„AllerBus“ und „kleVer“: 190 000 Euro für regionales Projekt

E-Mobilität im Landkreis Verden: Per App bis vor die Haustür

Der Elektrobus der Verdener Verkehrsgesellschaft ist seit einem Jahr auf der Linie 711/712 unterwegs.
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Mobil und umweltfreundlich: Der Elektrobus der VVG ist seit einem Jahr auf der Linie 711/712 unterwegs.

Landkreis - Es ist (noch) ein Modell, aber es könnte beispielhaft für die Region und weit darüber hinaus werden: ein riesiger Pool an Elektrofahrzeugen, Auto, E-Bikes oder -Roller, aus dem sich jeder nach Bedarf bedienen kann. Die Umsetzung dieses Projektes, das auf den Namen Unternehmensübergreifende Mobilitätscluster in Verden („UMoV“) hört, haben sich Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG), die Klimaschutz- und Energieagentur („kleVer“), der Landkreis und die Stadt Verden als Ziel gesetzt.

  • Mehr Elektromobilität im Landkreis Verden, darauf setzen die Klimagentur „kleVer“ und die Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG). Ihr Konzept: Per App auf dem Handy kann wer braucht, sich ein E-Mobil buchen. Kommunen wie Stadt und Landkreise können dafür ihre Dienstfahrzeuge zur Verfügung stellen. Die Metropolregion Nordwest findet viel Lob für das Konzept und will die Idee mit 190.000 Euro unterstützen.

Die Metropolregion Nordwest setzte das Projekt in ihrem Ideenwettbewerb auf Platz eins. Nun dürfen sich die Beteiligten über einen Förderbescheid in Höhe von 190 .000 Euro freuen. „Das ist für uns zunächst einmal Ansporn, die Idee zügig voranzutreiben“, sagt Henning Rohde, VVG-Geschäftsführer.

Verdener Verkehrsgesellschaft: Ansporn, die Idee zügig voranzutreiben

Der vorhandene Drang des Menschen nach Mobilität auf der einen, die begrenzten Ressourcen sowie der Klimawandel auf der anderen Seite haben die Agentur „kleVer“ und die VVG bewogen, sich an einen Tisch zu setzen und nach möglichen, vor allem auch umweltfreundlichen Lösungen zu suchen. Eine davon ist die Mobilitätsapp, die den Menschen über verschieden Wege von A nach B bringt. „Wir als Verkehrsununternehmen können mit unseren Bussen zwar die Hauptachsen bedienen, doch wenn der Fahrgast aussteigt, will er von dort möglichst zügig weiterkommen. Sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt“, erklärt Henning Rohde. Eine App auf dem Smartphone soll den Kunden dann mit den notwendigen Informationen versorgen, wo ein Auto, ein Bike oder Roller steht, um damit schnell und mobil zu sein.

Sein Unternehmen hat bei dem Projekt schon vor Jahren in die Zukunft geblickt. Die VVG schickt seit 2011 ihren Fuhrpark unter dem Namen „AllerBus“ über die Straßen der Region, mittlerweile auch Elektrobusse. „Nun soll es durch den Namen ,AllerCar" ergänzt werden“, so Rohde. „Wir sind zwar vorwiegend ein Busunternehmen, aber es ist durchaus vorstellbar, dass wir den Pool über die Vernetzung mit eigenen kleineren E-Fahrzeugen aus unserem Dienstbereich versorgen“, sagt er. „Andere können dem Beispiel folgen.“

Aus dem Bus und dann mobil mit dem Rad: Per App soll das E-Bike buchbar sein. Projektingenieur Corbinian Schöfinius (l.) und Henning Rohde, VVG-Geschäftsführer, wollen die Idee umsetzen.

AllerBus und AllerCar auf den Straßen im Landkreis Verden

Die Stadt Verden kann da problemlos einsteigen. Der städtische Fuhrpark könnte den Mitarbeitern und dann auch den Bürgern für private Touren zur Verfügung stehen, ebenfalls gebucht über eine digitale Plattform, auf der schon jetzt die Dienstfahrten eingetragen werden. „Wir als Stadt unterstützen das E-Carsharing-Projekt als eine ideale Umsetzung der städtischen Nachhaltigkeit“, sagt Bürgermeister Lutz Brockmann. „Da viele Autos die meiste Zeit stehen, ist das Teilen und Nutzen anstelle des Besitzens eine überzeugende Alternative für eine klimafreundliche und bezahlbare Mobilität.“

Intelligent unterwegs statt zu vieler „Parkzeuge“, so stellt sich die Klimaagentur „kleVer“ die Mobilitätswende im Landkreis und darüber hinaus vor. „Elektrofahrzeuge aus dem Fuhrpark von Kommunen und Unternehmen ergänzend zum öffentlichen Nahverkehr über die zentrale App zu vernetzen, diese Idee hat Leuchtkraft. E-Autos oder E-Bikes stehen dann nicht nur den jeweiligen Mitarbeitern, sondern auch Bürgern und anderen Akteuren zur Verfügung“, erklärt Corbinian Schöfinius, Projektingenieur der „kleVer“. „Geteilte Mobilität kann wertvollen öffentlichen und privaten Raum einsparen. Mit Ökostrom betriebene Elektrofahrzeuge verbessern die Klimaschutzbilanz“, betont Schöfinius.

UMoV von „kleVer“ und VVG wird wissenschaftlich begleitet

Als Modellstadt des Projektes ist Verden vorgesehen. „Die Umsetzung wird jedoch für alle Kommunen im Kreis und darüber hinaus übertragbar gestaltet“, so Schöfinius. Für diesen „Übertragungseffekt“ wird das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Mit dem Konzept haben VVG und „kleVer“ das Gremium der Metropolregion-Nordwest im Rahmen des Ideenwettbewerbes „Mobilität der Zukunft“ überzeugt. Insgesamt wurden 6 von 20 eingereichten Ideenskizzen für die zweite Bewerbungsrunde um Fördermittel in Gesamthöhe von 520 000 Euro ausgewählt. Fast ein Drittel des Geldes, 190 .000 Euro, sollen jetzt für den Start von „Unternehmensübergreifende Mobilitätscluster in Verden“ („UMoV“) fließen.

Die Länder

Bremen und Niedersachsen haben einen Förderfonds für die Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten eingerichtet, der mit jährlich mindestens 520 .000 Euro ausgestattet ist.

Der Fonds ist das zentrale Instrument der Metropolregion Nordwest zur Förderung innovativer regionaler Kooperationsprojekte.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.klever-klima.de.

Von Markus Wienken

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