Bakterieller Befall weit fortgeschritten

Mächtige Kastanie nicht mehr zu retten

Im Vordergrund einer Baumreihe am Straßenrand ist die mächtige Kastanie zu sehen. Jahreszeitlich bedingt trägt sie noch kein Laub.
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Fällarbeiten stehen an der Eisseler Straße bevor: Die vielleicht mehr als hundert Jahre alte Kastanie (links vorne im Bild) ist von Schädlingen befallen und stirbt.
  • Krone der Kastanie zu großen Teilen schon abgestorben
  • Fällarbeiten in der Eisseler Straße in Dauelsen stehen bevor
  • Ortsnahe Ersatzpflanzungen im Herbst

Verden – Eine mächtige Kastanie, vermutlich über 100 Jahre alt, muss gefällt werden. Das hat die Stadt Verden in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Der Baum steht an der Eisseler Straße in Dauelsen. Begründung: „Die Kastanie ist durch das sogenannte „Bakterielle Rosskastaniensterben“ stark geschädigt, sodass bereits ein großer Teil der Krone abgestorben ist.

“ Die gut erkennbaren frischen Pilzfruchtkörper am Baum wiesen auf eine Stammfäule im fortgeschrittenen Stadium hin. Der Baum sei leider nicht mehr zu erhalten, und da die Verkehrssicherheit nicht gegeben sei, müsse er zeitnah gefällt werden.

Dass der Baum befallen sei, zeige sich am Absterben umfangreicher Kronenbereiche, erklärt Silke Schwarz vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün im Verdener Rathaus. Bei der Kastanie könne man außerdem an vielen Stellen des Stammes Schäden erkennen. Langfristig schreite die Krankheit voran und führe zum Absterben des Baumes. Es gebe kein Mittel oder Schutzmaßnahmen, um den Befall aufzuhalten.

Von Großbritannien über die Niederlande nach Nordrhein Westfahlen

Die Bakterienkrankheit wurde zunächst in Großbritannien, dann 2002 in den Niederlanden und Belgien beschrieben. Offensichtlich habe eine Ausbreitung in Windrichtung von Westen stattgefunden, schreibt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Dort hat man wohl schon länger mit dem Problem zu tun. Ein Grund dafür, dass sich die bakterielle Rindenkrankheit immer weiter ausbreiten könne, seien vermutlich die Witterungsverläufe der letzten Jahre mit starkem Frost, Trockenheit und hohen Temperaturschwankungen.

Auch die in vielen Fällen bei den weißblühenden Bäumen durch die Kastanienminiermotte stark verminderte Assimilationsfläche trägt nach Expertenmeinung dazu bei, dass Kastanien anfälliger für Krankheiten werden.

In Verden sind alle Straßenbäume in einem Kataster registriert. Sie werden regelmäßig auf Zustand und Standfestigkeit überprüft. Diese Aufgabe übernehmen Baumkontrolleure, die problematische Fälle am Straßenrand stets im Blick haben, damit die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird. Auffälligkeiten werden sofort im Kataster registriert.

Alles, was im Kataster festgehalten werde, sei Grundlage bei den regelmäßigen Kontrollen, sagt Silke Schwarz, die auch schon mal besorgte Anwohner am Telefon hat, die bei kräftigen Winden Angst vor möglicherweise umstürzenden Straßenbäumen haben. „Die beruhige ich regelmäßig. Denn ein gesunder Baum stürzt nicht so schnell um.“ Es sei denn, er trage Laub, wodurch der Wind eine viel größere Angriffsfläche habe als sonst. Gleichzeitig schaue sie aber auch im Baumkataster nach, ob es sich um einen problematischen Fall handelt.

Bei Unsicherheit einen Baumgutachter hinzuziehen

„Mehr Stürme, eine hohe Last und lange trockene Phasen setzten vielen Bäumen zu“, ergänzt Silke Schwarz. Stürzt ein Baum um, würden dadurch entstandene Schäden oft erst sichtbar. Insgesamt gibt sie aber Entwarnung. Sollte es Unsicherheiten geben, rät sie Betroffenen dazu, einen Baumgutachter hinzuzuziehen.

Für den Baum an der Eisseler Straße in Dauelsen gibt es keine Rettung mehr. Die Baumpfleger des städtischen Betriebshofes werden die Arbeiten voraussichtlich am 13. April vornehmen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Straße während der Fällarbeiten halbseitig gesperrt sein wird.

Einen alten Baum kann man nicht wirklich ersetzen, aber um einen gewissen Ausgleich zu schaffen, wird die Stadt im Herbst dieses Jahres Ersatzpflanzungen vornehmen. Sie sollen standortnah erfolgen.

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