„Mit Handy ins Mittelalter – Eine Begegnung mit HvB“: Domgymnasiasten setzen sich mit Hildegard von Bingen auseinander

Eine bemerkenswerte Gesamtleistung

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Sehr beeindruckend: der Chor der Nonnen.

Verden - Vor interessierten Publikum haben die Abiturienten des Seminarfachs „Musik und Gender“ am Domgymnasium eine beachtliche Leistung gezeigt. Visionen und Musik der heiligen Hildegard standen dabei im Mittelpunkt des szenischen Bühnenstücks „Mit Handy ins Mittelalter – Eine Begegnung mit HvB“, das 15 Schüler konzipiert organisiert und schließlich zur Aufführungsreife gebracht haben.

Das Stück erinnerte an die Wurzeln der Hildegard von Bingen und reflektierte dabei vor allem die Sicht von Frauen. Die Gottesfrau, Visionärin, Mystikerin, Heilerin und Gründerin eines Frauenklosters hat im 12. Jahrhundert gelebt. Mit ihrem Wirken hat die mutige, selbstbewusste Frau Geschichte geschrieben. Bis heute macht sie anderen Frauen Mut, das Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Immer wieder, so schrieb sie einst, stellten sich Bilder vor ihrem geistigen Auge ein, „nicht im Traum, sondern wachen Geistes“, wie sie betonte. Woher diese Bilder kamen, ist für Gläubige bis heute keine Frage. Sie akzeptieren die himmlische Herkunft so, wie sie von Hildegard beschrieben wurde. Die Seminarschüler brachten kritisch auch eine weitere Möglichkeiten ins Spiel. Könnte es bei der Frau, die um bewusstseinserweiternde Kräuter wusste, nicht auch an deren Wirkung liegen?

Begleitet von viel Musik, hat sich die Inszenierung mit der Persönlichkeit dieser außergewöhnlichen Frau beschäftigt. Freiheit, Würde, Identität, der Willen, etwas aus ihrem Leben zu machen, standen im Fokus der Aufführung über diese Frau. Vielleicht wäre sie eine Nonne unter vielen geblieben, hätte sie ihre Visionen und Erkenntnisse, die sie seit frühester Kindheit begleitet haben, nicht aufgeschrieben. Denn erst als Hildegard es wagte, ihr Wissen zu offenbaren, wandten sich andere an sie und sie durfte sogar den Kaiser beraten.

Theateraufführung am Domgymnasium

Inspiriert von Biografien und wissenschaftlichen Arbeiten schufen die Schüler des Seminarfachs die einzelnen Theaterbilder und machten damit den Mensch Hildegard von Bingen ein Stück weit lebendig. Bestechend war an der Inszenierung vor allem, dass es den Schülern auf spielerische Art gelang, das Wissen um Hildegard von „Wer war das gleich nochmal?“ Bingen zu erweitern. Denn wohl kaum jemand im gut besetzten Auditorium hatte zuvor um die erstaunliche Vielseitigkeit der Heiligen gewusst.

Der Hut gezogen gehört daher vor der Textmenge, die einige Schüler (Nele Mahnke als Hildegard von Bingen, Viviane Preuß als zweite Nonne, Justus Wahlers als Abt sowie Betty Feder, Maita Beglau, Maximilian Grimmer), neben den Vorbereitungen fürs Abitur zu lernen hatten.

Die vielen kleinen Szenen, die – teils eigens komponierte – Musik, der Auftritt eines Frauenchors, die Lichtführung durch die Technik-AG und nicht zuletzt die wechselnden Spielorte in der Aula des Domgymnasiums und in der St. Andreaskirche haben abseits der bemerkenswerten Gesamtleistung eine dichte Atmosphäre geschaffen, die diese bemerkenswerte Frau ein Stück weit lebendig werden ließ.

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