„Mein erster und letzter Job“

Eginhard Engelke als Geschäftsführer der Handwerkerschaft verabschiedet

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Viele warme und lobende Worte fand Kreishandwerksmeister und Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, Diedrich Höyns, (rechts) zur Verabschiedung von Eginhard Engelke.

Landkreis/Grasberg - Von Ingo Schmidt. Zum „Stabwechsel“ versammelten sich am Freitagvormittag Vertreter der Innungen und Verbände, Banken, Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Grasberger Hof in Grasberg. Sie alle waren erschienen, um keinen Geringeren als Eginhard Engelke, den Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, in den wohlverdienten Ruhestand zu begleiten – mit Grußworten, Glückwünschen und vielen Geschenken.

Eine Ära gehe zu Ende, konstatiert Kreishandwerksmeister und Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, Diedrich Höyns. Eginhard Engelke habe die Kreishandwerkerschaft maßgeblich geprägt und sie trage seinen Namen. Mit seinem Gespür für handwerkliche Belange habe er sich in unaufgeregter Weise für das Handwerk eingesetzt und dazu politische und wirtschaftliche Interessen stets auf einen Nenner gebracht. „Eginhard Engelke war nicht nur dabei, sondern mittendrin“, lobt Höyns, „und war deshalb zuverlässig über wichtige Entwicklungen und deren Hintergründe informiert.“

Das Handwerk habe sich in den vergangenen 35 Jahren im Elbe-Weser-Raum positiv entwickelt: Es stehe heute für Nähe zum Menschen sowie für eine freie Entwicklung von Arbeit und Gesellschaft. Bunt, lebendig und breit gefächert biete es berufliche Perspektiven vor Ort und bilde eine wichtige Säule der regionalen Wirtschaft.

Du bist ein Grandseigneur, Cornelia Höltkemeier, Landesvereinigung Bauwirtschaft.

Junge Menschen finden im Handwerk ortsnahe Ausbildungsmöglichkeiten und mit gelebter Integration von zugewanderten Jugendlichen arbeite man gegen den Fachkräftemangel. Kritisch äußerte sich Höyns in diesem Zusammenhang zu Plänen der Europäischen Kommission: „Einerseits lobt man das duale Ausbildungssystem als vorbildlich in Europa, und andererseits will man den Meister abschaffen.“ Man selbst werde sich für das bestehende System einsetzen und wünsche sich dabei weiterhin Unterstützung durch die Bundesregierung.

Als Geschäftsführerin der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen bezeichnete Cornelia Höltkemeier Eginhard Engelke als einen Kämpfer und einen Künstler: Mit viel positiver Energie und Konstruktivität habe er sich schwierigen Situationen im beruflichen, wie im privaten Leben gestellt und ohne Streit, Stress oder Aufregung Lösungswege aufgezeigt. „Du bist ein Grandseigneur“, erklärte die langjährige berufliche Weggefährtin.

Wolfgang Reichelt, Präsident des Unternehmerverbandes Rotenburg-Wümme und Ehrenobermeister der Elektroinnung, lieferte einen Rückblick auf die geleistete Arbeit: Erfolgreich und mit Nachdruck habe man gemeinsam das Ziel verfolgt, durch Zusammenschluss der Handwerkerschaften einen starken, in sich geschlossenen Wirtschaftsraum zu schaffen, der sich im Spannungsfeld zwischen Hamburg und Bremen behaupten könne. „Man hört auf uns, auch in Hannover“, stellt der erfolgreiche Verdener Unternehmer fest, „unser Wort hat Gewicht.“

Mit Loyalität und Geradlinigkeit habe man immer einen Konsens gefunden. Bei aller Freude über den nahenden Ruhestand schwinge daher viel Wehmut bei diesem Abschied mit. „Ich wünsche Ihnen erträgliche Gesundheit.“

Im Anschluss an die Grußworte folgte die Geschäftsübergabe durch Eginhard Engelke an Nachfolgerin Yana Arbeiter sowie sein persönliches Schlusswort. „Im Prinzip war das mein erster und letzter Job“, bilanziert der 65-Jährige. In den vergangenen 35 Jahren seiner Tätigkeit habe er zu 90 Prozent Spaß gehabt, das sei eine gute Quote. „Mehr möchte ich zu den vergangenen Jahren gar nicht sagen, denn das würde viel zu lange dauern.“

Engelke dankte all jenen Menschen, die seine Arbeit konstruktiv begleitet haben, und nun wolle er die Zeit seinen Hobbys widmen und sich regelmäßiger mit seinem Hund im Jagdrevier austoben.

„Ich bleibe dem Handwerk treu“, erklärt indes Nachfolgerin Yana Arbeiter. Die studierte Juristin ist seit elf Jahren Geschäftsführerin innerhalb der Kreishandwerkerschaft. Zuerst in Cuxhaven-Land Hadeln und nun – nach der Fusion der Kreishandwerkerschaften Bremervörde, Osterholz, Verden und Cuxhaven vor vier Jahren – in der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser. „Ich nehme diese reizvolle Aufgabe gerne an“, versichert die neue Hauptgeschäftsführerin, „und ich möchte eigene Fußstapfen neben die von Herrn Engelke setzen.“

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