Ökumenische Bibelgesprächsabende

Von der Luther-Ente zur Wirklichkeit

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Pastor Marko Stenzel, Barbara Walther, Pastor i.R. Ludolf Ulrich und Jörg Pöhl (v.l.) bilden mit Ulrike Leim, Karin Scherzinger und Hans-Jürgen Lange den Vorbereitungskreis zu den Bibelgesprächsabenden. Der nächste Termin ist am Donnerstag, 4. Mai.

Verden - 500 Jahre Reformation werden in diesem Jahr gefeiert. Ein großes Jubiläum, das auch die ökumenischen Bibelgespräche 2017 beeinflusst, sowohl in ihrem Inhalt als auch den zeitlichen Umfang betreffend.

So hat der siebenköpfige Vorbereitungskreis mit Mitgliedern der katholischen St.-Josef-Gemeinde und der evangelisch-lutherischen St.-Johannis-Gemeinde sich auf drei Veranstaltungen beschränkt. Nach einem Vortrag von Dr. Walter Jarecki über „Die Reformation im Hochstift Verden“ (wir berichteten) soll es am Donnerstag 4. Mai, im 19.30 Uhr, im Stadtkirchenzentrum um „Luther – Kult und Wirklichkeit“ gehen.

Seltsame Merchandise-Artikel

„Luther wird zurzeit gewaltig hochgejubelt“, hat Pastor i.R. Ludolf Ulrich vom Vorbereitungsteam allein beim Blick auf den aktuellen Büchermarkt festgestellt. Mitstreiterin Barbara Walther bestätigt Ludolfs Beobachtungen und kann noch einen draufsetzen. Selbst Quietsche-Enten im Luther-Look gebe es, berichtet sie.

Und so wird wohl dieser „komische Vogel“ ebenso wie die Luther-Nudeln Eingang finden in die kleine Sammlung an Merchandise-Artikeln rund um den Reformator, die für den Gesprächsabend Anfang Mai zusammengestellt wird.

Vom Helden zum Heiligen

„Luther, der Held, der sich gegen die katholische Kirche gestellt hat“, beschreibt Ulrich das Bild, das die Allgemeinheit von dem Theologen hat. „Wir wollen versuchen, diesem Kult den wirklichen Luther gegenüberzustellen“, erklärt er die Intention des Diskussionsabends. Dabei wird es weniger um Vergangenes als vielmehr um die Bedeutung der Reformation für die Gegenwart gehen.

Vom Helden zum Heiligen springt das Thema des Bibelgesprächsabends am Donnerstag, 2. November. Am Tag nach Allerheiligen wollen Katholiken und Protestanten darüber sprechen, was das Heiligsein in ihrem Glauben meint. „Geht es um die toten Heiligen oder darum, was uns als Christen heilig ist?“, nennt Barbara Walther eine Frage, die dann diskutiert werden könnte. Hier, so ergänzt Pastor Marko Stenzel, wäre dann auch ein Brückenschlag zu Martin Luther möglich. Denn für den sei, anders als in der katholischen Kirche, ein jeder Getaufter heilig.

Jeder kann teilnehmen - mit oder ohne Bibelkenntnis

Die ökumenischen Bibelgesprächsabende finden zum fünften Mal in Verden statt. Sie seien entstanden aus dem konfessionsübergreifenden Wunsch heraus, miteinander ins Gespräch zu kommen, so Stenzel. Inzwischen, so berichtet der Vorbereitungskreis, seien die Veranstaltungen regelmäßig gut besucht. Was nicht bedeuten solle, dass nicht auch neue Teilnehmer herzlich willkommen wären. Im Gegenteil.

Wer mitreden oder auch nur zuhören möchte, muss nicht bibelfest sein. „Jeder kann etwas beitragen“, ermutigt Barbara Walther zum Mitmachen. „Er wird nichts bewertet. Es geht nicht ums Wissen, es geht ums Gefühl“, stellt sie fest. Und genau das mache die Abende zu wertvoll.

kp

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