Wohnungskauf-Check für Verden

Mehr Menschen können sich Eigenheim leisten

Landkreis - Im Landkreis Verden könnten mehr Menschen in einem Zuhause wohnen, das ihnen selbst gehört. Das zeigt eine Modellrechnung des Pestel-Instituts. Die Einrichtung für Systemforschung in Hannover hat Chancen ermittelt, mit denen Mieter zu Wohnungseigentümern werden.

Demnach kann in der Stadt Verden die Wohneigentumsquote von derzeit vergleichsweise geringen 47 Prozent deutlich gesteigert werden. Im übrigen Landkreis liegt die Eigentumsquote bei 67 Prozent.

Das Pestel-Institut hat in seinem „Wohnungskauf-Check“ zugeschnitten auf den Wohnungsmarkt in Verden berechnet, wer sich als Mieter ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung mit solider Finanzierungen leisten könnte. Voraussetzung ist allerdings, dass der Staat dabei mit langfristigen Krediten über die KfW-Förderbank Sicherheit bei den Zinsen gibt. Damit würde das Risiko abgefangen, das bei Kreditinstitute besteht, die in der Regel keine Niedrigzinsen auf Dauer bieten. 

Zudem müsste das Land einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer schaffen. Diese Forderungen unterstützt die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“, die das Pestel-Institut beauftragt hat. Die Initiative ist ein Zusammenschluss des Verbands privater Bauherren (VPB), des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM.

Konkret ging das Institut vom Kauf eines Reihenhauses mit 100 Quadratmetern Wohnfläche in mittlerer Lage und guter Bausubstanz aus. In Verden koste das nach dem aktuellen Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschland (IVD) rund 135. 000 Euro. 16. 000 Euro kommen hinzu, die für Grunderwerbssteuer, Gebühren, Honorare und ähnliches anfallen.

„Würde der Staat für 30 Jahre einen Kredit zum festen Zinssatz von 1,5 Prozent anbieten, wäre vielen geholfen. Die eigenen vier Wände stehen immer noch ganz oben auf der Wunschliste der Menschen“, sagt Matthias Günther. Der Leiter des Pestel-Instituts hält eine Wohneigentumsförderung für geboten. Unter diesen Voraussetzungen würde laut Modellrechnung einem Haushalt in Verden ein Nettoeinkommen von 1. 820 Euro pro Monat für den Kauf reichen. Und das bei einem Eigenkapital von 20 Prozent, also 30 .000 Euro. „Wichtig ist, dass 30 Prozent des Netto-Einkommens in die Finanzierung fließen“, sagt Günther. Zinsen und Tilgung des drei Jahrzehnte laufenden Kredits seien berücksichtigt. Ebenso eine einprozentige Rücklage pro Jahr für spätere Reparaturen.

Bund soll für sichere Zinsen sorgen

„Ähnlich gehen Mieter auf Nummer sicher, wenn sie Wohneigentum kaufen. Singles etwa, die mit 50 Quadratmetern Wohnfläche klarkommen“, sagt Günther. Eine Wohnung in guter Lage, modern und gut ausgestattet kostet nach IVD-Preisspiegel in Verden etwa 82 .500 Euro, plus 10. 000 Euro für Nebenkosten. „Damit könnte sich ein Single seine eigenen vier Wände mit netto 1. 110 Euro pro Monat leisten, wenn er ein Fünftel des Preises, 18. 500 Euro, als Eigenkapital mitbringt“, rechnet Günther vor.

An der sinnvollen Unterstützung vom Staat hapere es allerdings, meint Günther: „Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage wurde die Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt. Und das ist schon über zehn Jahre her.“ Die Folge sei deutlich zu spüren: Mit einer Eigentumsquote von bundesweit 45 Prozent liege Deutschland im Europa-Vergleich auf Platz drei.

Dabei sei gerade die Eigentumswohnung oder das eigene Haus ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. „Wer im Bundestagswahlkampf das Wohneigentum politisch für sich entdeckt, spricht damit eine breite Bevölkerungsgruppe an. Umgesetzt in konkrete Regierungsarbeit wäre das ab Herbst dann auch ein gutes Stück Konjunktur- und Rentenpolitik“, sagt Günther.

Mehr zur Untersuchung des Pestel-Instituts gibt es auf der Internetseite der Initiative: www.wohn-perspektive-eigentum.de.

Rubriklistenbild: © dpa

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