„In die Menschen hineinversetzen“ 

Politischer Aschermittwoch der Verdener CDU von Aktuellem geprägt

Ordentlich Stimmung machte Jan Ahlers beim politischen Voraschermittwoch.
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Ordentlich Stimmung machte Jan Ahlers beim politischen Voraschermittwoch.

Verden – Der 17. politische Aschermittwoch der Verdener CDU deckte alle Facetten der aktuellen Lage ab. Fast schon aufmunternd begrüßte die Stimmungskanone Jan Ahlers seine Parteifreunde. „Letztes Mal als ich hier war, lief das noch richtig für die CDU. Heute sorge ich dafür, dass das wieder so wird wie früher“, so der ehemalige Landtagsabgeordnete aus Wietzen. Traditionell findet der Aschermittwoch eigentlich am Dienstag statt, aber wegen Terminproblemen in der Sitzungswoche des Landtags durften die Christdemokraten schon am Freitag die saloppen Reden bei schmackhaftem Grünkohl genießen.

Allerdings kam der Hauptredner des Abends als innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Sebastian Lechner, auch zu einem sehr nachdenklichen Teil, als er Stellung zu den rassistischen Terrorattacken in Hanau nahm. „Wir als Innenpolitiker der Union werden nicht ruhen, bis wir das Problem des Rechtsterrorismus im Griff haben, ähnlich wie beim Islamismus“, wurde er deutlich. Dazu gehöre auch schon dringend die nachhaltige Bekämpfung der Hasskommentare im Internet. „Das Buch von Höcke hat das gleiche Wording, wie das des Attentäters von Hanau“, sagte er und ortete damit den geistigen Ursprung für das menschenverachtende Handeln beim Thüringer AFD-Chef Höcke.

Vom Klimaschutz über den Feinstaub kam er dann zum Politikstil im Allgemeinen, der dringend überdacht werden solle. „Wir müssen uns endlich wieder in die Menschen hineinversetzten und wieder die Fakten wahrnehmen, um danach vernünftig zu entscheiden. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen“, beschrieb er seinen Ansatz. Deswegen mahnte er auch eine schnelle Personalentscheidung bei dem „derzeitigen starkem Männerüberhang aus NRW“ an, um wieder zur Sachpolitik zurückzukehren.

Der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Reiner Sterna (v.l.) freute sich über den Besuch von Sebastian Lechner (MdL) zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Adrian Mohr und dem Stadtverbandsvorsitzenden Olaf Kluckhuhn.

Ein interessantes lokales Thema griff der Neustädter mit dem Brückenneubau an der B6 in seiner Heimatstadt auf, wozu der CDU-Stadtrat Frank Medenwald gleich nachhakte. Denn derzeit dürften die Brückenbauten nur in der gleichen Größe, wie das alte Bauwerk ersetzt werden. „Bei einer Abweichung von drei Zentimetern ist gleich ein Planfeststellungsverfahren notwendig, weil sich der Schattenwurf für die Fische im Gewässer darunter ändern könnte“, so Lechner. Deswegen wollte Medenwald wissen, ob sich das auch auf den Neubau der Aller-Nordbrücke in Verden auswirke. Natürlich sollte das auch in Verden ein Problem sein. Auf Bundesebene sei aber gerade ein Planbeschleunigungsgesetz in Vorbereitung. „Es muss aber noch durch den Bundesrat, was ein Hindernis sein kann. Da müssen die Grünen Farbe bekennen und zustimmen“, antwortete er.

Gute Nachrichten hatte Lechner für die Polizeiwachen im ländlichen Raum dabei. Bis 2022 wolle das Land 1250 neue Polizisten ausbilden und einstellen. „Viele Stellen sollen davon in die Fläche gehen. Lieber Adrian, hoffentlich können wir so auch die Wache bei dir in Dörverden stärken“, sagte er zum CDU-Kreisvorsitzenden. „Das ist auch ein Bekenntnis zum ländlichen Raum.“

Mit allerhand Späßchen und guter musikalischer Unterhaltung lockerte Ahlers den Abend weiter auf, indem er die Christdemokraten bei Hermann Löns sowie dem Niedersachsenlied zum Mitsingen animierte. „Gott sei dank hat die CDU ihre Stimmen noch nicht verloren“, kommentierte Ahlers die Unterstützung im Gasthof „Zur Linde“ in Hutbergen.

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