Polizei und Landkreis legen Verkehrsunfallstatistik vor / 2015 weniger schwere Folgen

Mehr Autos, mehr Unfälle

Verden -  Eine postitive Unfallstatistik kann es nicht geben. Dennoch, die Zahlen, die am Dienstag von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz zusammen mit dem Landkreis Verden der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, bestätigen die Anstrengungen, was Kontrolle, Prävention und andere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit betreffen. Kriminaldirektor Uwe Jordan: „Drei Verkehrstote im vergangenen Jahr sind immer noch drei zu viel.“

Trotzdem sprach er von einem erfreulichen Tiefststand. Tatsächlich hat es 2014 noch sieben Verkehrstote gegeben. Höchststand in den vergangenen zehn Jahren war 2004 mit 16 Toten und 2009 mit 14 Toten. Auch die Anzahl der Schwerverletzten ist zurückgegangen. Nur 2013 hat es mit 81 deutlich weniger gegeben als 2015 mit 112 Schwerverletzten. Warum das so ist, kann häufig nicht erklärt werden. Fest steht jedoch, dass es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Verden/Osterholz noch niemals so viele zugelassene Fahrzeuge gegeben hat wie aktuell. Im Landkreis Verden waren im vergangenen Jahr 97 000  Fahrzeuge zugelassen. Jordan: „Mehr Verkehr lässt auch die Möglichkeit von Unfällen steigen. Andererseits beruhigt die Verkehrsdichte.“

Heißt: Es kann nicht so schnell gefahren werden, die Folgen sind weniger dramatisch. Aber die Gesamtanzahl an Verkehrsunfällen steigt: im Landkreis Verden um 2,88 Prozent auf 4 115. Positive Randnotiz: Auf Landesebene lag der Anstieg der Gesamtunfallzahlen bei 4,39 Prozent. Risikogruppe ist immer wieder die der Fahranfänger. 2015 hat es unter den 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmern 21 Schwerverletzte gegeben. Polizeihauptkommissar Marcus Neumann sprach von einem bedenklichen Missverhältnis. Diese Altergruppe macht 7,31 Prozent der Bevölkerung aus und verursachte 12,6 Prozent aller Unfälle – meistens wegen zu hoher Geschwindigkeit.

Andere Ursachen für Verkehrsunfälle (siehe auch unser Schaubild oben) sind Zusammenstöße mit Wild. Davon hat es 643 gegeben. An zweiter Stelle stehen Unfälle beim Wenden oder Rückwärtsfahren (544). Es folgen falsches Verhalten beim Abbiegen (485), zu geringer Abstand (438), die Missachtung der Vorfahrtregeln (300), zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit (208) und Alkohol- beziehungsweise Drogenkonsum (60).

Zum Thema Alkohol am Steuer verzeichnet der Lagebericht eine Steigerung von 110 auf 160. Die Unfälle durch alkoholisierte Fahrer sind von 59 auf 54 leicht zurückgegangen. 130 Mal verboten Polizeibeamte Fahrern unter Drogeneinflus die Weiterfahrt. Siebenmal gab es Unfälle, die auf Drogenkonsum zurückgeführt werden. Uwe Jordan dazu: „Es gibt immer mehr Menschen, die mit Ausfallerscheinungen unterwegs sind. Das können auch medikamentöse Wechselwirkungen sein.“

Nach wie vor beschäftigt die Polizei die Anzahl der Unfälle ohne Erklärung. „Wir sehen ja nicht, was im Fahrzeug passiert, warum ein Auto von der Fahrbahn abkommt.“ Festzustellen sei, dass die Aufmerksamkeit durch Handys, Navigationsgeräte und ähnliches immer mehr eingeschränkt werde.

Zusammen mit dem Landkreis Verden werden Maßnahmen zur Prävention immer wichtiger. Gute Erfahrungen aus dem Landkreis Osterholz mit freiwilligen Reaktionstests für Senioren sollen übernommen, Fahrschulprojekte für Anfänger unterstützt werden, und es gibt Projekte wie „Zur Schule – Aber sicher!“, Verkehrssicherheitstag 2016 für Kiga-Kinder vor der Einschulung.

Rubriklistenbild: © dpa

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