Der Landkreis Verden nutzt die Handlungsspielräume der neuen Corona-Verordnung

Mehr Freiheiten bei höherer Inzidenz

Eine Gesellschaft sitzt im Garten und stößt fröhlich mit Biergläsern an.
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Der Biergarten oder die Gartenparty mit bis zu 50 Teilnehmern bleiben auch bei einer Inzidenz über zehn möglich.

Landkreis – Mehr Spielraum bei der Bewertung steigender Inzidenzen gewährt das Land kreisfreien Städten und Landkreisen mit seiner novellierten Corona-Verordnung, die seit Mittwoch in Kraft ist. Wie der Landkreis mitteilt können die Kommunen bei Überschreitung einer gesetzlich festgelegten Inzidenz-Schwelle für bestimmte Bereiche die Regeln für einen niedrigeren Inzidenzwert verfügen. Damit haben die Kreise es in der Hand, die gesetzlichen Einschränkungen zu lockern, und der Landkreis Verden macht mit einer neuen Allgemeinverfügung davon Gebrauch.

„Im Klartext heißt das: Wenn wir aktuell im Landkreis Verden eine Inzidenz von über 10 haben, müssen die schärferen Regeln jetzt nicht mehr automatisch für alle Bereiche verbindlich werden“, erklärt Landrat Peter Bohlmann. Bereiche, die nicht maßgeblich zum Anstieg der Infektionszahlen beitragen würden, könnten von den Einschränkungen ausgenommen werden. „Sollten beispielsweise private Feiern in der Gastronomie das Infektionsgeschehen nach Einschätzung des Gesundheitsamtes nicht befördern, kann es bei den Lockerungen bleiben, wie sie bei einer Inzidenz von unter 10 vorgesehen sind“, so Bohlmann.

Allgemeinverfügung ab heute in Kraft

Für welche Bereiche das gilt, hat der Landkreis in einer Allgemeinverfügung festgestellt, die am Freitag veröffentlicht wurde und ab heute gilt. Danach treten vor allem für die Gastronomie, für Beherbergungsbetriebe und bei Veranstaltungen wieder Lockerungen in Kraft.

Private Feiern in geschlossener Gesellschaft in der Gastronomie dürfen – Negativtest vorausgesetzt – jetzt wieder mit mehr als 100 Personen stattfinden. Masken- und Abstandspflicht gelten nicht.

Nur ein Test für Touristen

Touristische Gäste müssen nur bei Beginn ihres Aufenthalts einen negativen Test vorlegen. Weitere Testungen im Verlauf des Aufenthalts entfallen. Bei Veranstaltungen mit bis zu 25 Personen drinnen und 50 Personen draußen entfallen Abstands- und Maskenpflicht. Die Regel gilt weiter, wenn alle Personen den Nachweis der Impfung, der Genesung oder einen negativen Test vorlegen können.

Auf Stadtführungen und Führungen durch Natur und Landschaft gelten für die Teilnehmenden weder Abstands- noch Maskenpflicht. Auf touristischen Schiffs- und Kutschfahrten sowie Busfahrten besteht keine Testpflicht mehr. Wird eine medizinische Maske getragen, entfällt auch die Abstandspflicht.

Zehn Personen aus zehn Haushalten

Wichtig ist der Pressemitteilung zufolge, dass die Regelungen für private Zusammenkünfte und Feiern bestehen bleiben. Weiterhin dürfen sich demnach nur maximal zehn Personen aus zehn Haushalten privat wie auch im öffentlichen Raum treffen. Vollständig geimpfte und genesene Personen sowie Kinder unter 14 Jahren werden nicht eingerechnet.

Die Niedersächsische Landesregierung sieht in der Änderung der Corona-Verordnung nach eigenen Angaben nur eine Übergangsregelung, bis man sich bei den kommenden Bund-Länder-Gesprächen auf neue Maßstäbe verständigt hat, die sowohl die Impfquote als auch die Krankenhausbelegung stärker mit in den Blick nimmt.

Maskenpflicht auch beim Tanzen

Teile der Änderungen der niedersächsischen Corona-Verordnung betreffen zudem Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars, soweit sie Shisha-Pfeifen zum Konsum anbieten. Diese müssen künftig bereits ab einer örtlichen Sieben-Tage-Inzidenz über 10 schließen. Bei Inzidenzen unter 10 gilt zudem die Maskenpflicht auch beim Tanzen. Betreiber müssen die Besucherzahl auf 50 Prozent der Kapazität begrenzen und ein Hygienekonzept vorlegen.

In einer weiteren Allgemeinverfügung legt der Landkreis zudem die Anzeige- und Genehmigungspflichten für bestimmte Veranstaltungen und Feiern fest. Danach muss für Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen im Freien oder mehr als 250 Personen in Innenräumen eine Genehmigung eingeholt werden. Für geschlossene Feiergesellschaften in der Gastronomie mit mehr als 100 Gästen besteht eine Anzeigepflicht. Außerdem müssen Flohmärkte, die von Kommunen, Vereinen, Verbänden oder gewerblichen Anbietern organisiert werden, vorab vom Landkreis genehmigt werden.

Weitere Informationen zu den geltenden Regelungen sind auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-verden.de/coronaverordnungen nachzulesen.  kle

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