Mädchentag im Verdener Jugendzentrum mit elf Workshops und Party

Einfach ungezwungen sein

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Selbsterfahrung bei den Proben für „Romeo und Julia – der erste und einzige Akt“.

Verden - Schönheit, Liebe, Handwerk, Kunst, Körpererfahrung und Kreativität. Um diese und weitere Themen drehte sich alles am Mädchentag im Verdener Jugendzentrum. Der Bürgertreff am Hoppenkamp, die Stadt Verden, das Jugendzentrum und der Nachmittagsbereich der offenen Ganztagsschulen hatten die Veranstaltung gemeinsam organisiert und mit finanzieller Förderung vom Netzwerk Jugendarbeit und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt durchgeführt.

Zicken, Heulsusen, Kicherliesen: Was ist dran am Mädchensein? Der Mädchentag im Verdener Jugendzentrum behandelte mit diversen Angeboten und in Workshops das Selbstverständnis und Lebensgefühl der Mädchen von heute.

Sieben von ihnen standen auf der Bühne und übten mit Kunsttherapeutin Sarina Wilhelm das Theaterstück „Romeo und Julia – der erste und einzige Akt“ ein. Sie kicherten, alberten herum und feilten an den Dialogen, um sie dann zu einer stimmigen Einheit zusammenzufügen. Das Theaterspiel war aber nur einer von insgesamt elf Workshops in den Räumen des Verdener Jugendzentrums. Das bereits traditionelle Angebot hatte diesmal über 70 Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren angelockt, die einen Tag lang nur unter ihresgleichen sein wollten. Denn eines ist Fakt: Obwohl Mädchen heute wesentlich selbstbewusster sind und eine eigenständige, berufliche Orientierung entwickeln, bevorzugen sie nach wie vor typische, meist schlechter bezahlte „Frauenberufe“ wie Arzt- und Zahnarzthelferin, Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau und Friseurin.

Den Mädchen Selbstbewusstsein vermitteln, ist daher das erklärte Ziel des Mädchentages. Und dass derlei Angebote nötig sind, bewies die Resonanz und der Spaß der Mädchen, die diesen besonderen Tag ganz offensichtlich sehr genossen haben. Das Organisationsteam hatte sich aber auch eine Menge einfallen lassen und bei der Auswahl der Themen gutes Gespür bewiesen. „Künstlerisches, Kreatives, Handwerkliches, Kulinarisches, Sportliches oder Modisches waren auf der Auswahlliste für die elf Workshops notiert, sodass die Mädchen viele Möglichkeiten hatten, auszutesten, welche Talente in ihnen schlummern.

Warum ein Mädchentag immer noch wichtig und etwas Besonderes ist, erklärte Christel Kijewski vom Bürgertreff. Die Atmosphäre ohne Jungen sei viel ruhiger und freundlicher, und die Gespräche seien ungezwungener. Das zeige sich auch daran, dass die Teilnehmerplätze immer sehr schnell belegt seien.

Und an diesem Tag würden die Mädchen ungezwungener Dinge tun, die sie aufgrund ihrer Sozialisation vielleicht auch nie ausprobiert hätten. „Jungs lachen einen aus und sie drängeln sich auch immer vor. Es macht ohne sie mehr Spaß“, bestätigte die neunjährige Adelina. Kijewski legte Wert auf die Feststellung, dass es beim Mädchentag aber keinesfalls um Ausgrenzung oder Abgrenzung gehe, sondern ausschließlich darum, dass Mädchen gerne mit Mädchen zusammen wären. „Beim anderen Geschlecht ist es genau so. Daher ist im kommenden Jahr auch ein Tag nur für Jungen geplant.“

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