Ausschüsse segnen Vorentwurf ab / Diskussionen über Schwerlastregal

Ein Mehrgenerationen-Bau für die Verdener Feuerwehr

Blick auf den Feuerwehr-Neubau von der Lindhooper Straße aus. Das dreigeschossige Gebäude beinhaltet unter anderem Bereitschafts- und Besprechungsräume. Daran schließt sich die Fahrzeughalle an.

Verden - Nun aber mal schnell wie die Feuerwehr. Nachdem das Projekt „Neubau der Schwerpunktfeuerwehr Verden“ an der Lindhooper Straße aufgrund personeller Engpässe im Rathaus gewaltig ins Stocken geraten war, nimmt das Vorhaben jetzt Fahrt auf. Das muss es auch, denn der Zeitplan sieht den Baubeginn für Anfang 2017 vor.

Feuerschutz- und Finanzausschuss stimmten dem Vorent-wurf am Mittwoch denn auch einmütig zu. Trotz der noch ungeklärten Frage, ob die Pläne des Berliner Architekten Ulrich von Ey zu den Lagerflächen praktikabel sind.

Stadtbrandmeister Peter Schmidt hatte hier vor allem die Langfristigkeit im Blick. Schließlich, so Schmidt, habe er vernommen, dass der Bau mit einem Umfang von mehr als sieben Millionen Euro auch noch den Anforderungen einer zweiten und dritten Generation Feuerwehrleute Rechnung tragen soll.

Die gestiegene Zahl der Aktiven – inzwischen sind es 93 – zwang von Ey dazu, die Umkleiden im Grundriss zu vergrößern. Zu Lasten von Lagerräumen. Zur Kompensation schlug der Architekt vor, in der Fahrzeughalle ein Schwerlastregal mit einer Tiefe von 1,20 Meter zu errichten, unter dem die je nach Einsatzart bestückten Rollcontainer Platz hätten.

Der unterste Regalboden befände sich in einer Höhe von zwei Metern. Schweres Gerät müsste also per Gabelstapler dorthin befördert werden. Mal ganz abgesehen, dass die Feuerwehr bislang nicht über ein solches sogenannten Flurförderzeug verfügt, müsste es auch Aktive geben, die ein solches Gefährt bedienen dürfen. „Müssen wird unseren Kameradinnen und Kameraden das auch noch zumuten?“, fragte Peter Schmidt. Skeptisch zeigte sich der Stadtbrandmeister auch angesichts der Rangierfläche, die ein Gabelstapler benötigt. „Wir haben Bedenken, dass wir in dem Regal auch Geräte unterbringen müssen, die wir für den Einsatz brauchen“, sagte er. Sei das Flurförderzeug in Betrieb, könne der Stiefelgang zu den Fahrzeugen nicht genutzt werden.

Alternativ zum Entwurf des Architekten schlug die Feuerwehr vor, die Stadtkleiderkammer vom Erdgeschoss in den ersten Stock zu befördern. Nur, den sieht der Entwurf des Architekten an dieser Stelle gar nicht vor.

Rund 200 000 Euro mehr würde die Aufstockung der Fahrzeughalle kosten. Netto. Eine mögliche Folge der Verteuerung sei, dass das Projekt dann europaweit ausgeschrieben werden müsse, hieß es. Zudem könnte die zusätzliche Planung den ohnehin eng gesteckten Zeitrahmen sprengen, mahnte der Architekt. Ein weiterer Nachteil: Bislang sei die Halle als Industriebau deklariert. Eine zusätzliche Etage könnte dies ändern und damit auch zu neuen Anforderungen in Sachen Brandschutz führen. 200 000 Euro nur für eine Kleiderkammer seien unwirtschaftlich, urteilte Bürgermeister Lutz Brockmann. Dann sollte besser ein anderer Standort gefunden werden, „es muss nicht zwingend im Feuerwehrhaus Verden sein.“

Sie wolle keine Zeit mehr verlieren, plädierte Anja König (CDU) dafür, den Vorentwurf abzusegnen und Fragen zu Lagerflächen bis zum endgültigen Entwurf zu klären. Damit konnten sich beide Ausschüsse anfreunden und stimmten dementsprechend zu.

kp

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