Azubi-Speed-Dating

Welcher Chef passt zu mir?

26 Firmen kommen an zwei Tagen zum Azubi-Speed-Dating, das Arbeitsagentur, IHK und Landkreis organisieren. n Foto: Wennhold

Verden - Von Erika Wennhold. Um den passenden Nachwuchs für die Firma zu finden, gehen Arbeitgeber neue Wege und überlegen sich Anreize, damit die berufliche Entscheidung junger Menschen zu ihren Gunsten ausfällt. Wie schwer es wird, auf den ersten Blick unattraktive Ausbildungsplätze zu besetzen, wurde bei der Pressekonferenz anlässlich des dritten Azubi-Speed-Datings deutlich.

Gastgeber war die Firma Badenhop Fleisch aus Verden, die in ihrem Schulungszentrum an der Max-Planck-Straße die teilnehmenden Firmen des Azubi-Speed-Datings begrüßte. Deren Vertreter, Rainer Heinl und Lüder Meyer, führten zusammen mit Daniela Westerhoff von der IHK Stade in die Thematik ein. Erste Zahlen nannte der Pressesprecher der Agentur für Arbeit Verden-Nienburg, Bernd-Uwe Metz. Danach stehen 520 unbesetzten Ausbildungsstellen 350 noch suchende Bewerber gegenüber. Diese Zahl beschreibt das Dilemma der Firmen.

Arg getroffen ist zurzeit die Branche mit Bedarf an Berufskraftfahrern. Nicht nur die Firma Badenhop mit einem Fuhrpark von 70 Zugfahrzeugen und 140 Anhängern ist auf der Suche, auch Kraftverkehr Nagel in Achim oder Oetjen Logistik in Rotenburg. Zusammen mit 23 weiteren Firmen setzen allesamt auf das Azubi-Speed-Dating am 23. und 24. Mai, 14.30 bis 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr), im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur – zum ersten Mal an zwei Tagen.

Berufsberaterin Julia Oetker und Teamleiterin-Arbeitgeberservice, Janina Kastens, erklären, warum diese Veranstaltung für beide Seiten eine gute Chance ist: „Mit dem Speed-Dating erreichen wir Schulabgänger, die das Jahr für einen Ausbildungsbeginn eigentlich schon abgehakt haben.“ Gleichzeitig hätten Gymnasiasten dann ihren Abiturstress hinter sich und den Kopf frei für Gedanken an die berufliche Zukunft. Für alle ein Vorteil sei die besondere Atmosphäre. Oetker: „Schwellenangst tritt in den Hintergrund.“ Dennoch nähmen die meisten Besucher den Termin sehr ernst, achteten auf die passende Kleidung und zeigten sich von der besten Seite.

Punkten können hier auch diejenigen mit einem weniger guten Zeugnis. Wenn die Chemie zwischen Ausbildungsplatzsuchenden und Ausbildern stimmt, können sich ungeahnte Chancen aufzeigen. In den Zehn-Minuten-Takten kann ein möglicher zukünftiger Chef auch deutlich machen, worauf es bei ihm ankommt. Unpünktlichkeit, Krankschreibungen wegen eines Schnupfens oder leichtfertiges „Hinschmeißen“ gehören zum Erfahrungsschatz der Ausbildungsfirmen, die heute allerdings nicht mehr die Qual der Wahl haben.

Auch die fehlende Mobilität der Auszubildenden ist ein Problem, das die Firma Badenhop lösen will, indem sie plant, selber Unterkünfte anzubieten – eine Alternative für größere Betriebe. Alle anderen werden weiter entfernt wohnende Auszubildende eher nicht bekommen. Es sei denn, die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ideal.

Neben den Angeboten der Agentur für Arbeit, der Fachkräfteoffensive des Landkreises mit ihren Berufsbörsen und der IHK empfehlen einige der Firmen, die beim Azubi-Speed-Dating dabei sind, mehr Kurzpraktika zu absolvieren. Hörgeräteakustiker Uli Schmitz: „Bei uns laufen die Praktikanten zwei Tage lang einfach nur mit, um den Arbeitsalltag kennen zu lernen.“

Alle beteiligten Unternehmen und Ausbildungsberufe finden Interessierte im Internet unter www.stade.ihk24.de.

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