Projekt „Gesunde Betriebe in Verden“ bei Startklar

Mehr als Obstkorb und ergonomische Bürostühle

Auf dem Weg zu mehr Gesundheit im Betrieb: das Team von Startklar und die Vertreter der Unternehmen. - Foto: Haubrock-Kriedel

Verden - Gesundheit im Betrieb – was bedeutet das eigentlich? Über zwölf Monate haben sich zehn Unternehmen aus den Landkreisen Verden und Rotenburg im Rahmen des Projekts „Gesunde Betriebe in Verden“ intensiv mit dieser Frage beschäftigt und überlegt, was sich über rückengerechte Bürostuhle und bereitgestellte Obstkörbe hinaus verwirklichen lässt. Projektleiterin ist Min von Cramer, Startklar Verden. Mitinitiatorin und Kooperationspartnerin ist Daniela Bessen vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW). Das Projekt wurde vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium mit 96 000 Euro gefördert.

„Hier ging es es um die ganzheitliche Denkweise bei der Unternehmensführung. Dieses in zwölf Monaten in zehn völlig unterschiedlichen Betrieben umzusetzen, war schon eine Herausforderung. Wir haben jedes Unternehmen individuell beraten und unterstützt, dem Ideal einer gesunden Organisation näher zu kommen, Themen des betrieblichen Gesundheitsmanagements anzuschieben und positive Impulse durch Gesundheitsfördermaßnahmen zu setzen“, erklärt Min von Cramer. Ein zehnköpfiges interdisziplinäres Team wurde eigens für dieses Projekt zusammengestellt. Insgesamt haben 368 Personen an einem breiten Angebot aus Workshops, Trainings und Beratungen teilgenommen. Je nach Unternehmensstruktur haben sich ganz unterschiedliche Ansätze ergeben. Alle Teilnehmer sind aber von der positiven Wirkung der gesundheitsfördernden Maßnahmen überzeugt.

„Wir haben uns über Mitarbeiterbindung Gedanken gemacht und darüber, wie man den Arbeitsplatz attraktiv gestalten kann. Es gab aber doch viele Krankheitstage unter den Mitarbeitern“, berichtet Christian Urban, Bereichsleiter von Land-Data in Visselhövede. Man habe sich daher aus dem Maßnahmenpaket für den Gesundheitstag entschieden, bei dem die Mitarbeiter an verschiedenen Workshops teilnehmen konnten. Hier ging es zum Beispiel um einen gesunden Rücken, Ergonomie am Arbeitsplatz, Stressbewältigung oder gesunde Ernährung. „Der Gesundheitstag wurde sehr positiv aufgenommen, 70 Prozent der Mitarbeiter haben teilgenommen“, so Urban. Ähnliche gute Erfahrungen mit dem Gesundheitstag hat auch André Förster von Klöckner Desma in Achim gemacht.

Christine Schrader ist Pflegedirektorin in der Aller-Weser-Klinik. „Wir haben uns für ein Führungskräfte-Training entschieden.“, berichtet sie. Es habe in diesem Bereich viele gesundheitliche Ausfälle geben. Im Training ging es unter anderem um Konfliktmanagement und Gesprächsführung. „Eine Weiterbildung ist bei vielen schon lange her, auch hat sich mit der Zeit das Führungsverständnis verändert. Da tut eine Auffrischung gut.“

Sybille Schönfeld ist Ausbildungsbeauftragte bei Dodenhof. „Uns ging es darum, den Übergang zwischen Schule und Ausbildung leichter zu machen“, berichtet sie. So wurden für die Azubis verschiedenen Projekte angeboten, mit einer Theaterpädagogin, Training mit einem Pferd, aber auch Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung. Neu ist zudem, dass die Azubis einen Paten bekommen, der sie unterstützt.

„Ich war erst skeptisch“, bekennt Lutz Funk-Dinglinger, Polo Filtertechnik, Achim. Auch in seiner Firma gab es ein Coaching für Führungskräfte. „Viele wussten gar nicht, welche Aufgaben sie als Teamleiter haben. Mittlerweile ist das bei uns zu einem zentralen Thema geworden, aber der Weg ist noch weit.“

Bei Erhorn Vermessung, Achim gibt es schon längerer ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). „Wir haben unsere Unternehmensleitbilder mit allen Mitarbeitern überarbeitet, hinterfragt und neu formuliert,“ berichtet Uwe Erhorn. „Wichtig ist, dass man gemeinsame Zielvorstellungen hat. Man muss für das brennen, was man tut.“ Dem kann auch Ingo Heller, Matthäi Staßenbau, nur zustimmen. Für ihn ist Interesse und Freude an der Arbeit der Schlüssel zu einem gesunden Betrieb. - ahk

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