Zweite Auflage der Veranstaltungsreihe in Vorbereitung

Verdener „AllerKultur“ will „viel für viele“

Die „AllerKultur“ in Verden geht in die zweite Runde. Zum Vorbereitungsteam gehören (hinten, v.l.) Susanne Reinhardt, Silvia Voige, Janina Jordis sowie (vorne) Andreas Kahlert und Doris Gerken.
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Die „AllerKultur“ in Verden geht in die zweite Runde. Zum Vorbereitungsteam gehören (hinten, v.l.) Susanne Reinhardt, Silvia Voige, Janina Jordis sowie (vorne) Andreas Kahlert und Doris Gerken.

Kurzfristig stampften Kulturschaffende in Verden 2020 die Veranstaltungsreihe „AllerKultur“ aus dem Boden. Jetzt, im zweiten Jahr von Corona, gibt es eine Neuauflage.

  • „AllerKultur“ in Verden geht in die zweite Runde.
  • Kulturschaffende von Stadt, Stadthalle, Stadtbibliothek und dem Verein Tintenklecks planen kleine, flexible Veranstaltungen für ein möglichst großes Publikum.
  • Trotz Corona sind die Organisatoren zuversichtlich, dass die Umsetzung gelingt.

Verden – Sie verstehen sich als Kultur(mut)macher und wollen „möglichst viel für viele“, wie Silvia Voige es formuliert. Gemeinsam mit dem Verein Tintenklecks, dem Förderkreis der Stadtbibliothek und der Stadt Verden arbeitet die Veranstaltungsleiterin der Stadthalle an der zweiten Auflage von „AllerKultur“.

Dabei legt die Gruppe großen Wert auf die Feststellung, dass sie nicht in Konkurrenz stehen will zu anderen Initiativen in der Stadt: die „Maiklänge“ am Domgymnasium, die Reihe „Open Stage“ auf dem Rathausplatz, die Open-Air-Konzerte des Vereins Verdener Jazz- und Blues-Tage oder das Projekt „Kunstlabor“. „AllerKultur“ versteht sich als Ergänzung.

„Unser Leben bleibt bunt und lebenswert“, sagt Silvia Voige und klingt dabei fast ein bisschen trotzig. Kultur gehört für sie unbedingt dazu. „Sie ist systemrelevant“, steht für sie unumstößlich fest.

Kultur möglich machen im Rahmen dessen, was gerade geht

Die ersten fünf Veranstaltungen dieser Reihe stehen bereits. Sie richten sich vornehmlich an Kinder beziehungsweise Familien. Geplant sind jedoch wieder Angebote für jedes Alter. Stets unter der Prämisse, „Kultur zu ermöglichen im Rahmen dessen, was gerade geht“, so Voige.

Dabei „geht“ gerade noch gar nichts. Kulturelle oder gar Großveranstaltungen sind schlichtweg nicht erlaubt. Und nach den vielen Absagen im zurückliegenden Jahr sind die Menschen zurückhaltend beim Schmieden von Plänen. „Null Kartenvorverkauf“, meldet Voige denn auch für die Stadthalle. Dabei ist der Terminkalender für die Monate ab September gut gefüllt.

Menschen haben Sehnsucht nach Zerstreuung

Gleichwohl haben Voige und ihre Mitstreiter, Janina Jordis (Förderkreis Stadtbibliothek), Doris Gerken und Andreas Kahlert (Tintenklecks) und Susanne Reinhardt von der städtischen Kulturförderung schon bei der ersten „AllerKultur“ eine große Sehnsucht bei den Menschen festgestellt. Nach Normalität. Nach Zerstreuung. „Die Leute waren dankbar, haben das gerne angenommen und sich sicher gefühlt“, erinnert sich Silvia Voige an Magie, Musik und Theater im vergangenen Jahr.

Um Abstände im Publikum besser gewährleisten zu können, fanden viele der „AllerKultur“-Veranstaltungen draußen statt. Dabei seien manche Orte überhaupt erst als Spielstätten entdeckt worden, berichtet Doris Gerken und nennt neben dem Mehrgenerationenhaus am Hoppenkamp die Wiese hinter der Stadtbibliothek als Beispiel. Unter dem grünen Dach der Bäume soll sie dieses Jahr erneut als „Spiel-Wiese“ für Kindertheater dienen.

Für ein Publikum mit 20 bis 60 Zuschauern

Voller Optimismus gehen die Akteure von „AllerKultur“ ans Werk. „Wir gehen fest davon aus“, beantwortet Silvia Voige die Frage danach, ob die Veranstaltungen denn tatsächlich stattfinden können.

Die Zuversicht kommt nicht von ungefähr. Geplant wird vor allem für ein überschaubares Publikum mit 20 bis 60 Personen. Und mit Künstlern, die keine umfangreiche Technik, kein aufwendiges Bühnenbild benötigen. „Schnellboote“ nennt Susanne Reinhardt sie lächelnd ob ihrer Flexibilität, mit der sie sich auf Spielorte und Zuschauer immer neu einstellen können.

Gleichzeitig erinnert die Kulturförderin der Stadt an die Not der Branche. „Die Künstler haben echte Existenzprobleme“, sagt sie. Insofern stillen Veranstaltungen nicht nur den Hunger nach Kultur. Susanne Reinhardt: „Das Programm schafft die Grundlage für Einkommen.“ „Man geht belebt weg“, hat Silvia Voige vergangenes Jahr nach dem Besuch von Konzert oder Theater bei sich festgestellt. Das mag dann wohl für beide Seiten gelten.

Von Katrin Preuss

Weitere Informationen

Der Terminkalender von „AllerKultur“ wird regelmäßig ergänzt beziehungsweise aktualisiert. Informationen dazu gibt es unter www.stadthalle-verden.de/aktuelles, www.verden.de/allerkultur, bei Facebook und Instagram, jeweils unter AllerKultur, sowie über den QR-Code auf den „AllerKultur“-Plakaten.

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