Gleichstellungsbeauftragte und Präventionsräte gegen Gewalt an Frauen

Mit Brötchentüten kämpft Verden gegen Übergriffe auf Frauen

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird heute überall auf der Welt mit Aktionen begleitet. Im Landkreis Verden ist es wieder die erfolgreiche Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“.

Für die Tüten-Aktion setzen sich Dr. Kathrin Packham, Mareike Tari und Marlies Meyer (vorne v.l.) mit Dr. Angelika Saupe und Mareike Hosang (hinten, v.l.) ein.

Flyer bleiben oft unbeachtet, doch druckt man die Hilfsangebote stattdessen auf Brötchentüten, erhöht sich die Verbreitung um ein Mehrfaches. Davon sind die Teilnehmerinnen an der Aktion überzeugt. Zum heutigen internationalen Tag kommen Brötchen in eine Tüte, die mit hilfreichen Telefonnummern von Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen versehen sind. Bis einschließlich Sonnabend sollen nach Vorstellung der Initiatorinnen 41 000 der rotbraunen Brötchentüten über die Ladentheken der Bäckereien Wöbse, Baalk, Rotermundt, Tamke, Brotkate, Sammann, Schäfers, Orlamünde, Barnstorff, Haferkamp, Holste und Garde gehen, und zwar landkreisweit.

Zuviel Übergriffe in alle gesellschaftlichen Schichte

„Es gibt immer noch viel zu viel Gewalt gegen Frauen und Mädchen“, wie die Gleichstellungsbeauftragten aus Verden, Achim und Ottersberg, Dr. Kathrin Packham, Dr. Angelika Saupe und Marlies Meyer und die Geschäftsführerinnen der Präventionsräte Verden und Achim, Mareike Tari und Mareike Hosang, unisono im Pressegespräch betonten. Und die offiziellen Zahlen der jüngsten regionalen Kriminalstatistik geben ihnen leider Recht.

„Gerade Corona hat einen erheblichen Zuwachs an Meldungen häuslicher Gewalt gebracht, während andere Delikte wie beispielsweise Einbrüche stark rückläufig waren“, wussten Tari und Packham aus der jüngsten Vollversammlung des Verdener Präventionsrates zu berichten.

Die Brötchentütenaktion, die im vergangenen Jahr bereits erfolgreich in Verden durchgeführt wurde, solle betroffenen Frauen Mut machen, sich zu melden und sich Hilfe zu holen, aber insbesondere auch die Aufmerksamkeit von Nachbarn oder Freunden wecken, nachzufragen und nicht wegzuschauen, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt. ,,Es geht nicht um Anschwärzen, diese Sorge von Unbeteiligten ist uns bekannt. Aber wenn es nebenan poltert und man vielleicht sogar laute Streitigkeiten vernimmt oder sogar Schreie hört, sollte man Zivilcourage zeigen und selbst im Zweifelsfall lieber doch die Polizei rufen“, rät Hosang. „Lieber einmal zu viel als zu wenig“, stimmen die Mitstreiterinnen zu und verdeutlichen, dass sich die Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen durch alle Gesellschaftsschichten zieht.

Zugang zur Hilfe finden - auf der Tüte

„Frauen, die keinen Zugang zu Hilfsangeboten haben, trifft es besonders hart. Gerade auch sie wolle man mit dieser Aktion erreichen und informieren“, so der Tenor der Frauen, die zudem von einer erheblichen Dunkelziffer von Gewalt gegen Frauen ausgehen. Dass die Aktion wirkt, habe die auf Verden beschränkte Brötchenaktion im vergangenen Jahr gezeigt. „Ich habe mich damals in mehreren Bäckereien erkundigt“, berichtet Mareike Tari, „und mir wurde von mehreren Verkäuferinnen bestätigt, dass die Tüten-Informationen gelesen und darüber gesprochen wurde.“

Die Initiatorinnen hoffen nun, dass ihre gemeinsame bewusst niedrigschwellig angelegte Aktion außerdem dazu beitragen kann, dass Thema Gewalt aus der Tabuzone hinaus ins Bewusstsein der Menschen zu tragen. Damit solle zu einem die Scheu Betroffener gemindert und zum anderen der Mut Außenstehender gestärkt werden, bei entsprechenden Verdachtsmomenten nicht wegzuschauen, sondern helfend einzugreifen.  nie

Rubriklistenbild: © Niemann

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