Mildes Wetter sorgt für Unruhe bei Insekten und für Lustlosigkeit bei Menschen

Die Hummel fliegt noch

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Jacken kommen im Geschäft von Malte Ulbrich zu kurz.

Verden - Von Nadya Sevik. Weiße Weihnachten wird es definitiv nicht mehr geben. Aber es hat bestimmt auch niemand damit gerechnet, dass die Temperaturen Mitte Dezember bei zehn Grad liegen. Der milde Winter sorgt für Lustlosigkeit beim Weihnachtseinkauf. Auch Insekten wie Bienen und Hummeln leiden unter dem Wetter.

Da es im Moment erfreulicherweise keine Glättegefahr gibt, hat der Betriebshof Verden umso weniger Arbeit. Normalerweise müssen die Mitarbeiter in dieser Jahreszeit Salz auf die Straßen bringen. Bei diesen Temperaturen natürlich nicht. „Wir hatten in diesem Jahr bisher einen kleinen Einsatz auf zwei Brücken. Aber wir sind auf größere Bereitschaften vorbereitet", sagt Abteilungsleiter Reiner Kamermann.

Zwei große Silos mit etwa 210 Tonnen Salz stehen auf dem Betriebshof bereit. Wenn das Streusalz im Moment nicht zum Einsatz kommt, kann es mehrere Jahre dort gelagert werden. Damit das Streugut nicht verklumpt und bei Eis und Glätte verwendet werden kann, werden „Antibackmittel" reingekippt. Es verhindert auch das Austrocknen.

Für viele Menschen ist das milde Wetter im Winter angenehm, für kleine Insekten wie Bienen und Hummeln ist es weniger gut. Die Honigproduzenten kommen normalerweise um diese Jahreszeit in ihren Bienenkästen zur Ruhe. Allerdings bewirken die Wetterumstände das Gegenteil. Sodass sie zur Zeit noch fliegen.

Die Hummel saugt mit ihrem langen Rüssel Zuckerwasser auf um Energie zu tanken.

Ein Imker behandelt Bienen nur, wenn sie brutfrei sind. Wenn es im Winter kalt ist, legen die Bienen eine Brutpause ein. Aber sollte es, wie jetzt, eher mild sein, brüten die Bienen weiter. „Wenn man feststellen will, ob die Königin bei dem milden Wetter Eier gelegt hat, also Brut hat, muss man den Bienenkasten öffnen und Waben herausziehen. Dadurch entsteht im Bienenvolk Unruhe, die für das Volk schädlich ist", erklärt Erich Schwinge vom Imkerverein Verden. Ebenso ergeht es den Hummeln, die umherfliegen und nicht genügend Zuckerwasser finden. Das macht sie schwach und so kann es sein, dass sie es nicht in ihren Unterschlupf zurück schaffen.

Der ungewohnte Winter bringt auch bei den Menschen Stimmungsschwankungen hervor. Kurz vor Weihnachten, scheint der nicht vorhandene Schnee, für Unlust beim sonst so gewöhnlichen Weihnachtsschmücken zu sorgen. „Eine Veränderung gibt es auf jeden Fall, weil das Kaufverhalten ganz anders geworden ist“, sagt Iris Tellermann Geschäftsführerin des Blumengeschäfts „Blickfang". Die Kunden interessieren sich mehr für den Kauf von Blumen im Haus, als für Weihnachtssterne oder Kränze.

Aufgefallen ist das Franziska Beyschwang vom Reisebüro „Dr, Tigges" ebenfalls: „Abgesehen von einigen Reservierungen in Ski-Gebieten, muss ich sagen, dass in diesem Winter bisher wenig Reisen gebucht wurden. Grund ist sicherlich auch das Wetter, weil die Menschen nicht so richtig in Stimmung kommen und kein Bedürfnis haben wegzufahren."

Da die Temperaturen nicht gerade unter fünf oder im Minusbereich liegen, ist derzeit wenig Bedarf an dicker Winterkleidung. Bei „Fashion & More" ist der Kauf von dicken Winterjacken schleppend gelaufen, obwohl vieles reduziert ist. „Der Artikel Jacke ist jetzt nicht der gefragteste, umso mehr wurden Schals gekauft", sagt Inhaber Malte Ulbrich. Neben Winterjacken kommen besonders Kinderbekleidungen wie Schneehosen schlecht weg. „Wir haben immer noch 60 Prozent an Ski-Bekleidung und Schneehosen für Kinder drin", erzählt „NKD" Filialleiterin Valentina Arendt. Mal sehen was der Januar bringt.

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