Rund 80 Gäste erleben genüssliche Frida-Kahlo-Lesung mit lateinamerikanischem Flair in Pades Restaurant

Literarisches mit mexikanischem Geschmack

In der Restaurant-Küche von Pades war ordentlich Trubel. - Foto: Niemann

Verden - Literarisches von hohem Genusswert erlebten rund 80 Gäste anlässlich der Frida Kahlo Lesung in Pades Restaurant im Rahmen der Lesungen lateinamerikanischer Literatur von Stadtbibliothek Verden und dem Förderverein der Lese-Einrichtung.

Für das literaturinteressierte Publikum zauberten Wolfgang Pade und sein Küchenteam aus dem Buch „Die Fiestas der Frida Kahlo“, ein mexikanisches Drei-Gänge-Tapas-Menü, die Schauspielerin Birgit Scheibe las dazu Texte aus Francisco Haghenbecks Buch „Das geheime Leben der Frida Kahlo“ und aus Liebesbriefen. Auch trug Wolfgang Pade zwei Texte zur Lesung bei.

„Ich bin nicht Frida Kahlo. Ich bin Birgit Scheibe. Ich lese und dabei versuche ich natürlich, die entsprechende Atmosphäre zu schaffen“, verdeutlichte Scheibe, die, nachdem Kathrein Goldbach vom Förderkreis der Stadtbibliothek die Gäste begrüßt und sie mit den wichtigsten Details zu Frida Kahlo versorgt hatte, in eine magische Welt voller Gegensätze entführte. Der schwere Unfall, die große Liebe zu Diego Rivera, die Krankheit, das politische Engagement, ihre Leidenschaft fürs Kochen und natürlich fürs Malen: Mit Birgit Scheibe kam die große Frida Kahlo (1907 - 1954) zu Wort. „Ich bin nicht gestorben! Und außerdem habe ich etwas, wofür es sich zu leben lohnt – die Malerei.“ Das sagte Frida Kahlo zu ihrer Mutter, nachdem sie 1925 im Alter von 18 Jahren ein Busunglück schwer verletzt überlebt hatte.

In der Restaurant-Küche von Pades war ordentlich Trubel. - Foto: Niemann

Im Krankenbett begann sie zu malen. Und das Malen wurde für sie, die ihr ganzes Leben lang unter den schweren Schädigungen des Unfalls litt, zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. Denn wenngleich Frida Kahlo augenscheinlich eine selbstbewusste, eigenständige, vor Kreativität sprühende Künstlerin und eine fröhlich-fordernde Persönlichkeit gewesen ist, so war sie ihrem Ehemann, dem Maler Diego Rivera, trotzdem nur eine Geliebte unter vielen Geliebten, die zeitlebens die andere Hälfte ihrer selbst suchte. „Ihr Werk ist bitter und zärtlich“, hat sie Rivera beschrieben. „Hart wie Stahl und zerbrechlich wie die Flügel eines Schmetterlings. Liebenswert wie ein schönes Lächeln und grausam wie die Bitterkeit des Lebens.“ Sensibel, im Tonfall mal überschwänglich, mal leise, ironisch, humorvoll aber auch zweifelnd, brachte Scheibe Zitate, Gedanken, Emotionen, Erwartungen und Gefühle über und von der berühmtesten mexikanischen Malerin zum Ausdruck. Mit bestechender Klarheit gab die Künstlerin dabei Frida Kahlo eine – ihre – Stimme, sodass die Geschichten, von denen in den Büchern erzählt wird, für das Publikum nicht nur nachvollziehbar, sondern real greifbar wurden. Es wurde schließlich mitten hinein in Denken und Fühlen von Kahlo katapultiert. Scheibe hat die einzigartige Atmosphäre der Welt, in der Frida Kahlo lebte, in die Restauranträume transferiert und ihren außergewöhnlichen Charakter von Minute zu Minute lebendiger werden lassen. Das ist ihre ganz besondere Gabe, die von den Gästen mit viel Beifall honoriert wurde.

Wegen des schnellen Ausverkaufs findet am Donnerstag, 16. Juni, 19 Uhr, ein weiterer „Frida-Kahlo-Abend“ mit Drei-Gänge-Menü und Lesung mit Birgit Scheibe statt. Karten erhalten Interessierte bei Pades Restaurant (Telefon: 04231/3060) für 49 Euro pro Person. Bei schönem Wetter wird die Veranstaltung im schönen Restaurantgarten durchgeführt. -

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