Theater-AG bringt Michael Endes Roman auf die Bühne

Momos fantastischer Widerstand gegen die grauen Männer

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Momo (Arwen Hale) und die Schildkröte Kassiopeia wollen sich den grauen Männern von der Zeitsparkasse entgegenstellen. 

Verden - Eine großartige Gesamtleistung gelang der Theater-AG der Klassen sechs bis acht am Verdener Domgymnasium mit dem Theaterstück „Momo“. Die zahlreichen Besucher in der Aula des Gymnasiums zeigten sich begeistert von der Bühnenpräsenz der jungen Schauspieler unter der Leitung von Marieke Gensch und Adeline Schumacher. Auch den instrumentalen und kompositorischen Leistungen des Musikleistungskurses von Vanessa Galli zollten die Besucher ihre Anerkennung.

Mit einer Geschichte für Menschen, die noch nicht verlernt haben, über scheinbar Selbstverständliches zu staunen, hat die Theater-AG am Mittwochabend Premiere gefeiert. Die Truppe von Adeline Schumacher und Marieke Gensch brachte die Dramatisierung von Michael Endes „Momo“ auf die Bühne. Die Geschichte erzählt von Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbringt.

Schauplatz von „Momo“ ist ein altes Amphitheater in einem beschaulichen Dörfchen, wo quasi wie aus dem Nichts ein verwahrlostes Mädchen, Momo, auftaucht, das durch seine besondere Ausstrahlung schnell viele Freunde gewinnt: Denn das seltsame Geschöpf kann zuhören. Und das wünschen sich viele Menschen. Auch Beppo, der Straßenkehrer und Gigi, der Fremdenführer, die besonders oft Momos Nähe suchen.

Plötzlich ereignen sich seltsame Dinge im Dorf, drei zigarrenrauchende zementgrau gekleidete Herren tauchen auf. Sie setzen die Bewohner unter Druck und fordern, dass sie nur noch Nützliches tun dürften, um Zeit zu sparen. Die Menschen in Momos Umgebung beginnen sich zu verändern. Plötzlich haben sie keine Zeit mehr für die schönen Dinge des Lebens. Keine Zeit, sich einander zu umarmen, keine Zeit für eine freundliche Geste oder für ein kleines Geschenk.

Zum Glück will Momo nicht hinnehmen, wie die einst so beschauliche Welt zu einer rigiden Ordnung umstrukturiert wird. Aber ob es ihr tatsächlich mithilfe von Meister Hora und der Schildkröte Kassiopeia, die ein wenig in die Zukunft blicken kann, gelingt, die grauen Männer von der Zeitsparkasse zu besiegen?

„Momo“ am Verdener Domgymnasium

 © Christel Niemann
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Dem regieführenden Duo ist eine geradezu liebevolle, mit heiteren Akzenten gespickte Inszenierung geglückt, wobei es insgesamt eher werktreu zur Sache geht. Wenige flexible Kulissenteile sowie ein paar Requisiten reichen aus, um blitzschnell neue Szenen plausibel zu machen. Zur atmosphärischen Gestaltung kommt hinzu, dass der Musikleistungskurs von Vanessa Galli das Bühnengeschehen mit eigenen Kompositionen live begleitet. Das bereichert die Inszenierung enorm.

Neben der Momo-Darstellerin Arwen Kahle verdient hier die gesamte Theater-AG ein dickes Lob. Nicht zuletzt dafür, dass alle ihre Rollen gut beherrschen, auch die drei grauen Herren mit den ihre Mimik verbergenden Augenmasken. Im Probenverlauf haben sich die Beteiligten eingehend mit dem Zeitthema beschäftigt, das im Mittelpunkt des Theaterstücks steht. Dabei hat die Arbeitsgemeinschaft auch die anhaltende Aktualität des Stücks thematisiert.

Und so wird auch in dieser Momo-Inszenierung gezeigt, dass die „Grauen“ in der Realität längst angekommen sind, zumal sich insbesondere Heranwachsende zunehmend im Zeitsparmodus bewegen: Facebookfreunde anstelle real gepflegter Freundschaften, gläsernes Dasein, Burnout oder schwindende Empathiefähigkeit sind Zeichen dafür, dass zwischenmenschlich Bedeutsames immer mehr an den Rand gedrängt wird. Die Schulinszenierung wirbt daher ebenso wie Endes mehrfach ausgezeichneter Roman für die Kraft der Muße und für Warmherzigkeit, die jede Person nach eigenem Gusto einsetzen kann.

Infos

Weitere Aufführungen von „Momo“ werden am Freitag, 9. März, und am Montag, 12. März, jeweils um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums gezeigt. Karten zum Preis von fünf beziehungsweise drei Euro sind an der Abendkasse erhältlich. 

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