Gesundheitsamt im Außendienst

Mission Corona-Schutz: Im Einsatz für die Einhaltung der Regeln

Leute im Straßencafé in der Verdener Fußgängerzone.
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In der Außengastronomie kann man es sich maskenfrei gut gehen lassen, wenn man am Platz ist.

Landkreis – Maskenpflicht, Abstandsregeln und Quarantänebestimmungen. Die Begeisterung darüber, was die Pandemie ihnen abverlangt, hält sich bei vielen in Grenzen. Wenn aber manche ihre Verweigerung übertreiben und womöglich sich und andere gefährden, treten Ordnungshüter auf den Plan. Anfangs hatte die Polizei die Aufgabe allein, aber auch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sind seit Monaten unterwegs und sorgen für die Einhaltung der Corona-Schutz-Maßnahmen.

„Nur schnell den Brief zur Post“: Diese kleine Besorgung in der Verdener Innenstadt wurde für einen Touristen auf Städtetour zu einer teuren Angelegenheit. 125 Euro soll er zahlen, weil er ohne Maske auf dem Rathausplatz unterwegs war. „Auf dem Wochenmarkt“ lautet der Vorwurf auf dem Bußgeldbescheid, der ihm zugeschickt wurde. „Da trug keiner eine Maske“, war sein Eindruck. Der Münchner fühlt sich unfair behandelt, aber die Ordnungshüter blieben hart.

Besucher sollen nicht abgeschreckt werden

„Wir wollen natürlich keine Besucher abschrecken“, sagt Philipp Rohlfing. Das sei nicht im Interesse der Stadt. Der Fachbereichsleiter im Verdener Rathaus ist aber zwiegespalten, seine Aufgabe ist nun einmal, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Und das machen seine Außendienstmitarbeiter auch, wenn sie Verwarnungen oder Bußgelder für Falschparker oder dergleichen ausstellen. Hier aber seien eher Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Einsatz gewesen, vermutet Rohlfing.

„Woher sollte ich denn wissen, dass man da Maske tragen muss? Schilder habe ich nicht gesehen und, dass da ein Markt war, war kaum zu erkennen“, schilderte der bajuwarische Anrufer sein spezielles Verden-Erlebnis. Er sei nur an den Tischen der Außengastronomie vorbei auf den Rathausplatz gelangt. „Da saßen Menschen beim Kaffee, eine Maske trug niemand.“

Und ja, auch ein Fahrzeug habe er gesehen, von dem Obst und Gemüse aus angeboten wurde. „Ein Laster mit ein paar Tomaten darauf“, war sein Eindruck. Aber eigentlich habe er nur das Gelb der Post im Blick gehabt, und seinen Brief, der fristgerecht abgehen sollte.

Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt

Ja, und dann seien diese drei Leute ganz gezielt auf ihn zugekommen. Mit dem Vorwurf, dass er gegen die Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt verstoßen habe und der happigen Geldforderung ließ das Trio den Mann dann wenige Minuten später zurück. Seine Erklärungen und Einwände hatten ihm nichts geholfen.

„Ich bin ortsfremd“, gibt der Anrufer zu und sein bayrischer Akzent scheint das zu bestätigen. Seinen Namen nennen möchte er nicht, er will nur einiges zu Bedenken geben und erreichen, dass mögliche Leidensgenossen noch rechtzeitig gewarnt werden, sagt er.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Der Mann hatte mittlerweile herausgefunden, dass sich die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem Wochenmarkt aus einer Allgemeinverfügung des Landkreises ergibt. „Aber woher soll man das denn wissen, wenn man von außerhalb kommt?“, beschwert sich der Mann. Für den städtischen Fachbereichsleiter ist die Antwort dagegen eindeutig. „Da sind Schilder, die auf die Maskenpflicht hinweisen, zumindest an den Hauptzugängen zum Markt“, stellt Philipp Rohlfing klar. Masken müssten auf dem Markt aber bereits seit Wochen wieder getragen werden. „Auch ohne Schilder.“

Corona-Wächter mit Augenmaß

Allerdings seien die Ordnungshüter nicht seine Mitarbeiter gewesen, widerspricht der Fachbereichsleiter dem Vorwurf des Stadttouristen. Die hätten andere Aufgaben. Die Einhaltung von Corona-Regeln würden Außendienstmitarbeiter des Gesundheitsamtes überwachen. Nach Rohlfings Eindruck würden aber auch die ihre Aufgabe mit Augenmaß erfüllen.

Und genau so beschreibt auch Berit Härthe die Aufgabe der Mitarbeiter. Seit vergangenem November seien in Diensten des Landkreises Kollegen unterwegs, die für das Gesundheitsamt Leute auf der Straße in Sachen Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie beraten, Kontrollen durchführen und auch die Einhaltung von Quarantäne-Bestimmungen überwachen.

Anfangs, so berichtet die Leiterin des Verwaltungsdienstes Corona beim Gesundheitsamt, hätten vier Kollegen im Außendienst gearbeitet, später zwei, aber ab September käme noch eine Teilzeitkraft hinzu. Härthe konnte bestätigen, dass ihre Hauptaufgabe nicht das Verhängen von Bußgeld sei. „Das sollen sie mit Augenmaß machen“, berichtet sie. Erst, wenn die Situation eskaliere, die Angesprochenen sich trotz Aufforderung weigerten, könne es sein, dass sie auch ein Bußgeld verhängen.

Die Höhe der Strafe allerdings könnten die Mitarbeiter dann nicht mehr beeinflussen. „Das richtet sich nach dem damals beschlossenen Bußgeldkatalog des Landes“, erklärt Härthe. Die Sätze fingen mit 100 Euro an. Und wenn dann noch die Gebühren hinzukämen, laufe das auf knapp 125 Euro hinaus, bestätigte sie den Bericht des Anrufers.

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