Lies für Bahnhalt in Dauelsen

Lockere Atmosphäre beim Gespräch mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (2.v.r.) im Bistro Lugenstein. Foto: haubrock-kriedel

Anlieger sind über den Bahnlärm nicht gerade begeistert. In Verden und auch anderswo. Jetzt hörte sich Umweltminister Olaf Lies die Sorgen der Verdener Bürger an. Volles Programm für den Gast aus Hannover.

Verden – Die Chancen, die sich für Verden durch den Schienenbau ergeben, waren das zentrale Thema beim Bürgergespräch mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) und Bürgermeister Lutz Brockmann am Mittwoch im Bistro Lugenstein. „Das Land unterstützt mit 75 000 Euro die städtebauliche Begleitplanung für die gestalterische Integration von Schallschutzmaßnahmen für den Vollschutz vor Bahnlärm“, lautete die gute Nachricht, die der Minister mitgebracht hatte.

„Vollschutz vor Bahnlärm” bedeutet einen über das Gesetz hinausgehenden Lärmschutz, damit die Anwohner ungestört schlafen können. Für den Vollschutz in Verden muss der Bahnlärm um circa 75 Prozent reduziert werden. „Wir haben Bahnlärm mitten in der Stadt. Ungefähr 10 000 Menschen hören Güterzüge. Diese werden immer länger und fahren häufiger“, erläuterte Brockmann. Das Ziel des Vollschutzes sei es, dass 7000 Menschen in Walle, Dauelsen und weiten Teilen der Kernstadt die Züge gar nicht mehr hören und die anderen nachts nicht mehr vom Bahnlärm geweckt werden.

Lies, der als Wirtschaftsminister 2015 das Dialogforum Schiene Nord initiiert hat, dankte Brockmann ausdrücklich dafür, dass er sich im Forum von Beginn an für die Bürger und die Stadt eingesetzt und Bedingungen der Region für einen Schienenausbau im Konsens verhandelt habe. Neben dem Vollschutz gehört dazu auch eine Verbesserung im Schienennahverkehr.

Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD) berichtete in diesem Zusammenhang, dass der niedersächsische Landtag einstimmig die Umsetzung dieser Bedingungen unterstützt, ebenso wie die allermeisten Bundestagsabgeordneten der Region. Im kommenden Sommer entscheidet der Bundestag über die Finanzierung des übergesetzlichen Lärmschutzes für Verden. Bürgermeister Brockmann begrüßte, dass das Land Niedersachsen 75 000 Euro für die städtebauliche Begleitplanung zur Verfügung stellt, damit sich die Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen gut in das Orts- und Landschaftsbild einfügt.

„Das gibt uns Rückenwind und sorgt dafür, dass das Konzept stimmig ist.“ Ziel sei, 2025 das Planfeststellungsverfahren abzuschließen und 2030 mit dem Bau zu beginnen. „Das soll auch gar nicht später passieren, denn für die Stadt ergeben sich viele Vorteile, zum Beispiel der Stundentakt für die Züge nach Hamburg“, so Brockmann.

Um die nachhaltige Mobilität voranzubringen, setzt sich der Bürgermeister im Rahmen des Schienenausbaus auch dafür ein, dass die Bremer Nahverkehrszüge in Dauelsen halten. Lies versprach, dieses Vorhaben zu unterstützen. „Die Nachfrage nach öffentlichen Mobilität wird steigen, der Personennahverkehr hat hier ein großes Potenzial, daher nehme ich diesen Wunsch gern mit“, so der Minister.

Er lobte zudem den Brückenschlag über die Aller und freute sich über die geplante Fortsetzung der Radroute vom Bahnhof bis zur Berufsschule und weiter nach Walle. Auch die geplante Verbreiterung der Bahntunnel zum Vorteil für Rad- und Fußverkehr, begrüßte er. „Wir werden in Zukunft andere Formen der Mobilität nutzen, daher müssen wir Angebote schaffen“, sagte Lies.  ahk

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