Mit Maßband und Kreide

Marktmeister Rüdiger Nodorp weist den Schaustellern den Platz zu

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Rüdiger Nodorp (knieend) markiert die Stände auf der Domweih. Schausteller und Rathausmitarbeiter beobachten das Vorhaben.

Verden - Maßband und bunte Kreide waren gestern die wichtigsten Utensilien von Rüdiger Nodorp. Der Marktmeister der Verdener Domweih teilte die Stände der Beschicker ein. Am Sonnabend wird das Volksfest zum 1032. Mal eröffnet.

Nodorps Einsatzgebiet waren die Straßen und Plätze, auf denen sich demnächst Karussells drehen, Losbuden stehen oder Zuckerwatte verkauft wird. Er markierte die Flächen für die Stände. Beim Messen kam es auf jeden Zentimeter an. Würde jeder Stand nur zehn Zentimeter mehr Raum bekommen, fehlten am Ende der Straße einige Meter. Dies hätte zur Folge, dass nicht alle Schausteller einen Platz bekämen. Also zog der Marktmeister exakt den Kreidestrich. 

Die gebuchten Längen standen in einer langen Liste. Während Nodorp und Kollegen das Maßband ausrollten, war der Marktmeister umringt von Schaustellern. Sie beobachten das Vermessen und bekamen Unterlagen in einem dicken Umschlag ausgehändigt. „Bis jetzt passt alles“, sagte Nodorp als erstes Fazit.

Lkw-Fahrern wird höchste Konzentration abverlangt

Neben der Platzvergabe musste Nodorp auch die Belange der Geschäfte berücksichtigen. Die Eingänge müssen frei bleiben.

Im Laufe des Tages wurden einige Großfahrgeschäfte erwartet. Laut dem Marktmeister kommen sie von anderen Pfingstmärkten. Auf die Lkw-Fahrer wartet nach der Ankunft noch eine Herausforderung. Zwischen den Buden und Ständen müssen sie die großen Gespanne an ihren Platz rangieren.

Dass in die Lücken passen betraf auch kleinere Buden. Sollte rechts und links von ihrem Standplatz schon ein Verkaufswagen stehen, mussten sie sich in die Lücke quetschen. Doch die Schausteller sind Profis. Wenn der Markmeister richtig gemessen hat, bekommen sie es auch hin.

Der Marktmeister trägt immer ein Lächeln

Wenige Tage vor der Domweih ist Rüdiger Nodorp auch „Mädchen für alles“. Immer wieder kommen Schausteller zu ihm oder rufen an, um ihn mit Problemen zu konfrontieren. Einem Betreiber ist aufgefallen, dass seine Werbeschrift einen Baum beschädigen würde. Nodorp macht deutlich, dass er den störenden Ast nicht absägen lassen kann. Nach einer kurzen Debatte einigen sich beide Männer darauf, dass das leuchtende Schild nicht angebaut wird. Der Schausteller findet zwar, dass die Gesamtkomposition seines Standes nicht komplett sei, aber der Baum würde eh die Schrift verdecken. Diskutieren, vermitteln und Kompromisse suchen gehören auch zu Nodorps Job als Marktmeister, und das immer mit einem Lächeln.

awt

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