100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs

Forum der Kreisbehörde zur Wiederbelebung

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Gewusst wie: Expertinnen der AWK erklären die richtigen Handgriffe und erklären die Anwendung eines Defibrillators.

Verden - Auf den Blutdruck und auf die Cholesterinwerte achten, sich regelmäßig sportlich betätigen, bewusst ernähren und mit dem Rauchen aufhören – das waren die wichtigsten Tipps, die Ralf Weßel, Chefarzt für Innere Medizin, Kardiologie, Gastroenterologie und Internistische Intensivmedizin und sein Kollege Andreas Vagt, Chefarzt für Anästhesie und Operative Intensivmedizin der Aller-Weser-Klinik Verden, am Mittwochabend zahlreichen Besuchern im Kreishaus mit auf den Weg gaben.

Circa 100 Interessierte nutzten das Forum der Kreisbehörde, um sich im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung über das Thema „Ein Leben retten – 100 PRO Reanimation“ zu informieren. „Herzstillstand? Wie reanimiere ich im Notfall?“, dazu referierten mehrere Ärzte in der gemeinsamen Veranstaltung von Aller-Weser-Klinik, DRK-Kreisverband Verden, Johanniter Unfallhilfe, Ortsverband Verden und Landkreis Verden. Zunächst informierten die Experten in Kurzvorträgen über Ursachen, Symptome und Gefahren akuter Herzkrankheiten sowie über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen im Notfall. Anschließend wurde die Theorie unter professioneller Anleitung geübt und umgesetzt. „Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute“, sagte Vagt. Laienhelfer könnten Leben retten. Leider wüssten diese oft nicht, was zu tun sei.

Und je schneller und besser Ersthelfer reagierten, desto höher die Überlebenschancen eines Betroffenen. Die lebensrettende Devise laute „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atme. Unter der Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen, dann fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis die Rettung eintreffe. Weßel: „Um den Rhythmus bei der Herzdruckmassage zu finden und einzuhalten, hilft es, sich etwa den Refrain des Disco-Klassikers ,Stayin alive' von den Bee Gees ins Gedächtnis zu rufen. Der weist ungefähr 100 Beats pro Minute auf.“ Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laien könnten heute viele Menschen noch leben – die Statistik spreche von jährlich 10.000 Personen, sagte Vagt.

Aktionstag zur Wiederbelebung in Verden

 Dann wurde der vorherrschenden Hilflosigkeit der Teilnehmer auf die Sprünge geholfen und in acht Kleingruppen unter professioneller Anleitung durch Mediziner und Rettungskräfte die richtigen Handgriffe an Puppen und die Handhabung eines Defibrillators geübt. Außerdem erfuhren die Teilnehmer, dass die Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung, vor der sich viele scheuten, bei der Wiederbelebung eher zweitrangig sei. „Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.“ Doch was, wenn etwas falsch läuft? „Kann mich ein Betroffener verklagen, wenn ich ihm bei der Reanimation eine Verletzung zufüge“, fragte zum Beispiel eine Frau. Die Frage kennen Ärzte und Rettungskräfte. „Helfer haben oft Angst, etwas falsch zu machen, aber falsch verhält sich nur, wer nicht hilft. Schlimmstenfalls wird eine Rippe brechen. Aber das ist nichts im Verhältnis zu dem, wenn man nicht hilft“, so Weßel. - nie

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