Launige Worte beim Heringsessen

Minister: „Bremen können wir uns aber nicht leisten“

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Beim Anblick von Verdens wunderbaren Piratennachwuchs geriet Staatssekretärin Caren Marks ins Schwärmen.

Verden - Von Volkmar Koy. Es gab Shrimps-Muschelsalat, außerdem Matjesröllchen, gefüllt mit Ananas-Curryschaum, und dazu drei teilweise kernige Reden. Fertig ist das Heringsessen anlässlich der Lätarespende. In der Stadthalle ließen es sich 150 geladene Gäste schmecken. Klaus Störtebeker lässt grüßen...

Wie ein roter Faden zogen sich die Aktivitäten des Seeräubers am gestrigen Vormittag durch das Tagesprotokoll. Es begann mit begeisterten Auftritten verschiedener Klassen der Realschule unter der Leitung von Tanja Bensing und Sylke Bruns, die das Thema formvollendet auf die Bühne brachten und ohne Zweifel zurecht den meisten Applaus einheimsten. Und es endete mit dem erlesenen Buffet aus dem Hause des Akzent-Hotels Höltje.

Den Gewinnern der Leser-Aktion hat es beim Heringsessen richtig gut gefallen (v.l.): Annette und Friedrich Lührs-Behnke, Erika und Reinhard Lustig sowie Brigitte und Werner Oehlerking.

„Dazwischen“ hatten die Ehrengäste das Wort, die von Bürgermeister Lutz Brockmann ins rechte Licht gesetzt wurden. Die Stadt sei gut aufgestellt, sagte beispielweise die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Caren Marks. Der Piratennachwuchs in Form der Realschulklassen habe schließlich alles gegeben. Und auch Väter spielten bei der Umverteilung von Zeit eine immer größere Rolle. Störtebeker hatte bekanntlich zu Lebzeiten beim Umverteilen von Reichtum eine entscheidende Rolle gespielt. Diesen Gedanken übersetzte Marks in die Gegenwart.

Der Staatsrat bei der Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, Hans-Henning Lühr, verriet den Zuhörern, dass er als Junge Seeräuber werden wollte, was sich in der weiteren Karriere als Mitarbeiter eines Finanzamtes fortgesetzt habe. Neben seiner heutigen Tätigkeit schreibe er Kochbücher, eines mit großem Erfolg über Grünkohl. Dazu könne er gut beurteilen, welche Delikatessen Heringe und Schwarzbrot darstellten.

Lätare-Spende vor dem Rathaus in Verden

Die Rede von Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider glich in Auszügen eher einer Regierungserklärung denn einem Abgleiten in die Geldwelt eines Seeräubers. Zum Auftakt hatte Schneider aber ein kleines Feuerwerk abgebrannt. Ständig komme er in Hannovers Stadtteil Eilenriede durch die Straße Steuerndieb. Er würde den Namen umtaufen in Uli-Hoeneß-Allee. Schneider verkniff sich nicht die Bemerkung, der Ankauf einer Steuersünder-CD habe das Land Niedersachsen rund 880 000 Euro gekostet und inzwischen 300 Millionen eingebracht.

Der Finanzminister machte sich überdies für eine Neuordnung des Länder-Finanzausgleichs auf Bundesebene stark. „Bremen können wir uns aber nicht leisten“, sagte Schneider. Deshalb solle die Hansesteadt lieber selbstständig bleiben. Ob das den Seeräuber erfreuen wird, ist allerdings nicht bekannt.

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