CDU-Kreisvorsitzender stellt Hella Bachmann als mögliche Nachfolgerin vor

Mit neuen Köpfen ins Wahljahr

Ein weiteres Wahljahr naht. Im Oktober wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Die CDU im Landkreis Verden stellt erste personelle Weichen.

Hella Bachmann und Adrian Mohr präsentierten ihre Pläne in Verden.

Verden – „Da passt alles zusammen“, sagte Hella Bachmann. Für die CDU-Politikerin aus Etelsen ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für vieles. Und was sie sich für das kommende Jahr vorgenommen hat, ist ambitioniert. Gerade erst im September in den Kreistag gewählt, bewirbt die 45-Jährige sich für den Vorsitz im CDU-Kreisverband und will auch für den Wahlkreis im Herbst in den Landtag einziehen. Mit dem Noch-Vorsitzenden Adrian Mohr, der sich im Wahlkampfjahr auf die Geschäftsführung der CDU-Fraktion im Leineschloss konzentrieren will, stellten die beiden Christdemokraten ihre Pläne vor.

Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landtag

„Eigentlich ist es gut, wenn so etwa alle zehn Jahre der Vorsitz wechselt“, sagte Mohr beim Pressegespräch im Hotel Höltje. Neue Ideen und neuer Elan täten der Arbeit gut. Nun waren es bei ihm sogar dreizehn Jahre an der Spitze des Kreisverbandes, und er ist durchaus stolz auf den Zustand, in dem er seinen Verband übergeben kann. „Die Kreis-CDU hat einen guten Trend“, hat der Dörverdener beobachtet. Wenn es gerade gut läuft, schneide sie im Landkreis Verden bei Wahlen noch ein Stückchen besser ab als die anderen, und wenn Wahlen Verluste bringen, seien sie geringer.

Die Bilanz betrachtet er mit einigem Stolz. Das bedeute aber ja nicht, dass ein neues Team nicht noch etwas mehr erreichen könne, andere Menschen ansprechen. Und so passte es, dass die Etelserin sich meldete, als er sich entschlossen hatte, weder für den Landtag noch für den Kreisvorsitz erneut zu kandidieren. „Ich mache meinen Job als Fraktionsgeschäftsführer in Vollzeit, und ich mache ihn gern. Da wird meine Energie für den Wahlkampf für die Landtagswahl gefordert sein, der wird stressig und intensiv“, erläuterte Mohr, welche Beweggründe er für seine Entscheidung hatte. Ein Rückzug aus der Politik sei das also nicht, auch gehe er nicht auf Distanz zu seiner Partei. „Im Gegenteil, ich würde die Arbeit gerne in der nächsten Legislaturperiode fortsetzen.“ Ob das aber klappt, hänge von der Wahl im Oktober ab, und von denen, die dann in der Fraktion sitzen. Sein Zeitvertrag endet mit der Wahl.

Mit 19 das erste Mal im Gemeinderat

Das Interesse von Hella Bachmann, so bekannte Mohr, habe ihn gefreut. Als eine, die getreu dem alten Motto der Jungen Union „mitmacht statt miesmacht“ habe sie sich als mögliche Nachfolgerin für den Dörverdener qualifiziert. Als eine, die Probleme aufgreift und anpackt, sieht sich auch Hella Bachmann. In die Politik hat es die gelernte Kauffrau schon früh nach dem Abitur am Domgymnasium gezogen. „Mit 19 war ich zum ersten Mal im Etelser Ortsrat und im Langwedeler Gemeinderat“, erzählt sie. Zwischenzeitlich war sie politisch etwas kürzer getreten. Da stand die Familienphase an, der Ehemann und ihre beiden Kinder, aber auch der Hof, mit dem sie sich selbstständig gemacht hatte und später das Hotel, das sie seit 15 Jahren betreibt.

„Ich habe vieles erlebt“, sagt sie. Das Leben im Außendienst als Angestellte bei Brauereien, aber eben auch als Unternehmerin mit Personal. Das sei vor allem in den zurückliegenden eineinhalb Corona-Jahren zeitweilig sehr schwierig gewesen. Einkommen sei weggebrochen, Mitarbeiter musste sie in Kurzarbeit schicken. „Wir mussten unsere Brötchen etwas kleiner backen“, beschreibt sie, wie da auch Ansprüche zurückgefahren werden mussten.

„Ich bin offen, wissbegierig und kann zuhören“

Auch wenn sie im Kreistag im Schulausschuss sitzt und sich hier und da schon mal mit Umweltprojekten befasst hat, will Bachmann nicht mit vorgefassten Zielen in den Landtag. „Ich bin offen, wissbegierig und kann zuhören“, sagt sie. Sie wolle Probleme erkennen und „anpacken“. So wie sie den Langwedeler Schülern stets mit viel Engagement geholfen habe, ihre Probleme bei der Suche nach Praktikumsplätzen zu lösen.

Die Entscheidung auf Bundesebene jedenfalls, mit der Friedrich Merz den Parteivorsitz übernehmen wird, unterstützt die Etelserin. Das sei ein Aufbruch, sagt Bachmann, die selbst ein bisschen wie in einem Aufbruch wirkt. Die Kinder, 14 und 17 Jahre, benötigten nicht mehr soviel Aufmerksamkeit erklärt sie.

Kreisparteitag im nächsten halben Jahr

Vorwegnehmen will Adrian Mohr die Entscheidung der Mitglieder über den Vorsitz des Kreisverbandes allerdings nicht. „Bis zum Kreisparteitag sind alle Interessierten willkommen“, betont er. Auch wenn es besser wäre, dass sich die Kandidaten vorher in den Ortsverbänden vorstellen würden, könne auch in der Sitzung noch jemand aufstehen und einen Kandidaten vorschlagen. Der Parteitag, der Mohrs Nachfolge festlegt, soll noch im ersten Halbjahr angesetzt werden. Auf die Landtagskandidatur müssen sich Mitglieder und Bewerber etwas zügiger vorbereiten. Die Nominierung müsse spätestens im April erfolgen. Anfang Mai, würden die Listen aufgestellt, wusste Mohr.

Von Ronald Klee

Rubriklistenbild: © klee

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