Adventskalender-Buch „Die Tote im Dom“ erhältlich 

Mörderisches kurz vorm Fest

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Auf wessen Konto geht „Die Tote im Dom“? Während Carola Schäfer (l.) und Herausgeber Harald Nienaber (r.) noch rätseln, kennen Björn Emigholz und Julia Nehus den Täter.

Verden - Gerade noch denkt die Küsterin beim Gang durch den Dom: „Hier wird Gottes Frieden greifbar“, da entdeckt sie auf den Stufen zum Chorraum eine weibliche Leiche. So beginnt „Die Tote im Dom“, der zweite „kriminelle Adventskalender“ aus der Feder von Julia Nehus und Dr. Björn Emigholz. Verteilt auf 24 Kapitelchen, soll das Büchlein die Zeit bis zum großen Fest verkürzen.

Na, na, na!, könnte man nun tadelnd anmerken, so ein Mord ist aber kein schönes Thema im Advent. Andererseits sind ja gerade Krimis ein beliebtes Mittel zur Entspannung. Und die kann man in der mitunter hektischen Vorweihnachtszeit doch gut gebrauchen.

Die beiden Autoren, sie Schauspielerin und Tanzpädagogin, er Stadtarchivar und Direktor des Domherrenhauses, verspürten schon mal großes Vergnügen: einerseits beim Ersinnen der Geschichte, andererseits bei der Recherche. Obwohl und gerade weil manch Dom-Besucher das mörderische Duo misstrauisch beäugte, als es sich vor Ort nach der idealen Tatwaffe und der besten Position für das Opfer umschaute. „Es muss ja schon realistisch sein“, sagt Julia Nehus lächelnd.

Apropos: Zwar sind die Hauptfiguren wie der ermittelnde Hauptkommissar Bernhard Breuning oder eben das Opfer, Adele Wagner, frei erfunden. Andere Akteure weisen jedoch große Ähnlichkeiten mit lebenden Personen auf. Und das mit Absicht.

So stehen dem Polizist Breuning mit einem gewissen Dr. Eichholz und der ballettbegeisterten Juliane Neuhaus auch in diesem Advents-Krimi wieder zwei eifrige Hobby-Detektive zur Seite. Es wird bei Pade und im Sottis gespeist und getrunken. Und zu allem orgelt ein Herr Bander im Dom.

Die kräftige Prise Lokalkolorit macht das Büchlein vor allem für Buten- und Binnen-Verdener lesenswert. Wer die Bande zwischen Fiktion und Wirklichkeit nicht zu knüpfen vermag, dem bleibt immer noch die Spannung.

Wer Adele Wagner um die Ecke brachte, das sei auch für sie selber überraschend gewesen, beschreibt Björn Emigholz das Abändern des Schlusses, das plötzlich nötig gewesen sei. Abwechselnd, jeder immer zwei Kapitel, so sei die Geschichte fortgeschrieben worden, verrät Julia Nehus. Stilistische Unterschiede seien durchaus herauszulesen, meinen die beiden. „Bei Frauen geht es ja ständig um Gefühle. So würde ich nicht schreiben“, sagt Emigholz augenzwinkernd, während Nehus zugibt, mehr der „Rosamunde-Pilcher-Typ“ zu sein. „Aber wir ergänzen uns ganz gut“, findet sie.

Den Spaß, den die beiden Autoren beim Schreiben gehabt haben, möchten sie übrigens nicht nur an die Leser weitergeben. Vom Verlaufserlös wird ein Teil an das Sprach-Café für Frauen gespendet, das bei der St.-Josef-Gemeinde in Verden angesiedelt ist.

Das Projekt wird vom Zonta-Club Verden unterstützt. Und dessen Vizepräsidentin Dr. Carola Schäfer schwärmt von dem Engagement der Ehrenamtlichen, Geflüchteten die deutsche Sprache näherzubringen. Gerade für Fauen sei dies eine „Insel, wo sie ein wenig mehr aus sich herauskommen können“.

Für 6,50 Euro ist „Die Tote im Dom“ ab sofort in den Verdener Buchhandlungen und im Haus der Werbung erhältlich.  Der Zonta-Club wird das Buch zudem am Sonnabend, 3. Dezember, 10 bis 15 Uhr, auf Verdener Weihnachtsmarkt im Rahmen seines Keks-Verkaufs anbieten.

Wer sich noch ein wenig Appetit holen möchte: Am Mittwoch, 7. Dezember, 19.30 Uhr, liest Julia Nehus in der Stadtbibliothek aus dem Kalender-Buch.

kp

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