Norma Burfeind-Hinck neu ihm Team der Ambulanten Hilfen des Herbergsvereins

Menschen auf dem Weg zurück in die Gesellschaft begleiten

Norma Burfeind-Hinck bildet mit Anton Erhart das neue Team für Ambulantes betreutes Wohnen beim Herbergsverein in Verden.  - Foto: Preuß

Verden/Landkreis - Die Ambulanten Hilfen des Herbergsvereins Wohnen und Leben in Verden haben eine neue Mitarbeiterin. Norma Burfeind-Hinck trat die Nachfolge von Gerda Grabowski im Bereich der Eingliederungshilfen an. Und obwohl erst kurze Zeit im Amt, habe es sie bereits gepackt, sagt die 53-Jährige.

Die Diplom-Sozialarbeiterin/Pädagogin ist seit 2001 für den Herbergsverein tätig. Zuletzt war sie für die Qualifizierung und Beschäftigung langzeitarbeisloser Menschen und die berufliche Eingliederung Jugendlicher und junger Erwachsener in Rotenburg zuständig.

Nach dem Wechsel nach Verden begegne sie nun einer neuen Aufgabe und Herausforderung, erklärt sie. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Anton Erhart betreut Norma Burfeind-Hinck im Auftrag des Landkreises mehrfach beeinträchtigte Menschen im gesamten Kreisgebiet.

Häufig handelt es sich dabei um Suchtkranke, die aufgrund ihrer Abhängigkeit sowohl körperlich als auch psychisch so angeschlagen sind, dass sie ihren Alltag nicht mehr alleine regeln können. So reicht die Unterstützung, die der Herbergsverein leistet, denn auch von der Hilfe beim Einkauf über die Begleitung zum Arzt oder zu Behörden bis hin zu intensiven Gesprächen.

Aber „therapeutisch sind wird nicht tätig“, sagt Anton Erhart, „das macht dann die Suchtberatung.“ Seine Aufgabe und die seiner Kollegin beschränkt sich hier darauf, die Klienten auf die Möglichkeit einer Entziehung hinzuweisen – und das auch mit Nachdruck.

Die Beziehungsarbeit sei ein wesentlicher Bestandteil ihrer Tätigkeit, so Erhart. Zumal seine Kollegin und er oft die einzigen Ansprechpartner für die Betroffenen seien. „Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Da sind unsere Klienten oft raus“, sagt Norma Burfeind-Hinck. Und das, obwohl die meisten der vom Herbergsverein betreuten Menschen ursprünglich aus einem „gut situierten, stabilen Lebensumfeld“ gekommen seien.

Aufgrund ihrer wechselvollen Vergangenheit hätten ihre Klienten häufig „ein großes Repertoire an Lebensgeschichten, aber auch an Fähigkeiten“, formuliert es die Pädagogin. Diese Kompetenzen zurück zu gewinnen, sei das Ziel, das der Herbergsverein Wohnen und Leben bei den von ihm betreuten Menschen anstrebe.

Viele kleine Schritte führen hier zum Ziel. Die werden auch schon mal von einem etwas raueren Ton begleitet. So ist es denn für Burfeind-Hinck und Erhart wichtig, Auseinandersetzungen nicht persönlich und die Arbeit nicht im Geiste mit nach Hause zu nehmen.

Um den nötigen Abstand zum Beruf wahren, helfen Supervisionen. Zudem ist der Herbergsverein gut vernetzt. So können dessen Mitarbeiter sich immer wieder mit Kollegen anderer Beratungsstellen austauschen.

Und schließlich, so betont Norma Burfeind-Hinck, sei es ein Geben und Nehmen zwischen den Pädagogen und ihren Klienten. „Wir lernen wirklich voneinander“, sagt sie. Der starke Überlebenswille der von ihr Betreuten imponiere ihr, „diese Lust weiter zu leben trotz der Unzulänglichkeiten“. Außerdem vermittle ihr die Tätigkeit einen neuen Eindruck vom schönen Schein der Gesellschaft. Man bekomme „einen Blick zwischen die Räume“, beschreibt die Pädagogin den Wert ihrer Arbeit für sich selbst. „Die Wahrheit wird eine andere. Und das finde ich sehr bereichernd.“ - kp

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