Führungen jeden Dienstag um 18 Uhr

Der Dom zu Verden: Lichtdurchflutet und voller Harmonie

Interessiert lauschen die Besucher der Legende vom „Steinernen Mann oben an der Domaußenwand.

Verden - Der Dom, das Wahrzeichen der Stadt, mit seiner über 1000-jährigen Geschichte übt auch auf Besucher aus anderen Städten eine große Anziehungskraft aus. Erst kürzlich konten Gerda Eberhard und Ludwig Grupe vom Dominformationsdienst eine große Gruppe vom Sozialverein aus Bremervörde zu einer besonderen Besichtigung begrüßten.

Die beiden ehrenamtlichen Domführer weckten bei den Gästen die Begeisterung für das gotische Bauwerk. Bevor es in das Innere der Kirche ging, erzählte Grupe im Innenhof die Legende vom „Steinernen Mann“. Auch warum die Säulen des früher vierzügigen Kreuzganges romanisch sind, während der Dom selbst im gotischen Stil erbaut ist, konnte der Kenner erklären.

Im Inneren angekommen, ließ Grupe den Besuchern ein wenig Zeit, um den Bau auf sich wirken zu lassen. „Staunen sie über diesen lichtdurchfluteten Dom“, forderte er die Gäste auf. Diese besondere Wirkung beruhe auf den Fenstern, die im Seitenschiff genau so hoch sind wie im Hauptschiff. Der Dom ist die erste Hallenumgangskirche, die in Deutschland gebaut wurde.

„Vielleicht spüren sie auch etwas von der Harmonie?“, fragte der Experte die Besucher. Das liege an dem Verhältnis 1:2 von Seiten zu Hauptschiff, diese harmonischen Maße setzten sich bis zum Fenster hinter dem Altar fort. Grupe machte die Gäste darauf aufmerksam, dass sich die Rippen des Chorgewölbes wie eine schützende Hand über den Altar legen. Da die Decke über Altar und Taufstein 1,20 Meter tiefer ist als das übrige Gewölbe, wird diese Wirkung noch verstärkt. „Der Baumeister hat gewusst, was er wollte“, so Grupe.

Um 1830 instand gesetzt

Um 1830 war der Dom unter der Leitung von Leo Bergmann wieder instand gesetzt worden. Ein Pfeiler hatte nachgegeben und der Dom drohte einzustürzen. Verantwortlich für diese Beinahe-Katastrophe waren die Bischofsgräber unter dem Pfeiler. Bergmann ließ sie zuschütten, stützte die Außenwand und besserte die Dachkonstruktion aus. Ferner ließ er Veränderungen aus der Renaissance und dem Barock beseitigen und „regotisierte“ den Dom so im Geist der Romantik. 

„Dass der Dom so aussieht, wie wir ihn heute kennen, haben wir Bergmann zu verdanken. Er hat den Dom in seine einfache und schlichte Schönheit zurückversetzt“, erklärte Grupe. Die rote Decke, die liturgische Farbe Pfingstens, des Lichts und der Liebe erhielt der Dom aber erst bei einer Renovierung im Jahr 1966/67.

Noch viel mehr Wissenswertes, das sicher auch vielen Einheimischen noch unbekannt ist, können die ehrenamtlichen Domführerinnen und Domführer erzählen. Führungen finden von Mai bis September jeden Dienstag, ab 18 Uhr, statt. Treffpunkt ist der Domeingang Nord, Am Lugenstein 10. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

ahk

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

„F**k Dich DFB!“Wütende Protestaktionen der Fans

„F**k Dich DFB!“Wütende Protestaktionen der Fans

Sommerfest der Stadtteilfarm in Verden 

Sommerfest der Stadtteilfarm in Verden 

„La Strada“ in Rotenburg - der Samstag 

„La Strada“ in Rotenburg - der Samstag 

Sandhausen, Düsseldorf und Duisburg siegen

Sandhausen, Düsseldorf und Duisburg siegen

Meistgelesene Artikel

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

Wildwest im Steinweg

Wildwest im Steinweg

Radfahrer übersehen: 16-Jähriger schwer verletzt

Radfahrer übersehen: 16-Jähriger schwer verletzt

Verlegenheitslösung mit vielen Fragezeichen

Verlegenheitslösung mit vielen Fragezeichen

Kommentare