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Mächtige Roteiche musste weichen

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Von: Erika Wennhold

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Eine ausgewachsene Roteiche ist gefällt worden. Sie stand vor dem Abriss an der Giebelseite des Hauses.
Eine ausgewachsene Roteiche ist gefällt worden. Sie stand vor dem Abriss an der Giebelseite des Hauses. © Erika Wennhold

Das Grundstück ist frei, das Haus abgerissen, die Bäume gestutzt, man darf gespannt sein, was auf der Fläche am Burgberg seinen Platz finden wird....

Verden – Das alte unscheinbare Haus am Burgberg in Verden ist seit Anfang des Jahres verschwunden und mit ihm eine mächtige Roteiche mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Aber nicht nur dieser nah am alten Gebäude stehende Baum musste offensichtlich weg, auch Lebensbäume und Gestrüpp wurden entfernt und lassen erahnen, in welcher Größenordnung hier gebaut werden wird.

Die Stadt Verden hatte das Gebäude Burgberg 62 in einem Bieterverfahren, das sich über viele Wochen hinzog, im vergangenen Jahr an einen Investor verkauft. Dabei soll das Mindestgebot von 390 000 Euro, das durch einen Gutachter ermittelt worden war, weit übertroffen worden sein.

An geeigneter Stelle wird neu gepflanzt

Das Grundstück liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans Nummer 30 für den Burgberg aus dem Jahr 1966. In diesem Bebauungsplan für den Burgberg zwischen Eitzer Straße, Böschung am Alten Ringwall, Aller und Rosenweg sind auch zu schützende Bäume festgesetzt worden. „Diese sind zu erhalten. Innerhalb der überbaubaren Flächen können Ausnahmen zugelassen werden, wenn diese Bäume einer Baumaßnahme im Wege stehen und an geeigneter Stelle Neuanpflanzungen vorgenommen werden,“ heißt es dazu im Exposé zum Kaufangebot.

Als Art der baulichen Nutzung wird für das Grundstück und dessen direkte Nachbarschaft ein reines Wohngebiet festgesetzt. Zum Maß der baulichen Nutzung setzt der Bebauungsplan eine Grundflächenzahl von 0,2 und eine Geschossflächenzahl von 0,3 fest. Laut Bebauungsplan ist maximal ein Geschoss, bezogen auf die Straßenebene, zulässig. Im Exposé wird jedoch aufgrund der Lage am Hang die Möglichkeit für ein weiteres Geschoss zur Talseite unterhalb der Straßenebene eröffnet. Die überbaubare Grundstücksfläche ist auf eine Tiefe von 15 Metern und eine Breite von rund 30 Metern festgesetzt.

In den nächsten zwei Jahren soll neu gebaut werden

Dadurch wird klar, dass das unscheinbare Häuschen, das hier einmal gestanden hat und von dem nur die eine Seite eines Satteldaches zu sehen war, durch etwas Auffälligeres ersetzt werden wird. Was der Käufer hier vorhat, ist der Stadt wohl bekannt, wird aber nicht preisgegeben. Mit dem Kaufvertrag sollte der neue Besitzer jedoch eine Bauverpflichtung eingehen, wonach in den nächsten zwei Jahren mit dem Neubau begonnen werden muss. Verhindert werden sollte damit, dass das Grundstück zum Spekulationsobjekt verkommt.

Der Bebauungsplan kann im Geoportal der Stadt Verden eingesehen werden unter https://gis.verden.de/MapSolution/apps/map/cli ent/public. Welche nicht im Bebauungsplan festgesetzten Bäume dennoch dauerhaft zu erhalten sind, darüber sollte eine gesonderte Vereinbarung im Kaufvertrag abgeschlossen werden. Dazu ist es offensichtlich gekommen, denn in der Hanglage sind Bäume und Büsche bisher weitgehend stehen geblieben.

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