wollen wir nicht ein Lied aufnehmen?“, aus dieser fast nebenbei gestellten Frage des Klavierlehrers an die Klavierschülerin ist inzwischen ein – vom Landschaftsverband Stade und dem Land Niedersachsen gefördertes – Projekt von Profimusikern und jungen Nachwuchstalenten geworden. Der Name: „Stations of Hope“. Die Idee: den Menschen Hoffnung und Kraft durch Musik geben.

Verden - Initiator von „Stations of Hope“ ist Jacek Wohlers, großen und kleinen Verdenern vor allem bekannt als Kinderliedermacher und Mitglied der Zauberkofferband. In Schulen und Kitas ist er gern gesehener Gast mit seinen musikalischen Mitmach-Angeboten. Und – ein zweites Standbein – er gibt Klavierunterricht.

Doch was macht ein Künstler aus Leidenschaft, wenn eine Pandemie ihm das Auftreten verbietet? Wenn die Klavierschüler wegbleiben? Er fragt: „Wollen wir nicht ein Lied aufnehmen?“

Diejenige, an die Jacek Wohlers die Frage vor gut einem Jahr richtete, war seine Klavierschülerin Insa Ommen. Die 18-jährige Gymnasiastin ist in Verden keine Unbekannte. Die Gesangsschülerin von Christiane Artisi trat bereits bei mehreren Gelegenheiten öffentlich auf, überzeugte unter anderem schon mit 14 als Interpretin von Musical-Hits.

Gemeinsam nahmen Ommen und Wohlers zwei Lieder auf. Ein kleiner musikalischer Gruß aus dem Lockdown an Freunde, Bekannte, Familie. „Dann habe ich gemerkt: Mensch, da ist ja Potenzial drin“, berichtet er.

Weitere Musiker kamen dazu, die Wohlers schon von anderen Projekten kannte: zum Beispiel Axel Hartig aus Verden als Bassist, der Schlagzeuger Ralf Jackowski aus Achim, Keyboarder Hannes Folberth, der Bremer Gitarrist Tilljan Jahnson, ebenfalls ein junges Talent.

Froh über zweites berufliches Standbein

Jacek Wohlers lacht. Beim gemeinsamen Spielen und Jammen habe er manches Mal das Bild der Kapelle auf der „Titanic“ im Kopf gehabt. Dem Untergang geweiht, soll sie die Passagiere bis zum letzten Moment mit ihrer Musik beruhigt haben.

Ganz so dramatisch ist die Situation jetzt in der Pandemie nicht. Dennoch kann sich der Verdener einen kleinen Stoßseufzer nicht verkneifen, als er berichtet, wie froh er darüber ist, als Klavierlehrer eine berufliche Alternative zu haben und nicht allein von Auftritten abhängig zu sein.

Eine besondere Situation entstand bei „Stations of Hope“. Hier die alten Hasen, hocherfreut, endlich wieder in ihrem Metier arbeiten zu können, da der Nachwuchs, der nicht nur musikalisch dazulernte, sondern auch Input bekam, wenn es um Aufnahmen ging, das richtige Abmischen, der Dreh von Videos, die Vermarktung über die sozialen Medien. „Wie viel darf man preisgeben und es wird trotzdem noch auf Youtube geklickt?“, gibt er ein Beispiel dafür, dass Werbung in eigener Sache bestimmte Grenzen nicht überschreiten sollte.

Erste Schritte auf neuem Terrain

„Es interessant zu gucken, wie das alles läuft“, bestätigt Insa Ommen. Wichtiger noch als der Blick hinter die Kulissen ist für 18-Jährige, dass sie im Rahmen des Projektes den Mut fasste, Neues zu probieren. „Insa hat angefangen zu komponieren, das hat mir sehr gefallen“, berichtet Jacek Wohlers. Und er lobt ihre „sehr schönen Texte“, die Qualität und den hohen Output. „Sie macht zehn, ich mach ‘nen halben“, sagt er lächelnd.

Insa Ommen strahlt und erzählt von ihren ersten Versuchen. „Ich hatte was zu sagen, konnte es aber nicht ausdrücken“, sagt sie. Nun endlich die richtigen Worte zu haben, „das finde ich ziemlich cool“. Sie singt davon, nicht aufzugeben, davon, einen eigenen Weg zu gehen und den Mut zu haben, sich diese Freiheit auch zu nehmen. Die Songs sind behutsam instrumentiert. Es ist ihre klare Stimme, die die Lieder trägt. Kraftvoll ist sie und zugleich mit viel Emotion. Und Insa Ommen ist es auch, die den dazugehörigen Videos ein Gesicht gibt.

Es sind Balladen, die die Musiker ins Internet gestellt haben, die kostenlos abgerufen können und weiterempfohlen werden dürfen. Denn „was könnte ich den Leuten Gutes tun mit dem, was ich mache, das ist mein Ausgangspunkt“, sagt Jacek Wohlers abschließend über das Projekt „Stations of Hope“.

Dessen erklärtes Ziel sei es, „das zu tun, was man als Musiker macht. Man erarbeitet Material, veröffentlicht das und geht dann auf Tour.“

Immerhin: Zu einem Auftritt soll es am 19. September kommen (siehe Infokasten). Und dann? „Wir haben eine Baustelle aufgemacht“, sagt Jacek Wohlers und lächelt vielsagend: „Mal gucken, was damit passieren kann.“.

Weitere Informationen unter www.sohmusic.com.

Von Katrin Preuss

„Mein Herz“ in der Stadthalle

Aus dem Projekt „Stations of Hope“ ist inzwischen ein kleines Musical entstanden. Unter dem Titel „Mein Herz“ präsentieren die Künstler am Sonntag, 19. September, ihre Liederreihe rund um das Thema Liebe, Hoffnung und Freiheit.

Jacek Wohlers (Klavier, Gesang) und Insa Ommen (Gesang) zeigen mit dem Jazz-Drummer Ralf Jackowski und dem Groove-Spezialisten Axel Hartig am Bass eine bewegte musikalische live Performance. Als Special Guests sind die Soul-Stimme Johana Klaas sowie Mariska Nijhof (Akkordeon und Gesang), die für Weltmusik-Einlagen sorgt, dabei.

Die Veranstaltung in der Stadthalle Verden beginnt um 17 Uhr, Einlass ist ab 16 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Verdener Aller-Zeitung zum Stückpreis von 15 Euro. An der Tageskasse kostet der Eintritt 17,50 Euro.

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