Zahnärztlicher Notdienst eingerichtet

Corona-Krise: Mehrere hundert Firmen in Not - Bauarbeiten an der AWK gehen weiter

Die Grafik zu den Corona-Fallzahlen vom 30. März.

Die Corona-Lage im Landkreis Verden spitzt sich zu. Zehn weitere Menschen wurden über das Wochenende positiv getestet. Gleichzeitig liegen erste belastbare Einschätzungen zur wirtschaftlichen Situation der Firmen in der Region vor. Auf der größten Baustelle kreisweit, an der neuen Klinik in Verden, laufen die Arbeiten indes unvermindert weiter.

Verden/Achim – Eine Verlangsamung ist weiterhin nicht in Sicht. Von Freitag bis zum gestrigen Montag bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises zehn weitere Covid-19-Infektionen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 58. Aktuell befinden kreisweit noch 45 Menschen in Behandlung, sieben davon stationär in den Kliniken. Die 38 übrigen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Aber es gibt auch einen Silberstreif am Horizont. Seit Freitag gelten vier weitere Personen als genesen, insgesamt bereits 13. Bei den Neuerkrankten handelt es sich nach Angaben aus dem Gesundheitsamt um eine Frau und neun Männer. Alle zehn werden dem Nordkreis zugeordnet.

In den Unternehmen der Region spitzt sich die Lage zu. Erstmals liegen dafür belastbare Einschätzungen vor. „Wir beobachten viele besorgte Firmenkunden, die starkes Interesse an Krediten und Zuschüssen haben“, sagt Dr. Beate Patolla von der Kreissparkasse Verden. Die Telefone stünden nicht still. „Neben mehreren hundert Anträgen auf Tilgungsaussetzung, die wir unbürokratisch für die durch die Corona-Pandemie in Notlage geratenen Kunden durchführen, gilt das besondere Interesse unserer Kunden den Bundes- und Landeszuschüssen im Rahmen der Hilfspakete.“ Hier bestehe großer Informationsbedarf. Anträge seien direkt bei der NBank einzureichen. „Nach dem Zusammenbruch der dortigen Server in der letzten Woche wurden die technischen Möglichkeiten für die Antragstellung erweitert.“

Corona-Krise: Kreissparkasse ermittelt Finanzierungsbedarf

Weitergehende Darlehensanträge an die KfW könnten Kunden bei der Kreissparkasse stellen. „Die ersten Anträge sind erfolgt.“ Bei vielen seien diese Anträge aber auch noch in Vorbereitung. Insbesondere gelte es, den richtigen Finanzierungsbedarf zu ermitteln. Aufgrund der starken Resonanz im Firmenkundenbereich weitete die Kreissparkasse die personellen Kapazitäten spürbar aus. Dr. Patolla: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Anfragen zeitnah zu beantworten.“ Nähere Informationen unter www.ksk-verden.de.

Trotz Corona laufen die Arbeiten an der größten Baustelle kreisweit unvermindert weiter, dem Klinik-Neubau in Verden.

Wo es möglich ist, gehen die Arbeiten weiter, auf den Baustellen der Region zum Beispiel, auch auf der allergrößten, dem Klinik-Neubau in Verden. Die Handwerker wahren den Abstand, der erforderliche Infektionsschutz sei gegeben, heißt es aus der Klinikleitung. In den nächsten Tagen kommen die für die Sohle erforderlichen zahlreichen Betonlieferungen, daneben und dazwischen immer wieder Stahlgeflechte zur Stabilisierung. Vorbereitend wurde das Krankenhausgebäude durch entsprechende Maßnahmen gegen ein Abkippen abgesichert. Betonüberstände am Altbau wurden in Handarbeit weggestemmt.

Heller Baukörper soll sich bereits bestehenden Gebäuden anpassen

Und auch wenn noch keine Wand steht, der Klinker ist bereits gewählt. Der Stadt Verden wurden aktuell Muster der zukünftigen Klinkerfassade zur Abstimmung vorgestellt. Im Bebauungsplan wurde der Helligkeitswert 65 Prozent festgelegt. Ein heller Baukörper wird sich dem vorhanden Ärztezentrum und dem Altbau des Krankenhauses gut anpassen, sind sich die Leiterin des Fachbereiches Stadtentwicklung, Birgit Koröde sowie Marianne Baehr, Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik, einig. Gemäß diesen Vorgaben wurden Klinker mit hellen Tönen bemustert, mit unterschiedlichen Fugenfarben und Anordnungen. „Einvernehmlich fiel die Entscheidung auf einen hellgrau-sandigen Klinker mit hellgrauer Fuge“, erklärt Baehr: „Wir hoffen, dass wir nach Ostern eine kleine Musterfläche im Bereich des Interimseingangs aufstellen lassen können, damit Interessierte einen Eindruck von der zukünftigen Fassadenfarbe gewinnen können.“

Zahnarztpraxen vermeiden nicht notwendige Behandlungen wegen Corona

Schwierige Verhältnisse gelten weiterhin in Zahnarztpraxen. Bei der Behandlung könne der Mindestabstand nicht gewährt werden, zusätzlich werde durch die Spraykühlung im Mund ein Aerosol-Nebel erzeugt, der im Falle einer Besiedlung der Mundhöhle mit Corona-Viren eine Gefahr für alle Beteiligten sei. Darauf weist Matthias Fritzsch hin, Vorsitzender der Zahnärztekammer-Kreisstelle Verden. Die nicht akut notwendigen Zahnbehandlungen würden deshalb zurzeit vermieden und Behandlungszeiten reduziert, eventuell auf Kernzeiten begrenzt.

Täglicher Notdienst organisiert

Für Not- und Schmerzfälle organisiert die Zahnärzteschaft in Verden und umzu einen täglichen Notdienst, der unter Telefon 04231/9850750 zu erreichen ist. Patienten, bei denen Corona-Verdacht besteht, sind aufgerufen, zunächst in ihrer Praxis anzurufen und den Fall zu schildern.

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