Altlasten unter Verdener Solarpark / Kunstrasen für Hönischs Fußballer

Manchmal Scherben am Osterfeuer

Und ganz nebenbei ein Kunstrasenplatz für den SV Hönisch: Mit dem Bau des Solarparks dürften die gemeindlichen Flächen knapp werden. Foto: kra

Verden - Von Heinrich Kracke. In der Stadt Verden entsteht ein erster Solarpark. So viel ist sicher nach einem klaren Bekenntnis der Politik quer durch die Parteienlandschaft. Sowohl der Ausschuss für Stadtentwicklung als auch zuvor der Ortsrat entschieden einstimmig für das Klimaschutzprojekt neben dem Hönischer Sportplatz in Klein Hutbergen. Ganz nebenbei entwickelten die Fraktionen ein neues Konzept für Gemeinschaftsplätze links der Aller. Sowohl Osterfeuerbesucher als auch Sportler und Brandschützer sollen profitieren. Und nicht unwahrscheinlich, dass alles tatsächlich so kommt.

Nicht die rund 8 000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage ist das Problem, vielmehr ranken sich die Gedanken um den Verbrauch an Grünfläche. „Die Solarflächen soll genau dort stehen, wo bei größeren Sportveranstaltungen Autos parken und in Nicht-Coronazeiten das Osterfeuer lodert“, hatte Döhlbergen-Hutbergens Ortsbürgermeister Wolfgang Hammer die Nebengeräusche auf den Tisch des Hauses geholt. Damit gehe ein letzter Rest Gemeinschaftsfläche verloren. „Wir haben sowieso schon wenig. Hier ist kein Stadtwald, kein Ausflugsziel, wir haben nicht mal einen Zugang zum Allerufer“, so Hammer, „alle anderen Ortschaften verfügen über Freizeiteinrichtungen, wir haben nach dem Bau der Solaranlage nichts.“

Kai Rosebrock (Linke und Freie Wähler) brachte eine Verlegung der gesamten Sportanlage ins Spiel. Aber noch ehe die Idee richtig im Ausschuss angekommen war, war sie auch schon wieder begraben. Zu teuer. Dafür kehrte jetzt der seit langem beantragte Kunstrasenplatz ans Tageslicht zurück. Christdemokratin Anja König: „Der SV Hönisch verfügt über zwei normale Rasenplätze sowie eine vorgelagerte Fläche für den Trainingsbetrieb. Würde einer der beiden Rasenplätze mit Kunstrasen ausgestattet, könnte er dauerhaft als Trainingsplatz dienen. Der frei gewordene Rasen stünde als Gemeinschaftsfläche zur Verfügung.“

Damit wäre sogar ein nächstes Problem gelöst. Bisher galt die Wiese, die jetzt für die Solaranlage vorgesehen ist, als Erweiterungsfläche für den Sportplatz. Als allerdings belastete Fläche. Bis in die 70er-Jahre diente sie als Müllplatz. „Da liegt alles, was die Leute nicht mehr brauchten. Das besagt zumindest ein Schriftstück aus unseren Akten“, bestätigte Stadtplanerin Stephanie Thies. A

nschließend ist die Halde lediglich minimal mit Erdboden überdeckt worden. „Manchmal kommen Scherben oder Ähnliches zutage“, so Ortsbürgermeister Hammer. Grundsätzliche Meinung jedenfalls, wie Carsten Hauschild (SPD) zusammenfasste: „Wenn hier überhaupt eine Nutzung in Frage kommt, dann für eine aufgeständerte Solaranlage.“

Das Kraftwerk wird in bemerkenswerte Dimensionen vorstoßen. „Geplant sind zwei Anlagen mit jeweils 640 Kilowatt Leistungsvermögen und je 440 Megawattstunden Ertrag pro Jahr“, erklärte Stadtplanerin Thies. Strom genug also für den Jahresbedarf von 220 Haushalten.

Allerdings dürfte es bis zum Bau noch eine Weile dauern. Im Mai will der Verwaltungssausschuss der Stadt abschließend beraten. Auch dessen Zustimmung gilt als sicher. Anschließend sollen dann Bebauungs- und Flächennutzungsplan überarbeitet werden. Hier kommen unter anderem Bürger zu Wort. Initiator Detlef Buschmann gibt sich zuversichtlich: „Schon in diesem Jahr wollen wir mit dem Bau beginnen.“

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