Hochgereinigtes Wasser vom Klärwerk zur Wiedervernässung / Antrag der CDU

Verden: Millionen Kubikmeter
für die trockene Halse

Das Flussbett der  Halse in Dovemühlen
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Die Halse in Dovemühlen: Wasser fließt in dem Flussbett nur noch, wenn es kräftig regnet.

Ein Fluss ohne Wasser, das ist die Halse in Verden. Seit Jahren. Nun gibt‘s einen Vorschlag, der zumindest oberirdisch den Fluss und seine Umgebung beleben könnte. 2,6 Millionen Kubikmeter hochgereinigtes Wasser aus dem Klärwerk Verden sollen dabei helfen.....

Verden – Bringt das die Halse wieder in Fluss? Jährlich laufen 2,6 Millionen Kubikmeter hochgereinigtes Wasser aus dem Klärwerk Verden in die Aller. Was die Aller sowieso im Überfluss hat, könnte doch der trockenen Halse als Quelle dienen. Also eine Rohrleitung vom Klärwerk in Richtung Dauelsen bauen. Olaf Kluckhuhn (CDU) stellte die Idee im Stadtrat vor. Nun soll im Fachausschuss darüber beraten werden. Auch die Öffentlichkeit soll beteiligt werden.

Vorschlag: Eine Rohrleitung vom Klärwerk in Richtung Halse

Die Trinkwasserförderung im Halsetal, die Folgen für die Umwelt sind bekannt. Besserung auf Dauer nicht in Sicht. Die Fördermenge zwar von elf auf neun Millionen Kubikmeter reduziert, bringt das den Fluss selbst nicht wieder in Schwung. „Wir müssen in alle Richtungen denken, um etwas für das Ökosystem zu tun“, so Kluckhuhn.

Was Kluckhuhn dem Rat vortrug, liest sich durchaus spannend. Im Verdener Klärwerk kommen jährlich circa 1,45 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser an, durchlaufen nachfolgend verschiedene Prozesse. Eine kleiner Rest verbleibt im Klärschlamm, der entsorgt werden muss. „Mehr als 99 Prozent der Menge verlassen allerdings hoch gereinigt die Anlage dann in Richtung Aller“, so Kluckhuhn. Doch damit nicht genug. Der Ratsherr hat noch eine weitere Quelle ausgemacht, die die Halse speisen könnte: „Auch Regenwasser, circa 1,2 Millionen Kubikmeter pro Jahr, wird in den Fluss geleitet.“

Regenwasser und hochgereinigtes Wasser aus dem Verdener Klärwerk

Für Kluckhuhn ist die Rechnung denkbar einfach: „Sowohl gereinigtes als auch Regenwasser, insgesamt circa 2,6 Millione Kubikmeter, werden dem natürlichen Wasserkreislauf entzogen und fehlen im Stadtgebiet.“ Und: „Statt es in Verden zu nutzen, trocknen wir hier aus.“

Kluckhuhn: „Statt es in Verden zu nutzen, trocknen wir hier aus“

Eine Lösung, so Kluckhuhn, falle praktisch vor die Füsse. Verden baut in den kommenden Jahren eine hochmoderne Kläranlage. Nun soll die Verwaltung im Zuge des Neubaus prüfen, ob denn ein Teil dieser 2,6 Millionen Kubikmeter Wasser die Halse zu neuem Leben erwecken könne. Für den Bau von Rohrleitungen, nicht billig, der Trinkwasserverband als maßgeblicher Verursacher der Austrocknung finanzielle Unterstützung leisten. Auch Fördertöpfe sollten angezapft werden. Da gebe es Möglichkeiten, so Kluckhuhn. Teil des Projektes könnte zudem der Bau von Rückhaltebecken sein. „Angesichts des Klimawandels und der zunehmend trockenen Sommer eine Möglichkeit der Landwirte, ihre Felder mit dem Wasser zu beregnen“, schlägt Kluckhuhn vor.

Halse wird nicht wie früher: „Aber alles ist besser als das, was jetzt ist.“

Die Halse werde mit dem Programm sicherlich nicht, wie sie mal war. Ob die Natur zurückkomme, sich vielleicht der Eisvogel ansiedele, bleibe Spekulation. „Aber alles ist besser als das, was jetzt ist.“ Und: „Kein Wasser ist das Schlimmste“, sagt Kluckhuhn.

An der Qualität des Wassers ließ Kluckhuhn keinen Zweifel. Sie könne zudem regelmäßig überprüft werden. „Aber was für die Aller gut ist, kann für die Halse nicht schlecht sein.“

Nun soll im städtischen Betriebsausschuss über den „Denkanstoß“ gesprochen werden.

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