Mahnwache am Warwickplatz / Information der Besucher als Ziel

Zirkus-Tierhaltung kritisiert

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Andreas Zemke befragt die Verdenerin Birgit Behrmann.

Verden - Sind Tiere im Zirkus ein Argument für oder gegen einen Besuch? Die Meinungen sind geteilt, was sich beim Gastspiel des Circus Voyage in Verden zeigte. Eine Elefantenfütterung am Donnerstag begeisterte die Teilnehmer und die Vorstellungen der letzten Tage hatten reichlich Besucher. Es gab aber auch mehrere Gruppierungen, die mit Mahnwachen am Freitag und Sonnabend gegen die Tierhaltung im Zirkus demonstrierten.

Birgit Behrmann aus Verden gehört keiner Organisation an. Trotzdem hatte sie über soziale Netzwerke für Freitag zu einer Mahnwache aufgerufen. „Es geht nicht nur um diesen Zirkus“, erklärte sie. Gut zehn Verdener hatten sich ihr angeschlossen und standen mit selbst gemalten Schildern am Rande des Warwickplatzes. „Manege frei von Tierquälerei“ oder „Zirkus ja, aber ohne Tiere“, forderten sie.

An die Besucher der Nachmittags- und der Abendvorstellung verteilten sie Flyer, die Birgit Behrmann vom Verein „animal public“ zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Schließlich fuhr noch ein Bus der Partei „Mensch Umwelt Tierschutz“ vor, und Behrmann gab vor laufender Kamera im Gespräch mit dem Bremer Landesvorsitzenden Andreas Zemke, der zugleich erster Vorsitzender im tierrechtsbund-Aktiv ist, ein Statement ab. „Zirkussen muss der gewerbliche Handel mit Wildtieren untersagt werden. Ihren aktuellen Tierbestand dürfen sie behalten, wenn sie auf Nachzuchten und die Übernahme von Zootieren verzichten. Dann würde sich das Problem irgendwann von alleine lösen“, argumentierte die Verdenerin.

„Aktionen wie diese sind sehr wichtig“, so Zemke. Die Zirkusbetreiber beriefen sich oft auf ihre Genehmigungen, hielten die Auflagen aber nicht immer ein. Tiere würden ausgetauscht, wenn sie verstorben seien Genehmigungen aber nicht geändert. Die Wildtiere hätten nie genügend Auslauf, kritisierte Zemke. Beim Circus Voyage, der damit wirbt, dass er mehr als 80 Tiere hat, gebe es ein Flusspferd, dem nur ein Wasserbecken zur Verfügung stehe, das nicht einmal immer aufgebaut werde. Zemke fordert, so wie in Österreich, die Haltung von Zirkustieren in Deutschland zu verbieten.

„Tierhaltung im Zirkus ist nicht mehr zeitgemäß“, findet auch Rafael Cortes aus Dörverden. Er ist Koordinator beim Peta-2-Street-Team und demonstrierte unter den Augen der Polizei mit rund 20 Unterstützern am Sonnabend vor dem Zirkuszelt. Mit dabei war auch Katja Butgereit von den Tierrechtsaktivisten Bremen. „Unsere Empathie gilt den Tieren“, sagte sie und zeigte sich vom Erfolg der Aktion überzeugt. „Die Besucher stecken die Flyer ein und im Nachhinein wird zu Hause dann oft noch mal über das Thema gesprochen.“

Proteste gegen Circus Voyage in Verden

„Wir tun nichts verbotenes. Den Tieren geht es gut“, betonte Bettina Richter, Sprecherin des Circus‘ Voyage in einem kurzen Statement während der Mahnwache am Sonnabend. Eine Kontrolle des Veterinäramtes habe keine Beanstandungen ergeben. Zutritt zum Tierbereich gewährte sie spontan nicht. Dies sei wegen der Vorbereitung auf die nächste Vorstellung nicht möglich.

Jana Brökel aus Kirchlinteln und ihre Freundin Berenice Kratzer aus Wedehof demonstrierten derweil weiter. Sie wollten dazu beitragen, dass die Besucher sich mit dem Thema Zirkustiere befassen und damit, was außerhalb der Vorstellungen mit den Tieren passiert. „Viele wissen gar nicht Bescheid“, bedauert Jana Brökel.

wb

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