Bohrplatz für die Erdgasförderung in Verden-Walle?

In Walle brodelt es wieder

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Plant die Deutsche Erdöl AG (Dea/ehemals RWE Dea) einen neuen Bohrplatz für die Erdgasförderung in Verden-Walle?

Verden-Walle - Von Wiebke Bruns. Plant die Deutsche Erdöl AG (Dea/ehemals RWE Dea) einen neuen Bohrplatz für die Erdgasförderung in Verden-Walle? Der Konzern soll bereits Verhandlungen um ein Grundstück geführt haben, das nur wenige 100 Meter von Wohnhäusern entfernt liegt – linksseitig im Bereich des Ortseingangs aus Verden kommend.

Der Grundstückseigentümer soll die Angebote des Konzerns jedoch abgelehnt haben, doch ihm gehören nicht alle Flächen in dem Gebiet. Miriam Rohr hat zusammen mit ihrem Mann vor einem Jahr einen Hof an der Bundesstraße 215 gekauft. Sie hat von den Absichten der Dea erfahren und diese machen ihr Angst.

Das nach ihren Informationen favorisierte Grundstück liege nur rund 250 Meter hinter ihrem Hof. Sie fürchtet sich nicht nur vor möglichen ökologischen Folgen, sondern auch um die Gesundheit ihrer Familie und ihrer Mitbürger. „Die Folgen sind doch gar nicht absehbar, und die Waller wissen alle nichts von den Plänen“, sagt die Lehrerin.

Ortsbürgermeister Detlef Peterson hat am Montagabend eine Anfrage an die Dea gerichtet. Eine Antwort steht noch aus. Auf eine telefonische Anfrage dieser Zeitung sagte Dea-Pressesprecher Heinz Oberlach, dass ihm von konkreten Plänen für eine weitere Bohranlage und konkrete Absichten, Flächen dafür zu erwerben, nichts bekannt sei. Er will dies aber prüfen. Dass Mitarbeiter der Dea sich bei Landwirten um Flächen bemühen, sei üblich. Dies sei in Walle der Fall genauso wie in anderen Ortschaften der Landkreise Verden, Rotenburg, Heidekreis und Celle. Nicht weit entfernt von dem angeblich favorisierten Grundstück entsteht gerade das Neubaugebiet „Richtweg 2“. Die Vermarktung erfolgt über die Immobilien Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft (IVV), eine hauseigene Erschließungsgesellschaft der Kreissparkasse Verden. Mitarbeiter Ralf Bostelmann erklärte auf Nachfrage, dass ihm von Plänen für eine neue Bohranlage nichts bekannt sei. „Ich kann nichts dazu sagen“, so Bostelmann. Gleiches gilt für die Stadt Verden.

Miriam Rohr hat schon Kontakt zu der Bürgerinitiative „No Fracking“ in Völkersen aufgenommen. Von deren Erfahrungen und Wissen könnten die Waller profitieren, und Unterstützung von dort sei ihr schon zugesagt worden.

Sie sieht das Bekanntwerden der Pläne als Chance für Walle. „Dieser Landwirt war so fair, uns zu benachrichtigen. Aber es gibt in dem Bereich auch Wiesen, die anderen gehören“, sagt die Wallerin, und deshalb müssten alle im Dorf dringend informiert werden. Sie will keinen weiteren Bohrplatz und zeigt sich kämpferisch: „Ich werde alles tun, was nötig ist, um das zu verhindern.“ Dafür hofft sie auf die Unterstützung ihrer Mitbürger und diese können unter miriam_rohr@yahoo.de Kontakt mit ihr aufnehmen.

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