Neue Selbsthilfegruppe bildet sich unter dem Dach der Verdener Kontaktstelle

Mobbing-Opfer helfen sich gegenseitig

In der Kontaktstelle für Selbsthilfe laufen bei Heike Hansmann (li.) alle Fäder zusammen. - Foto: Niemann

Verden - „Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die unter Mobbing leiden“, sagt Petra S.. Deshalb hat sie sich entschlossen, mit Unterstützung von Heike Hansmann von der Kontaktstelle für Selbsthilfe (KoSe) im Kirchenkreis Verden die Selbsthilfegruppe „Stoppt Mobbing“ für die Opfer und deren Angehörige zu gründen. Die 45-Jährige, die seit über 20 Jahren bei einem Unternehmen im Kreisgebiet beschäftigt ist, nimmt ihre eigenen Erfahrungen zum Anlass, sie in einer Selbsthilfegruppe zu thematisieren. „Ich möchte informieren und aufklären und gezielte Hilfe anbieten“, sagt sie.

Mobbing ist keine Krankheit, aber es macht krank, denn die permanente Stressbelastung wirkt sich negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit aus. Petra S. etwa leidet unter Schlafstörungen, Magen- und Kopfschmerzen, und das wiederum führt zu Kreislaufbeschwerden, Identitäts- und Selbstwertkrisen.

„Das kommt nicht von heute auf morgen, es ist vielmehr ein langsamer, schleichender Prozess“, sagt sie. Und so hatte die kaufmännische Angestellte es zunächst auch gar nicht mitbekommen, dass sie gemobbt wurde. „Es wurde mir erst nach und nach klar, dass man mich weghaben wollte.“ Es hat Jahre gebraucht, bis S. einsehen musste, dass es in ihrem konkreten Fall nicht um Konflikte sondern um Mobbing geht. Aber da hatte sie schon so viel Kraft verbraucht und sich an der Frage, ob sie nicht doch selbst Schuld habe oder anderen aufgerieben.

Wichtig ist S. die Feststellung, das Mobbing jeden treffen kann und das es ebenso von Kollegen als auch von Vorgesetzten ausgehen kann. Ihre Überzeugung ist: Wer zum Mobbing-Opfer wird, der macht höllische Zeiten durch. „Der Austausch mit anderen Betroffenen kann aber helfen“, sagt sie. Das Gründungstreffen der Gruppe „Stoppt Mobbing“ soll am Dienstag, 23. August, um 19 Uhr in den Räumen der Awo, Jahnstraße 1, stattfinden. Interessierte Betroffene können sich unter der Rufnummer 04238/7883158 anmelden und weitere Informationen einholen. Eine Anmeldung ist außerdem per E-Mail unter selbsthilfe.verden@evlka.de möglich.

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