Konzertante Arien von „Il Cortegiano“/ Die Reihe der Sommerkonzerte nimmt Fahrt auf

Mit den Stimmen der Instrumente

Erleichtert: Domkantor Tillmann Benfer.
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Erleichtert: Domkantor Tillmann Benfer.

Verden – Corona hat auch die Sommerkonzerte im Dom ausgebremst. So gab es in diesem Jahr erst zwei Konzerte dieser Reihe. Kirchenmusikdirektor Tillmann Benfer begrüßte das zahlreich erschienene Publikum. Zu Gast war das Ensemble „Il Cortegiano“ mit Britta Hauenschild (Traversflöte), Stefan Möhle (Blockflöte), Laura Frey (Viola da gamba) und Andreas Düker (Theorbe und Barockgitarre). Unter dem Titel „Arie Concertate – Arien instrumental” brachte das Quartett instrumentale Madrigale und Arien bedeutender Komponisten aus dem Früh- und Hochbarock zu Gehör.

Schon seit der Renaissance ist es üblich, die eigentlich für den Gesang komponierten Arien auf ein Instrument zu übertragen. Das Ensemble Il Cortegiano folgte in seinem Programm somit einer alten Tradition. Damit das Publikum sich besser in die Musik einfühlen konnte, wurden vor jedem Stück die Liedtexte vorgetragen.

Geistliche und weltliche Kompositionen von Claudio Monteverdi, Henry Purcell, Alessandro Piccinini, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach präsentierten die Musiker. Dem Ensemble gelang es hervorragend, mit den Instrumenten die unterschiedlichen Stimmungen der Stücke einzufangen. Der Bogen reichte vom Gesang eines Vogels in Monteverdis „O come sei gentile“, dem gepriesenen lieblichen Schatten einer Pflanze in Händels „Ombra mai fu“ über „For unto us a Child is born“ aus Händels „Messiah“ bis zu den erhabenen Kantaten „Wo wird in diesem Jammertale“ und „Jauchzet Gott in allen Landen“ von Johann Sebastian Bach.

Das Publikum wurde von den zarten Tönen in den Bann gezogen und spendete am Ende denn auch herzlichen Applaus.

Tillmann Benfer zeigte sich im Gespräch nach dem Konzert erleichtert, dass die Reihe der Dommusiken jetzt fortgesetzt werden kann. „Wir mussten natürlich einiges streichen oder auf das nächste Jahr verschieben. Lange wussten wir nicht, wann wir wieder anfangen können“, erläuterte er.

Die Umsetzung der gesetzlichen Auflagen habe sich dann aber schnell eingespielt und ein Großteil des geplanten Programms könne bis Ende September aufgeführt werden. „Das Chorkonzert muss natürlich ausfallen, da Chorproben noch nicht möglich sind“, bedauert der Kirchenmusikdirektor. Einen Hoffnungsschimmer sieht er aber für die im Dezember geplante Aufführung des Weihnachtsoratoriums. „Es wäre schön, wenn wir für die Chöre wenigsten eine große Sache machen könnten.“

Besser sieht es für die Bläser aus. Nach den Sommerferien sind wieder normale Proben möglich. So kann der Posaunenchor des Doms das vorletzte Sommerkonzert am 17. September bestreiten. „Es ist für die Musiker wichtig, dass sie ein Ziel haben, auf das sie hinarbeiten können“, weiß Benfer.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sommerkonzerte steht Orgelmusik auf der gerade restaurierten Hillebrand-Orgel. So lautet der Titel des nächsten Sommerkonzertes am Donnerstag, 30. Juli, auch „Die Hillebrand-Orgel in frischem Glanz“. „Die Generalüberholung hat sich wirklich gelohnt. Unter anderem hat die Orgel ein neues 32-Fuß-Register bekommen. Das liegt eine Oktave unter dem Kontrabass. Diese Töne spürt man im Bauch“, erklärt Benfer. Im Rahmen des Konzertes in der nächsten Woche wird er erklären, was im Einzelnen an der Orgel gemacht wurde. Wahrscheinlich sind auch zwei Orgelbauer anwesend.  ahk

Das Ensemble Il Cortegiano führte Madrigale und konzertante Arien bedeutender Komponisten aus dem Früh- und Hochbarock instrumental auf.

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