Elterninitiative setzt sich für Integrierte Gesamtschule ein

Mehr Chancengerechtigkeit

Verden - Aus Empörung darüber, dass SPD, CDU und FDP im Verdener Stadtrat mehrheitlich den Beschluss zur Umwandlung der Verdener Haupt- und Realschule in eine Oberschule gefasst haben, hat sich in Verden eine Elterninitiative zusammen gefunden. Gemeinsam wollen die Mütter und Väter nun ermitteln, welche Möglichkeiten es gibt, doch noch eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Verden zu schaffen.

„Über die Köpfe von Eltern hinweg wurde im Rat die Entscheidung für eine Oberschule gefasst“, kommentiert Dieter Scherzinger den Beschluss. Es sei absolut unverständlich, dass der „Verdener Weg“ hinter verschlossenen Türen über bald drei Jahre diskutiert worden sei, ohne dass es eine Umfrage oder Informationsveranstaltungen für betroffene und interessierte Eltern gegeben habe, so der Vater aus Verden. „Sie sind an dem Entscheidungsprozess Oberschule oder Integrierte Gesamtschule nicht beteiligt worden.“ Und obwohl die Expertengruppe in ihrer Gegenüberstellung deutliche Vorteile bei der IGS gesehen habe, sei die Entscheidung für eine Oberschule und damit gegen die besseren Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder an einer IGS gefällt worden.“

„Wir haben lange in Hannover gelebt und dort die Vorteile einer IGS erlebt“, ergänzt Katrin Wickbold. „Diese Schulform hätten wir uns für unsere Tochter auch in Verden gewünscht.“

Die IGS werde aufgrund ihrer strukturell verankerten Förder- und Fordermaßnahmen im Unterschied zur Oberschule allen Kindern mit ihren unterschiedlichen Leistungspotenzialen gerecht. Sie leiste damit erheblich mehr für eine Chancengerechtigkeit aller Schüler und Schülerinnen, waren sich die Teilnehmer dieses ersten Initiativtreffens für eine IGS einig. In der IGS würden alle Kinder mitgenommen werden, die leistungsschwachen ebenso wie die leistungsstarken. Eine Oberschule hingegen trage zur Auslese bei, so die Initiative.

Deutschland werde zu Recht dafür kritisiert, dass der schulische und gesellschaftliche Erfolg von Kindern immer noch stark vom Geldbeutel der Eltern abhänge. Die IGS leiste dagegen über vielfältige Differenzierungsangebote sowie über eigenverantwortliches Lernen und Teamarbeit einen guten Beitrag für die gesellschaftliche und berufliche Integration und dafür, dass die gesellschaftliche Schere in Deutschland nicht weiter auseinander gehe. Auch hinsichtlich der Integration und Inklusion sei eine Integrierte Gesamtschule von ihrer Struktur und dem pädagogischen Profil her gut aufgestellt. Einig war man sich, dass neben der Wichtigkeit der Berufsorientierung auch die gymnasiale Ausrichtung mit der Möglichkeit, das Abitur zu erlangen, entscheidend für das Anwahlverhalten sei. Nur so könne die Schule für alle Kinder und Eltern attraktiv sein.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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