Warten auf die digitalen Tafeln

Busbahnhof Verden:
Fehlanzeige bei der Technik

Digitalen Anzeiger für An- und Abfahrtszeiten von Bus und Bahn.
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Derzeit nicht lieferbar: Die digitalen Anzeiger sollten eigentlich schon ab Oktober die Fahrgäste am Bahnhof Verden über An- und Abfahrtszeiten von Bus und Bahn informieren.

Komplett umgebaut wurde der Busbahnhof in Verden. Modern soll er sein und fortschrittlich. Doch irgendwas fehlt....

Verden – Kommt er nun, oder kommt er nicht? Hält er den Fahrplan ein? Wer am Busbahnhof in Verden auf seinen Anschluss wartet, wird bis zur Ankunft des Busses mit solchen Fragen im Ungewissen gelassen. Elektronische Tafeln, digitale Hinweise? Bislang: Fehlanzeige. „Es gibt Lieferengpässe“, bedauert Stephanie Weber vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün. Nils Wolter-von Deylen, Fachplaner Kraftverkehr bei „AllerBus“, gibt sich geduldig: „Ob jetzt oder im Frühjahr, wir sind vorbereitet, können technisch jederzeit einsteigen.“

Verdener Busbahnhof: Sieben Echtzeitanzeiger für 130.000 Euro

Übersichtliche Pflasterung, Warteinseln und Wetterhäuschen, so sieht es mit der Möblierung derzeit auf dem umgestalteten Bahnhofsvorplatz aus. Und eigentlich sollte da, wo die Busse halten, sowie in den Zufahrten in Leuchtschrift zu lesen sein, was den Fahrgast brennend interessiert: Schaffe ich den nächsten Bus, krieg ich den Anschluss oder muss ich mich in Geduld üben? Eigentlich sollten die Fragen längst beantwortet werden. Insgesamt sieben, darunter sechs kleinere und einen größeren, sogenannte Echtzeitanzeigern hat die Stadt in Auftrag gegeben. Die Ausschreibung, so wie gesetzlich vorgeschrieben, war im Januar vergangenen Jahres rausgegangen. Den Zuschlag für den Auftrag bekam im März eine Berliner Firma. Gesamtvolumen des Anzeiger-Auftrages: circa 130. 000 Euro.

Firma aus Berlin hat Lieferengpässe

Wo die Geräte in den Dienst gehen, der Plan steht bereits länger fest. „Die kleineren Anzeiger im Bereich der Einfahrt und auf den Mittelinseln, der größere in Richtung Bahnhof, im Bereich der Fahrradabstellanlage“, erklärt Stephanie Weber. Sinnvoll, weil dann auch die mit dem Zug ankommenden Reisenden lesen könnten, was an- oder auch nicht ankommt.

Bis es so weit ist, müssen die Reisenden sich allerdings noch gedulden. Eigentlich sollten die Anzeiger schon ab Oktober die Echtzeiten der Busse funken. „Die Berliner Firma hatte uns den Aufbau fest zugesagt, nun gibt es, wie derzeit überall, Lieferengpässe. Es fehlen elektronische Bauteile“, sagt Weber. Jetzt heißt es warten bis nächstes Jahr: Neuer Termin ist im März 2022.

ZOB in Verden: Anzeiger sollten ab Oktober Daten liefern

Das Unternehmen „AllerBus“ steuert den ZOB am Bahnhof täglich und fast rund um die Uhr mit einer ganzen Flotte von Bussen an. Fachplaner Nils Wolter-von Deylen sitzt in der Zentrale und hat sämtliche Linien auf den Bildschirmen im Blick. Jede Verzögerung, jede „Echtzeit“, also der Zeitpunkt, an dem der Bus da ankommt, wo er hin soll, kann er aus dem Stegreif nennen. Gibt’s Verzögerungen, klingelt auch schon mal das Telefon und ein ungeduldiger Fahrgast ist dran. „Kommt aber immer seltener vor, weil die meisten sich mittlerweile per VBN-App auf dem Handy informieren.“ Mit dem Dynamisches-Fahrgast-Informationssystem (DIF) betritt der VBN im Landkreis Verden Neuland. „Technisch ist das für uns kein Problem. Die Daten laufen vom jeweiligen Bus per GPS auf die Plattform eines Dienstleisters in Berlin und werden dann automatisch auf die Anzeiger gespielt“, so Wolter-von Deylen. Werden die Anzeiger im März geliefert, kann sofort gefunkt werden. „Das GPS läuft schon jetzt, die Fahrer haben damit nichts zu tun, brauchen keine Knöpfe zu drücken.“ Und Wolter-von Deylen stellt noch einen weiteren Service in Aussicht. „Nach dem ZOB sollen die Fahrgäste auch an der Bushaltestelle am Johanniswall, vor dem Kreisel, per DIF auf dem laufenden gehalten werden.“ Wenn es denn bis dahin mit der Lieferung der Technik klappt.

Die Anschlüsse für die Technik sind bereits verlegt. An den Haltestellen sowie im Bereich des Bahnhofes werden Anzeiger stehen.

„Allerbus“ funkt die Daten automatisch per GPS

Lässt die moderne Technik am ZOB noch auf sich warten, stehen weitere „Möbel“ für den Vorplatz noch auf der Liste. Auf die Mittelinsel, auch das ist beschlossen, kommt mehr Licht. Die Masten mit LED-Lampen sind bestellt, sollen bei Dunkelheit für mehr Sicherheit sorgen. In der Pflicht sieht sich der Fachbereich Straßen und Stadtgrün zudem, mehr Grün in die versiegelten Flächen des ZOB zu holen. „Alle Wartehäuschen werden bepflanzt. Die Dächer sind gartentauglich“, so Weber. Der Fachausschuss hatte die Idee auf den Weg gebracht, um in Zeiten des Klimawandels ein Signal zu setzen.

Grün kommt auf die Wartehäuschen

Handwerker sind derzeit zudem im Randbereich des Busbahnhofes bei der Arbeit. Angepasst wird die Führung des Behindertenstreifens vom benachbarten Park & Ride-Platzes. Ein Betroffener hatte den reibungslosen Übergang angemahnt. Apropos Park & Ride-Platz: Die Anlage lässt optisch nach wie vor zu wünschen übrig. Das Pflaster uneben, hier und da ausgebessert. Das weiß auch der Fachbereich. Noch stehe nicht fest, was da passieren soll. Bis dahin bleibe es beim Flickenteppich.

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