Begutachtung des Millionen-Schadens

Nach Rathaus-Attacke: Rundgang durch zerstörten Neubau

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Nur der Rohbau ist von dem Rathaus-Gebäude an der Ritterstraße nach dem Brandanschlag vom 9. April übrig geblieben.

Verden - Von Volkmar Koy. Die Worte der Woche, wenn nicht des Monats, hatte am Freitagmittag Bürgermeister Lutz Brockmann auf Lager: „Die Masse an Leere ist beeindruckend.“

Besser und treffender hätte der Verwaltungschef die Situation nicht beschreiben können. Zusammen mit Pressevertretern marschierte er durch den aufgrund des Brandanschlags am 9. April restlos zerstörten Rathaus-Neubau.

Nur noch der Rohbau des 1989 eingeweihten Bauabschnitts an der Ritterstraße ist übrig geblieben. Alles ist rausgeräumt worden, Chemiker hatten alle Räume entgiftet. 70 Mitarbeiter hatten quasi über Nacht ihre angestammten Arbeitsplätze verloren, mussten umgesiedelt werden. Alle Akten mussten einer Spezialfirma zur Grundreinigung übergeben werden. Davon ist laut Brockmann gerade einmal ein Viertel zurück.

Gebäudeschaden von 2,2 Millionen Euro

Die Ermittlung der Schadenssumme gestaltet sich nach wie vor schwierig. Der Bürgermeister geht von einem Gebäudeschaden von 2,2 Millionen Euro aus. Nicht mit eingerechnet sind die IT-Verluste inklusive der Telefonstrecken. Die Gespräche mit der städtischen Versicherung hätten zwar positive Ergebnisse hervorgebracht, für die privaten Verluste jedes einzelnen Mitarbeiters sei indes die jeweilige Privathaftpflicht zuständig.

Überlegen die weiteren Maßnahmen (v.l.): Wolfgang Tobias, Andreas Schreiber und Lutz Brockmann.

„Ganz nebenbei“ wurde bei den Aufräumarbeiten noch ein größerer Wasserschaden aus den 90iger-Jahren entdeckt. Mit dem Umbau der vorhandenen Bausubstanz hat der Verwaltungsausschuss jetzt das Architekturbüro Dreischhoff beauftragt. Es gehe auch darum, so Brockmann und sein Stellvertreter Andreas Schreiber, Büros nach heutigen Anforderungen einzurichten, die Barrierefreiheit zu beachten und das Bürgerbüro den Gegebenheiten anzupassen.

Kunstbörse 2018 fällt aus

Die Wiederherstellung zahlt folglich die Versicherung, Extra-Wünsche die Stadtkasse. Dazu wird der Stadtrat am 29. August zusammenkommen. Bis weit ins nächste Jahr hinein werden die Renovierungsarbeiten andauern. So wird es 2018 keine Kunstbörse geben. Was eigentlich nur heil geblieben ist, sind der Server für die Rechner im Keller und die blauen Fensterrahmen.

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