9980 Bürger geben Stimme ab

Lutz Brockmann bleibt Verdener Bürgermeister

+
Zuversicht strahlte Lutz Brockmann bereits nachmittags im Wahllokal 221 aus, hier zusammen mit Lebenspartnerin Ulla Schobert und Tochter Gwenda.

Lutz Brockmann (SPD) bleibt für die nächsten sieben Jahre Bürgermeister. In einer Stichwahl setzte sich der Amtsinhaber gegen Herausforderer Jens Richter (CDU) durch. Der Christdemokrat erhielt 45,97 Prozent der abgegebenen Stimmen, Brockmann 54,03 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,27 Prozent.

Verden – Der letzte Wahlbezirk war noch gar nicht ausgezählt, da ging FDP-Ratsherr Jürgen Weidemann schon entschlossen auf Lutz Brockmann zu und gratulierte ihm zum Sieg. Das Gelächter hatte der Liberale damit auf seiner Seite. Nur wenig später brach dann bei der Wahlparty im Lugenstein lautstarker Jubel aus. Benedikt Pape hatte per Beamer das vorläufige Endergebnis an die Wand geworfen und damit Brockmann als Sieger ausgewiesen.

„Ich freue mich, dass das Ergebnis so klar ist“, kommentierte der Gewinner das Votum der 9980 Verdener, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht hatten. Gleichwohl betrachte er das Resultat nicht als eine Aufforderung zum „Weiter so!“, betonte Brockmann. Im Rahmen des langen Wahlkampfes habe er viele Gespräche geführt, dabei einiges gehört und gelernt. Die dritte Amtszeit sei daher auch „ein dritter Anfang“.

Auf Bundesebene rutscht die SPD immer weiter in die Krise, in Verden ist und bleibt ein Sozialdemokrat Bürgermeister. „Es ist eine Personenwahl“, sagte Brockmann, fügte aber an, dass die Unterstützung seiner Person durch die Verdener Grünen sicher zum Ausgang der Wahl beigetragen habe.

Handschlag unter Konkurrenten: Jens Richter (r.) gratulierte Bürgermeister Lutz Brockmann Sonntag ebenfalls zur gewonnenen Wahl. 

Herausforderer Jens Richter und der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Olaf Kluckhuhn, hatten sich von ihrer Wahlparty im gegenüberliegenden Sottis auf den Weg ins Lugenstein gemacht, um Brockmann zu gratulieren.

„Ich bin leider als zweiter Sieger durchs Ziel gegangen“, erklärte Jens Richter anschließend gegenüber der Presse. Ihm gehe es aber trotz der Niederlage gut, seine knapp 46 Prozent seien „ein sehr respektables Ergebnis“.

Die geringe Wahlbeteiligung bezeichnete er jedoch als „nicht zufriedenstellend“, ohne eine Erklärung für dieses scheinbare Desinteresse nennen zu können.

Flyer für die Ortschaften von Jens Richter

Er und seine Unterstützer hätten in den zurückliegenden drei Wochen noch einmal richtig Gas gegeben, auch, um die Bürger an die Wahlurnen zu bekommen. Allein 12.000 Flyer mit auf die einzelnen Ortschaften bezogenen Themen seien verteilt worden.

Nach der verlorenen Wahl macht Richter nun beruflich weiter als hauptamtlicher Geschäftsführer bei den CDU-Kreisverbänden Verden und Rotenburg. Während seines Wahlkampfes habe er aber auch viele Hinweise bekommen und von Themen erfahren, denen er sich nun widmen wolle. Straßenbeleuchtungen und schlechte Radwege seien dabei genauso angesprochen worden wie der Umgang mit Steuermitteln oder die Anbindung der Ortschaften an den ÖPNV. Richter: „Nur weil ich jetzt nicht Bürgermeister geworden bin, höre ich ja nicht auf mit der Politik.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Das bietet das neue Kreuzfahrtschiff "MSC Grandiosa"

Das bietet das neue Kreuzfahrtschiff "MSC Grandiosa"

Beeindruckende Bilder von Wüsten der ganzen Welt – Lebensraum der Extreme

Beeindruckende Bilder von Wüsten der ganzen Welt – Lebensraum der Extreme

Meistgelesene Artikel

Engel mit provokantem Namen

Engel mit provokantem Namen

Rohrbruch: Probleme mit der Wasserversorgung

Rohrbruch: Probleme mit der Wasserversorgung

Zeichen gegen Antisemitismus

Zeichen gegen Antisemitismus

Mehr Grün statt Beton

Mehr Grün statt Beton

Kommentare