Landvolk sucht Lösungen

Sinkende Grundwasserpegel: „Landkreis darf nicht nur ans Trinkwasser denken“

Vier Männer stehen nebeneinander in einem Saal.
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Bund und Landvolk marschieren gemeinsam im Genehmigungsverfahren: Udo Paepke, Holger Meier und Alexander Kasten mit dem Gutachter Dr. Stephan Hannappel (v.l.).

Verden – Landwirte, die nahe der Halse Flächen bewirtschaften, haben schon vor Augen, welche Auswirkungen sinkende Grundwasserpegel haben. Dass der Klimawandel die Lage eher schwieriger machen wird, ist für viele bereits ein wachsendes Problem. Sie wollen nicht vergessen werden, wenn der Landkreis als Untere Wasserbehörde seinen Beitrag zu den Fördergenehmigungen für die Wasserwerke Panzenberg und Langenberg leistet.

Das Landvolk hatte seine Mitglieder deshalb zu einer Veranstaltung mit dem Hydrogeologen Dr. Stephan Hannappel in den Niedersachsenhof eingeladen. Mit dem Rat des Fachmanns und gemeinsam mit Bund-Chef Udo Paepke brachten sich die Landwirte für das Genehmigungsverfahren in Stellung.

„Das Interesse des Trinkwasserverbandes ist, möglichst viel Wasser zu fördern und zu verkaufen“, fasste Holger Meier vom Landvolk-Vorstand die Lage zusammen. Mittlerweile stellt er und mit ihm viele seiner Kollegen schon fest, dass die Versorgung mit Grundwasser immer schwieriger wird. Die Förderung in den Einzugsgebieten der Wasserwerke, allen voran Panzenberg, zeige bereits unübersehbar, wohin der wachsende Mangel am Nass für die Nahrungsmittelproduktion führen wird. Der Bach ist trockengefallen und sein Bett völlig verlandet.

BUND und Landwirte mit gleichen Interessen

Das müsse berücksichtigt werden, wenn die Fördermengen festgelegt werden. „Der Landkreis darf nicht nur ans Trinkwasser denken“, bringt Meier die Befürchtungen seines Berufsstandes auf den Punkt. Unterstützung erhält die Landwirtschaft mit ihrem Anliegen von einer Seite, mit der sie sonst häufig über Kreuz liegt. „Wir haben an dieser Stelle die gleichen Interessen“, erklärte der Kreisvorsitzende Udo Paepke die ungewohnte Liaison des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit den Landwirten.

Der Berliner Hydrogeologe Hannappel hatte bereits gutachterlich für das Landvolk gearbeitet. Auch im aktuellen Problemfeld blieb er seinen Gastgebern keine Antwort schuldig. Zunächst einmal, so empfahl der Fachmann, sollte der Trinkwasserband die Ergebnisse seiner Grundwassermessungen in den zurückliegenden zehn Jahren offenlegen. Der Verband sei nicht nur dazu verpflichtet, diese Messungen vorzunehmen, sondern müsse sie auch auf Anfrage zugänglich machen.

Grundwassermessungen als Beweis

Die Leiterin des Fachdienstes Wasser, Abfall und Naturschutz im Kreishaus, Silke Brünn, habe bestätigt, dass die Beweissicherung mit den Messungen seit 1979 in Kraft sei. wussten Holger Meier und Landvolkgeschäftsführer Alexander Kasten. Und Hannappel ist zuversichtlich, dass er sich aus den Daten ein Bild von der Entwicklung des Grundwassers machen kann. Und dabei könne er auch nachvollziehen, was seit dem Auslaufen der Genehmigung 2012 geschehen ist. Immerhin werde ja seit dem trotzdem unvermindert Wasser gefördert. „Das erlaubt dann auch Rückschlüsse auf die daraus folgenden Schäden. Die Daten sind Beweis genug“, stellte der Berater unmissverständlich fest.

„Ein Stückchen weiter gekommen“

Ein Mittel, mit dem man den wachsenden Mangel an Wasser begegnen könne, so hatte Hannappel außerdem ausgeführt, sei neben der Verringerung der Entnahmemenge, die Förderung auf eine größere Fläche zu verteilen. Dies nahmen die Landwirte aus den Einzugsgebieten der Wasserwerke schon mal als Forderung für Verhandlungen mit. „Wir sind ein Stückchen weiter gekommen“, zog denn auch Holger Meier ein positives Fazit der Sitzung.

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