Emma Hooper und Lebensgefährte Charlie Williams in der Buchhandlung Heine

Literatur mit ganz viel Musik

Emma Hooper und ihr Lebensgefährte Charlie Williams waren zu Gast in der Buchhandlung Heine.

Verden - „Literatur nach Art des Hauses“ steht regelmäßig auf dem Programm der Buchhandlung Heine. Diesmal gab es neben der Literatur auch noch sehr viel Musik. Autorin und Musikerin Emma Hooper kombinierte die Lesung aus ihrem Bestseller „Etta und Otto und Russell und James“ mit einem kleinen Konzert. Die „Waitress for the Bees“, wie sie sich als Solomusikerin nennt, entführte ihr Publikum in das Reich der Dinosaurier und Insekten.

Eröffnet wurde der Abend von ihrem Lebensgefährten Charlie Williams alias Larkhall, der einige Stücke aus seinem neuen Soloalbum vorstellte. „Piano-Pop für denkende Menschen“, so beschreibt Williams seine Musik. Mit sanften Klängen und seiner leisen aber doch ausdrucksstarken Stimme, etwa beim Song „Maggie“ kam er beim zahlreich erschienenen Publikum gut an. Immer wieder überraschte er mit wechselnden Rhythmen und ungewöhnlichen Sounds. So benutzte er bei einem Stück ein Metronom als Percussion-Instrument. Eine schöne Cover-Version zeigte er mit seiner Softausgabe des Guns n' Roses-Klassikers „Sweet Child of mine“.

Emma Hooper schlüpfte abwechselnd in die Rolle der Musikerin und der Autorin. Als „Waitress for the Bees“, entführte sie das Publikum in gegensätzliche Welten. Mal waren es die anachronistischen Dinosaurier, dann wieder die winzigen Insekten, von denen sie mit ihrer klaren Stimme sang. So ging es unter anderem um das kurze Leben einer Fruchtfliege oder um den mächtigen, gepanzerten Ankylosaurus. Ihren Gesang begleitet Emma Hooper auf der Geige. Mit Hilfe ihrer Loop-Station klang es so, als spiele sie ein Duett mit sich selbst.

Als Autorin las sie aus ihrem erfolgreichen Debutroman „Etta und Otto und Russell und James“ in der englischen Originalversion. Hier geht es um die 83-jährige Etta aus Saskatchewan, Kanada, die sich, begleitet vom sprechenden Kojoten James, aufmacht, um endlich das Meer zu sehen. Ihr Gatte Otto vertraut ihr und lässt sie gehen. Der gemeinsame Freund Russell kann sich mit Ettas Fortgehen aber nicht abfinden und möchte sie begleiten. Aus der Perspektive der drei alten Menschen erzählt die Autorin in vielen Rückblenden die Geschichte Kanadas.

Inspiriert worden sei sie von ihren Großeltern mütterlicherseits, die ebenfalls mitten in Kanada leben, erzählte Hooper ihrem Publikum in der Buchhandlung. Wie die Romanfiguren war ihr Großvater Farmer und die Großmutter Lehrerin. Sie selbst habe als Kind viele Jahre in Kanada verbracht, und es sei sowohl langweilig als auch wundervoll gewesen, berichtete die Autorin.

Auch bei Hoopers Arbeit als Schriftstellerin spielt Musik eine wichtige Rolle, verriet sie. So lasse sie sich von den Songs einiger Musikerkollegen beim Schreiben inspirieren. Sie liebe es, in ihren Büchern mit dem Rhythmus der Sprache zu spielen erzählte sie weiter. Je nachdem, ob die Sätze kurz oder lang seien, variiere auch das Lesetempo. Das funktioniere ähnlich wie mit den Noten in der Musik. Leeren Raum benutze sie, um Tempo herauszunehmen. So kann es schon einmal vorkommen, dass ein Kapitel nur aus wenigen Sätzen besteht und die Seite ansonsten leer bleibt.

Mit dem Song „Mosquito“, den Hooper und Larkhall gemeinsam aufführten, verabschiedete sich das Künstlerpaar von ihrem begeistert Beifall klatschenden Publikum. - ahk

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