Unterwegs auf vielen Auktionen des Hannoveraner Verbandes - 70 Jahre bei der Zeitung

Lothar Dombek feiert 95. Geburtstag: Durch und durch ein Journalist

Lothar Dombek.
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Lothar Dombek feiert seinen 95. Geburtstag

Verden – Manche Dinge ändern sich nie: Wer morgens in die Redaktion kam, konnte über viele Jahre hinweg sicher sein, dass an einem Schreibtisch schon Hochbetrieb herrschte: Unser Senior Lothar Dombek, tags zuvor noch bis in die Puppen auf einer Auktion in der Niedersachsenhalle, wälzte seinen Notizblock um das Neueste vom Neuen, das Spitzenpferd mit Spitzenpreis, zu Papier zu bringen. Über 70 Jahre die Zuverlässigkeit in Pünktlichkeit und Person. Heute feiert Lothar seinen 95. Geburtstag.

Gefrotzelt wurde unter den Kollegen und mit Lothar Dombek immer gerne, auch darüber, dass er, statt zu schlafen, lieber an seinem Schreibtisch saß. „Warum ich so alt geworden bin? Früh aufstehen und kalt duschen“, kam und kommt es auch heute noch. Ein Rezept, das sich offensichtlich auszahlt.

„Warum ich so alt geworden bin? Früh aufstehen und kalt duschen“

Knapp 16 Jahre jung, stieß Dombek im Jahre 1941 als freier Mitarbeiter zum damaligen Verdener Anzeigenblatt. Sein erster Beitrag? Der Senior überlegt zwar, es ist allerdings nur eine kleine Kunstpause, denn den Artikel hat er im Kopf: Die „Kräutersammlung der Schuljugend“ lautete die Überschrift. Es dauerte allerdings nicht lange, bis der Kollege seine Ader fürs Hippologische entdeckte.

Das Kriegsende erlebte Dombek in Gefangenschaft, doch nach seiner Rückkehr stieg er schnell wieder in die journalistische Arbeit ein. Nebenberuflich, versteht sich, denn Geld war damit noch nicht zu verdienen. Den Lebensunterhalt für Frau und Kinder bestritt er als Angestellter bei der Stadt Verden.

Auf Auktionen des Hannoveraner Verbandes: Seine Ader fürs Hippologische

Die Pferde haben den Sportsmann sein Leben lang fasziniert. Ob Auktionen, Hengst- und Stutenschauen, Spring- und Dressur-Championate oder Weltmeisterschaft, er war im weiten Rund von Halle oder Stadion zuverlässig mit Stift, Block und Kamera vertreten.

Nicht nur beim Hannoveraner Verband, auch in den Reihen der Kollegen war und ist Dombeks Pferdeverstand unumstritten. Nur einmal gab‘s Ärger. Die Geschichte wurde und wird in Kollegenkreisen immer wieder gerne erzählt. „Warum nicht von Weltmeyer“, so hatte Experte Dombek den Nachwuchs eines berühmten Pferdes in seinem Manuskript vorgestellt. Ohne Sachkenntnis und Rücksprache strich ihm der Redakteur – Name siehe oben – den Titel zusammen und machte daraus „Weltmeyer“. Am nächsten Tag kein Gruß und dafür ordentlich Schimpfe. Aber dann war wieder alles gut. Schwamm drüber. Da war er dann nicht nachtragend.

Auch in den Reihen der Kollegen war und ist Dombeks Pferdeverstand unumstritten

Der Pferdesport, die Besuche in der Niedersachsenhalle, standen journalistisch zwar an erster Stelle, dennoch war der engagierte „Zeitungsmann“ weiteren Themen gegenüber stets aufgeschlossen. Dazu gehörte seit frühester Jugend der Boxsport. „Unvergessen die Begegnung und das Interview mit Schwergewichts-Weltmeister Max Schmeling“, erinnert er sich mit leuchtenden Augen. In der Rubrik „Menschen aus unserer Mitte“ beschrieb er zudem über Jahrzehnte Persönlichkeiten, aber auch Leute, die nicht im Mittelpunkt der Gesellschaft standen. „Das war mir immer ein besonderes Anliegen“, betont Dombek stets.

Aber er guckte auch über den Tellerrand. Spannend liest sich die Liste weiterer Reportagen. Er flog, auch da schon im gesetzten Alter, ins Krisengebiet Sarajewo, ging auf U-Boot-Tauchfahrt und erlebte eine Nacht auf der Hamburger Davidswache. Die Leserinnen und Leser erfuhren haarklein, wie es ihm dabei ergangen war.

Ins Krisengebiet Sarajewo und mit dem U-Boot auf Tauchfahrt

Neue Herausforderungen nahm und nimmt er gerne an. Als die Schreibmaschine ausgedient hatte, setzte er sich an den Computer. Die digitale Kamera oder E-Mail statt Postverkehr, Lothar machte mit und verwunderte den einen oder anderen deutlich jüngeren Kollegen ob seiner Sachkenntnis.

Seinen verdienten Ruhestand verbringt der 95-Jährige im Caritasstift, wo er das lokale Geschehen und insbesondere den Pferdesport kritisch in „seiner“ Zeitung verfolgt. Passt ihm etwas nicht, klingelt schon mal sehr pünktlich das private Telefon des Redakteurs. Manche Dinge ändern sich eben nie: Lothar, bleib wie Du bist. Alles Gute zum Geburtstag!

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