Minister Schneider zu Besuch in Verden

Steuererklärung bald kein Papierkram mehr

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CDU-Landtagsabgeordneter Adrian Mohr, Sachgebietsleiter Hans-Peter Bückenberger und Finanzminister Peter-Jürgen Schneider im Büro von Vera Kühn (v.l.).

Verden - Von Erika Wennhold. Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) gönnte sich nur einen kleinen Zwischenstopp auf der Dachterrasse des Verdener Finanzamtes, die einen spektakulären Blick über die Stadt bietet. Er wollte zurück in die Büros, um Mitarbeiter kennen zu lernen und mit ihnen über ihre Arbeit zu sprechen. Vorangegangen waren Treffen mit Amtsleiter Christof Steil, mit der Personalleitung oder dem Schwerbehindertenbeauftragten.

Verden ist das 22. Finanzamt, das der Minister seit seinem Amtsantritt im Februar 2013 besucht. 35 warten noch auf ihn. Zwar steht Verden mit seiner Größenordnung erst an 30. Stelle, doch mit seinem Steueraufkommen immerhin auf Platz 19. Aber nicht nur deshalb ist gerade dieses Finanzamt interessant für den Minister. Hier ist man offen für Pilotverfahren wie die papierlose Steuerveranlagung, genannt ELSTER. Im gewerblichen Bereich wird die elektronische Steuererklärung bereits zu 80 Prozent genutzt, im Durchschnitt sind es 45 Prozent. Peter-Jürgen Schneider: „Unser Fernziel ist die papierlose Steuererklärung, hier wird sie Stück für Stück vorangebracht.“

Gefallen hat ihm auch das Klima im sanierten ehemaligen Sitz des Landkreises: „Hier spricht man nicht von einem Gesundheitsmanagement, sondern von einem Zufriedenheitsmanagement.“ Das hat ihn beeindruckt. Im Gespräch mit der Personalleitung sei ein Anstieg psychischer Erkrankungen unter den 182 Mitarbeitern angesprochen worden, doch das sei nicht spezifisch, sondern allgemein unter Berufstätigen zu beobachten.

Damit der Finanzminister seine Pläne, eine bedarfsgerechte Personalausstattung zu schaffen, weiter verfolgen kann, ist ihm Zufriedenheit am Arbeitsplatz wichtig. In Verden sei das der Fall. Das bestätigte Vorsteher Christof Steil: „Auf einen freien Arbeitsplatz kommen zehn Bewerbungen.“ Acht Ausbildungsstellen seien in diesem Jahr besetzt worden. „Wir haben einen guten Ruf.“

In der Veranlagungsstelle für gewerbliche Betriebe traf Finanzminister Schneider auf Sachgebietsleiter Hans-Peter Bückenberger, der mit seinem Team auf verschiedene Art und Weise für eine schnelle Bearbeitung der Steuererklärungen sorgt. Um einen Stau am Ende des Jahres – dann läuft die gesetzliche Frist ab – zu vermeiden, gibt es Anreize für Steuerbüros, schon Ende September 40 Prozent der Mandatschaft abgearbeitet zu haben.

Das Steueraufkommen in Verden betrug im vergangen Jahr rund 575 Millionen Euro, niedersachsenweit waren es rund 31172 Millionen Euro. Von den durchschnittlich 1200 Selbstanzeigen von Steuersündern pro Jahr sind in Verden in den vergangen fünf Jahren 150 eingegangen. Schneider: „Durch Selbstanzeigen haben wir 300 Millionen Euro Mehreinnahmen.“

Wohlhabende Menschen, die ihr Geld ins Ausland bringen, statt ordnungsgemäß Steuern zu zahlen, sind für den Finanzminister ein Gräuel. „Steuergerechtigkeit steht für die Landesregierung an erster Stelle.“ Um die zu erreichen, will die niedersächsische Steuerverwaltung 20 zusätzliche Finanzanwärter pro Jahr einstellen. Zum August des vergangenen Jahres haben 437 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung oder ein duales Studium in den Finanzämtern begonnen. Im August dieses Jahres kamen 436 dazu. Schneider: „Dies sind Rekordzahlen.“ Im Jahr 2013 seien es nur 228 junge Menschen gewesen, die ein Karriere in der Finanzverwaltung starteten.

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