Minou Frisch ist in der Kita der Domgemeinde Expertin für Sprachentwicklung / Eines Morgens aufgewacht…

Eine Erzieherin mit besonderer Lebensfreude

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Minou Fritsch ist glücklich, wenn Kinder lachen und sich wohlfühlen.

Verden - Eines Morgens ist sie aufgewacht und hat gewusst: Ich werde Erzieherin. Das war kurz vor ihrem Realschulabschluss. Das ist die Zeit, in der viele Wege möglich sind und man sich für einen entscheiden muss. Minou Fritsch hatte schon immer gern etwas mit Kindern gemacht, sie hatte auf die Nachbarskinder aufgepasst, gerne mit ihnen Gesellschaftsspiele gespielt und gebastelt. Das sind die besten Voraussetzungen, um eine Ausbildung zur Erzieherin anzutreten.

Inzwischen hat die junge Frau ihre Ausbildung abgeschlossen und arbeitet seit zwei Jahren in Vollzeit in der Kindertagesstätte der Domgemeinde Verden. Sie ist Expertin für Sprachentwicklung. In diesem Bereich hat sie eine 70-stündige Fortbildung absolviert. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell beispielsweise Kinder Deutsch lernen können, die diese Sprache vorher nicht beherrschten“, sagt Fritsch. Auch eine Fortbildung zum Thema „Eltern begleiten“ hat die fröhliche junge Frau besucht. Das hat sie sehr weitergebracht, denn mit ihren 22 Jahren ist sie noch sehr jung und Älteren gegenüber manchmal schüchtern.

Auf die Frage, welche Eigenschaften jemand mitbringen muss, der Erzieher werden möchte, antwortet Fritsch, ohne groß nachzudenken: „Er muss viel Lebensfreude haben.“ Diese Lebensfreude strahlt sie aus. Und sie überträgt sie auf die Kinder und das Team. Der Austausch und die Vorbereitungszeit mit den Kollegen ist ihr sehr wichtig. In den Dienstrunden gibt es unter anderem Fallbesprechungen, die dabei weiterhelfen können, mit einem auffälligen Kind besser umzugehen. „Man sollte die Kinder ernst nehmen“, ist eine weitere Eigenschaft, die Fritsch für Erzieher wichtig findet. Auch Einfühlungsvermögen, Kritikfähigkeit und Hilfsbereitschaft nennt sie noch. Wenn das alles vorhanden ist, klappt nicht nur die Arbeit mit den Kindern gut, sondern auch die Arbeit im Team.

14 Mitarbeitende in Voll- und Teilzeit betreuen in der Kita Dom zwischen 80 und 90 Kinder. Sie beginnen morgens um 7.30 Uhr und enden um 18 Uhr. Die Arbeit ist fordernd. „Manchmal gibt es Tage, da freut man sich auf den Feierabend. Und dann gibt es wieder andere Tage, da merkt man die Zeit gar nicht“, sagt die junge Erzieherin, die mit ihrem Freund in Rethem wohnt. Entspannen kann sie gut auf dem Bauernhof, auf dem ihr Freund arbeitet. „Da gehe ich mit dem Hund spazieren. Und es gibt Kühe, Ferkel, Kälber und Katzen.“ Auch geht sie gern zur Erholung shoppen oder trifft sich mit Freunden auf einen Kaffee.

Von den älteren Kolleginnen hat sie erfahren, dass sich die Arbeit mit den Kindern in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. „Die Kinder haben heute mehr Bedürfnisse und brauchen in ihrer Entwicklung mehr Unterstützung“, erzählt Fritsch. Auch die Eltern verändern sich. „Manche kommen gern in die Kita und möchten viel über ihre Kinder wissen. Manche sind auch sehr gleichgültig. Oder sie müssen viel und lange arbeiten und haben deshalb keine Zeit“, so ihre Erfahrung.

Auf Veränderungen muss die Kindertagesstätte reagieren. Das tut sie aktiv und engagiert an vielen Stellen. Zur Zeit wird beispielsweise eine videogestützte Dokumentation eingeführt, ein Projekt zusammen mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), München. Damit lassen sich Fortschritte beim Spracherwerb und viele andere Dinge sehr zielgerichtet dokumentieren. „Wir stehen da aber erst ganz am Anfang“, sagt Fritsch. Als Konstante bietet der kirchliche Kindergarten die Besinnung auf die christlichen Werte an. Die Feste rund ums Kirchenjahr werden gefeiert, es finden Gottesdienste statt und vor den Mittagessen und bei Geburtstagen wird ein Gebet gesprochen.

Minou Fritsch lässt sich auf alles offen und neugierig ein. Ein Ziel hat sie jeden Tag neu für ihre Arbeit: „Es ist immer schön, wenn die Kinder lachen und sich wohlfühlen.“

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